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Der Menschenfeind

Molière


Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens

Wiederaufnahmedatum

folgt

 

Schauspielhaus Foyer

Alceste ist für seine Umwelt ein Stachel im Fleisch: Während die anderen mit Schmeicheleien und Lügen ihre Netzwerke pflegen, sagt Alceste, was er denkt, und brüskiert damit falsche und echte Freunde. Ihm ist die Scheinheiligkeit der anderen Menschen ein Ekel – nur eine einzige Person findet Gnade vor seinem Urteil: Célimène, eine junge Witwe. Sie treibt es mit dem Spiel um Wahrheit und Lüge zwar am schlimmsten, doch die ganze Stadt ist in sie verliebt – so auch Alceste. Sein hartes Urteil gegen jedermann droht ihm schließlich zum Verhängnis zu werden, aber auch Célimènes fragiles Beziehungsgebäude gerät ins Wanken …

Molières Komödie »Der Menschenfeind« müsste eigentlich »Die Menschenfeinde« heißen, so sehr sind alle Figuren des Stücks auf ihren eigenen Vorteil bedacht und biegen die Wahrheit nach ihren Wünschen. Doch auch Alceste schießt mit seiner Radikalität über das Ziel hinaus. Was aber führt denn nun zum Glück: rücksichtslose Ehrlichkeit oder schamloser Opportunismus? Schauspieldirektor Tim Kramer als Alceste »gibt der Titelfigur unverwechselbare Konturen«, freut sich die Presse und urteilt: »Molières ›Menschenfeind‹ ist eine grandiose Inszenierung«.


Diese Inszenierung entstand unter Berücksichtigung der coronabedingten Auflagen.

Regie Elisabeth Gabriel
Bühne Vinzenz Hegemann
Kostüme Ingrid Leibezeder
Musik Nikolaus Woernle
Choreografische Beratung Pablo Lastras Sánchez
Dramaturgie Laura Busch, Caroline Rohmer

Alceste Tim Kramer
Philinte Andreas C. Meyer
Oronte Christoph Bangerter
Célimène Undine Schmiedl
Eliante Carmen Steinert
Arsinoé Saskia von Winterfeld
Acaste Frederik F. Günther
Clitandre Thomas Schneider
Basque Nicholas Spindler


Aufführungsdauer: 1:40 h (ohne Pause)

TRAILER

Pressestimme


Unbequem und zeitlos

Tim Kramer gibt der Titelfigur unverwechselbare Konturen. Er betont deren grüblerisches und widerständiges Naturell […] und dennoch auch einen Hauch Melancholie spüren lässt. […]

Folgerichtig zeichnet die Regisseurin ein Gesellschaftsbild, das nur eingeschränkten Zukunftsglauben ermöglicht, gibt aber auch immer wieder der Komödie, was ihr gehört. Ein Paradebeispiel dafür ist die Begegnung Arsinoé (Saskia von Winterfeld) und Célimène. In fein gesetzten Worten liefern die Damen Gehässigkeiten ab und gestalten mit hinreißender Impertinenz eine Intrige. Die Szene wird dabei zu einem komödiantischen Höhepunkt des Abends.

Gisela Begrich Volksstimme

28. 9. 2020


 


Tim Kramer als leiser Menschenfeind

Tim Kramer weiß in dieser Rolle zu überzeugen. Er ist kein laut polternder, hasserfüllter Unsympath, vielmehr jemand, der den Kontakt zu Menschen am liebsten von vornherein meidet. Trifft er dann ungewollt doch auf diese, merkt man ihm den Ekel in Gestik und Mimik deutlich an. […] Und so kommt es, dass man sich als Zuschauer, auch wenn man nicht jede von Alcestes Verhaltensweisen gutheißen kann oder will, am Ende klar auf seine Seite schlägt.

Karina Kunze AmoneA Musicalworld

7. 10. 2020


 


Eine grandiose Inszenierung

Ingrid Leibezeder […] versieht alle, außer Alceste, mit einer Art Krinoline. Das erweist sich als geniale Idee, denn in der Kombination mit der zeitlosen Kleidung entsteht der unmittelbare Eindruck des zweiten Ichs, das alle mit sich herumtragen. […] Molières »Menschenfeind« ist eine grandiose Inszenierung, die viel Stoff zur Diskussion und Anregungen zum Nachdenken vermittelt. Und das Ganze ist so geschickt mit tragikomischem Humor kombiniert, dass auch noch jede Menge Unterhaltung im guten Sinn dabei ist. Molière würde sich freuen.

Rolf-Dietmar Schmidt Aspekt Magazin

November 2020