Ilaria Lanzino ist eine vielseitige Regisseurin, Dozentin und Librettistin, die an zahlreichen renommierten Theatern und Opernhäusern in Europa tätig ist. Nach ihrer Gesangausbildung am Konservatorium Luigi Boccherini in Lucca studierte sie Germanistik an der Universität Ca’ Foscari in Venedig und spezialisierte sich anschließend auf Physical Theatre an verschiedenen Institutionen wie der L’École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq in Paris und dem New International Performing Arts Institute NIPAI in Berlin.
Ihre Theaterlaufbahn begann Lanzino als Chorsängerin am Theater an der Wien, früh sammelte sie Erfahrung als Regiehospitantin und Assistentin unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, der Opera Ballet Vlaanderen, dem Theater Dortmund und dem Aalto Theater in Essen. Sie arbeitete eng mit bekannten Regisseur:innen wie Christof Loy, Benedikt von Peter, Elisabeth Stöppler und Michael Thalheimer zusammen. Als feste Spielleiterin und Regieassistentin an der Deutschen Oper am Rhein war sie unter anderem an der Inszenierung von Wagners Ring des Nibelungen beteiligt.
Ilaria Lanzino erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den 1. Platz beim Europäischen Opernregie-Preis im Januar 2020. Ihre Bearbeitung von Moniuszkos Fragment Jawnuta wurde 2023 mit dem International Opera Award in der Kategorie Beste Wiederentdeckung ausgezeichnet, und ihre Leipziger Inszenierung Mary, Queen of Scots war für diesen Preis im Jahr 2024 nominiert (sie wurde in der Kritikerumfrage des Opernwelt-Jahrbuchs besonders lobend erwähnt).
Aktuell inszeniert Lanzino an verschiedenen europäischen Bühnen, darunter das MusikTheater an der Wien, das Staatstheater Nürnberg, das Opernhaus Poznań, die Oper Leipzig und die Deutsche Oper am Rhein. Ihre Projekte umfassen ein breites Repertoire, das Werke von Caccini und Telemann über Opern von Mozart, Verdi und Bartók bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen wie Thierry Tidrows Kirsas Musik umfasst, das 2021 für den YAM-Award nominiert wurde. Zuletzt entstanden Inszenierungen für das MusikTheater an der Wien (Gasparinis Ambleto), das Staatstheater Braunschweig (Don Giovanni), das Teatro dell’Opera di Roma (Händels The Resurrection), das Staatstheater Nürnberg (La traviata), die Deutsche Oper am Rhein (Nabucco), das Deutsche Nationaltheater Weimar (Il barbiere di Siviglia) und die Staatsoper Hannover (Die tote Stadt). Am Theater Magdeburg inszenierte sie in der Spielzeit 24/25 Fidelio; in der aktuellen Spielzeit entsteht der Doppelabend Mad King Blaubart, der Béla Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg mit dem Liederzyklus Eight Songs for a Mad King von Peter Maxwell Davies verschränkt.
Neben ihrer Regiearbeit ist Lanzino gefragte Rednerin bei internationalen Konferenzen wie Opera Europa und dem World Opera Forum in Los Angeles sowie an Universitäten wie der Universität Leipzig und der Scuola Normale Superiore in Florenz.
Aktuelle Produktionen am Theater Magdeburg