
Anu Tali
Dirigentin
In Estland geboren, begann Anu Tali ihre musikalische Ausbildung als Pianistin, absolvierte 1991 die Musikhochschule Tallinn und führte ihr Dirigierstudium an der Estnischen Musikakademie bei Kuno Areng, Toomas Kapten und Roman Matsow weiter. Am St. Petersburger Konservatorium vervollkommnete sie ihre Studien bei Ilya Musin und Leonid Kortschmar. Seit 1995 besuchte sie regelmäßig Jorma Panulas Meisterkurse an der Sibelius Akademie in Helsinki und in Moskau. 1997 gründeten Anu Tali und ihre Zwillingsschwester Kadri das Nordic Symphony Orchestra mit dem Ziel, kulturelle Kontakte der nordischen Nachbarländer zu fördern und Musiker aus der ganzen Welt zusammenzuführen. Heute vereint das Nordic Symphony Orchestra Mitglieder aus fünfzehn Ländern. Anu Tali tritt regelmäßig mit Orchestern sowohl in Estland als auch weltweit auf. In Europa hat sie u. a. mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, den Rundfunk-Sinfonieorchestern des NDR in Hamburg, des HR, des SWR in Baden-Baden und Freiburg sowie des BR in München, mit dem Orchestre National de Lyon, dem Münchner Kammerorchester, dem Berner Symphonieorchester, dem Bilkent Symphonieorchester Ankara und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg zusammengearbeitet. Außerhalb Europas gastierte sie beim Japan und beim Tokyo Philharmonic Orchestra, bei den Sinfonieorchestern von New Jersey, Nashville, Madison und Edmonton sowie bei der London Sinfonietta. 2006 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen in einem Konzert mit dem Mozarteum Orchester Salzburg sowie beim Savonlinna Opern-Festival, zu dem sie im Sommer 2007 für eine Produktion von Bizets »Carmen« zurückkehrte. 2008 leitete sie eine Produktion von Donizettis »Anna Bolena« am Staatstheater Mannheim. 2002 veröffentlichten Anu Tali und das Nordic Symphony Orchestra ihr Debüt-Album mit »Swan Flight« (Finlandia/Warner Classics). Die Aufnahme brachte Anu Tali 2003 den renommierten ECHO Klassik Award als »Young Artist of the Year« ein. Später folgte die Aufnahme »Action Passion Illusion« (Warner Classics) mit Werken von Rachmaninow, Sibelius sowie »Action, Passion, Illusion« und »Zeitraum« des estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür. Anu Tali gewann zahlreiche Preise, u. a. 2003 den Cultural Award of Estonia, sowie 2003 und 2004 den »Presidential Award of Estonia« für ihr Engagement für die Musik ihres Heimatlandes. 2006 wurde Anu Tali vom Estnischen Rundfunk zum »Musician of the Year« ernannt. ARTE produzierte 2007 einen Dokumentarfilm über sie mit dem Titel »Maestra Baltica«, der im Februar 2008 ausgestrahlt wurde. In Magdeburg leitet Anu Tali in der Spielzeit 2009/2010 die Produktion von Bizets »Carmen« und das 5. Sinfoniekonzert mit Werken von Sibelius, Ravel und Tüür.
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