Tagebuch eines Wahnsinnigen

von Werner Buhss nach Nikolai Gogol

»Sie funktionieren nicht mehr richtig, Kollege.«

Aksenti Iwanow Propristschin arbeitet im Ministerium. Und er ist einer, von dem keiner Notiz nimmt, obwohl er funktioniert wie ein Bleistiftspitzer. Vor jedem morgendlichen, akkuraten Antritt im Amt, liest er sich durch die Sprüche seines Abrisskalenders. Und plötzlich öffnet sich eine Welt: der Hass auf das eigene Selbst löst sich mehr und mehr, denn Stimmen sprechen zu ihm aus Hundemäulern und heimliche Blicke betrachten ihn verheißerisch. Wie eine Made schält er sich aus dem Kokon und beginnt zu flattern; in eine schöne, helle Welt, geradewegs hinein in die Anstalt. Erst dort, in der Geschlossenen, kann er wirklich der sein, der immer war: der König von Spanien. Gogols »Tagebuch eines Wahnsinnigen« ist nicht nur die Krankengeschichte einer Beamtenseele. Es ist zugleich auch die Erfolgsgeschichte einer Befreiung aus dem Wahnsinn der Welt.

 

 

Vorstellungen
Dienstag
18. 12. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Sigrid Hoelzke-Wittig · Christoph Förster
Tickets
Freitag
11. 1. 2019
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Christoph Förster
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Samstag
23. 2. 2019
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Sigrid Hoelzke-Wittig · Christoph Förster
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Donnerstag
14. 3. 2019
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Sigrid Hoelzke-Wittig · Christoph Förster
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Samstag
30. 3. 2019
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Sigrid Hoelzke-Wittig · Christoph Förster
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Premiere
Fr. 12. 10. 2018

Regie David Czesienski (Prinzip Gonzo)

Mit Christoph Förster


Aufführungsdauer: 1:15 h (ohne Pause)

Pressestimmen

Ein Leben in Papier ist wie ein Leben auf dem Papier

Es ist eine grandiose schauspielerische Leistung, die Christoph Förster in diesem satirischen Psychogramm abliefert, gepaart mit einer nicht minder großartigen Regie von David Czesienski. [...] In einer Welt, in der kritisches Denken das einzige Mittel ist, um sich gegen Verführungen des organisierten Wahnsinns zu wehren, gehört dieses Gogol-Stück zum Pflichtprogramm.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme, 15. 10. 2018

Charismatisch, aber auch schonungslos

Es ist bemerkenswert, Christoph Förster dabei zu beobachten, wie er immer tiefer dem Wahnsinn verfällt und wie er aus seiner inneren Leere ausbricht und seine heimlichen Wünsche in seiner Fantasie Gestalt annehmen. Er zeigt in dieser Produktion erneut, dass er sein Handwerk perfekt beherrscht und dass er jedes Repertoire ohne große Mühe bedienen kann. Neben der doch recht ernsthaften Thematik, aus dem das Stück besteht, werden die Lachmuskeln dennoch strapaziert. Ein unterhaltsamer, aber gleichzeitig auch nachdenklicher Abend wird garantiert.

Anna-Lena Kramer, Blog
(https://annalenakramer.wordpress.com/ Stand 15. 10. 2018