Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Marat/Sade

PETER WEISS


Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspieltruppe des Hospizes zu Charendon unter Anleitung des Herrn de Sade
Musik von Hans-Martin Majewski

Premiere

Fr.
25. 2.
2022

Schauspielhaus Bühne

1808 in einer »Irrenanstalt« südlich vor Paris: Nicht nur psychisch Kranke, sondern auch politisch unbequeme Menschen wie der Marquis de Sade werden dort weggesperrt. Seine Zeit verbringt dieser mit dem Einstudieren von Theateraufführungen – eine historische Tatsache, die Peter Weiss zum Ausgangspunkt nimmt, um de Sade mit einer Schauspieltruppe aus Insass*innen und Aufseher*innen das politische Attentat an Jean Paul Marat, einem der führenden Köpfe der Französischen Revolution, nachspielen zu lassen und damit die Frage nach Sinn und Unsinn von Revolutionen neu zu verhandeln. Während Marat eine radikale gesellschaftliche Umwälzung durch Unterordnung des Individuums unter die Gemeinschaft anstrebt – notfalls mit Gewalt – vertritt de Sade, Autor gewaltpornografischer Schriften, einen hedonistischen Individualismus, der das Werden und Vergehen als unabänderliche Perversion der Geschichte akzeptiert. Die Attentäterin Charlotte Corday, die nach Marats Ermordung 1793 zur Märtyrerin stilisiert wurde, handelt bei Weiss im Sinne einer Bourgeoisie, die nichts so sehr fürchtet wie totalitäre Kontrolle und den Verfall bürgerlicher Werte – und das gemeine Volk bleibt ohne Führung als zahnloser Mob zurück. In diesem bildreichen Spiel im Spiel wird die Möglichkeit von  gesellschaftlicher Veränderung und die damit zusammenhängende Rolle der Massen als aktuelle Frage neu aufgerollt.

 

Premierenfieber
So. 13. 2. 2022    11.00 Uhr    Schauspielhaus Foyer

Zu dieser Inszenierung bieten wir theaterpädagogisches Begleitmaterial an. Anfragen richten Sie bitte an theaterpaedagogik[at]theater-magdeburg.de