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Vor Sonnenaufgang

Ewald Palmetshofer


nach Gerhart Hauptmann

Wiederaufnahmedatum

folgt

 

Schauspielhaus Bühne

Bei Unternehmerfamilie Krause herrscht Vorfreude: Tochter Martha erwartet ihr erstes Kind, Schwiegersohn Thomas ist der strahlende Nachfolger in der Firmenleitung und lokaler Spitzenkandidat einer erzkonservativen Partei, die jüngere Tochter Helene ist zu Besuch. Doch die hochschwangere Martha ist schwer depressiv, Vater Egon heimlicher Trinker und die selbstständige Grafikerin Helene bankrott. Als Thomas’ ehemaliger Studienkollege, der Journalist Alfred Loth, hereinschneit, gerät die in der Familie mühsam aufrechterhaltene Fassade vollends ins Wanken. Gesellschaftliche Gräben tun sich auf, private Spannungen eskalieren, vor allem, als Helene sich in Alfred verliebt. Doch noch scheint alles lösbar – bis ein Schicksalsschlag die Welt der Krauses auseinanderfliegen lässt.

Gerhart Hauptmanns berühmtes Dramendebüt war mit seiner naturalistischen Darstellung von familiären Abgründen und Alkoholismus bei der Uraufführung 1889 ein Skandal. Der vielfach ausgezeichnete österreichische Autor Ewald Palmetshofer wirft in seiner 2017 uraufgeführten Überschreibung einen schonungslosen Blick auf eine heutige Mittelstandsfamilie und seziert mit beißendem Humor und sprachlicher Doppelbödigkeit deren Ängste, Sehnsüchte und Lebenslügen.

Zu dieser Inszenierung bieten wir theaterpädagogisches Begleitmaterial an.
Bitte wenden Sie sich an Veronika Riedel:

veronika.riedel[at]theater-magdeburg.de
Tel.: (0391) 40 490 4032

Regie Juliane Kann
Bühne Vinzenz Hegemann
Kostüme Josephin Thomas
Dramaturgie Caroline Rohmer
Musikalische Leitung Ralph Opferkuch

Thomas Hoffmann Christoph Bangerter
Alfred Loth Andreas C. Meyer
Martha Hoffmann Anja Signitzer
Helene Krause Isabel Will
Annemarie Krause Undine Schmiedl
Egon Krause Burkhard Wolf
Dr. Peter Schimmelpfennig Ralph Opferkuch

Aufführungsdauer: 2:10 h (ohne Pause)

Video

Pressestimmen

 

Bestechende szenische Einfälle

Die Zuschauer erleben überzeugende Schauspielkunst: Ergreifend, wie Martha (Anja Signitzer) ihrem Mann Thomas ihre Angst gesteht. Eindrucksvoll der betrunkene Krause (Burkhard Wolf) mit den Vorwürfen an seine Ehefrau Anni (Undine Schmiedl) und deren in unbändigem Hass begründete Reaktion. [...] Bestechende szenische Einfälle fügen sich zum Panoramabild einer Gesellschaft.

Gisela Begrich
Volksstimme, 13. 1. 2020

 

Ensemble zeigt sich spielfreudig

Die Bühne ist mehr oder weniger leer - da gibt es ein kleines Treppenpodest, ein Klavier und am Rand viele Flaschen und Gläser - und zu Beginn schleicht ein Mann in diesen offenen Raum, sein Ziel das Instrument, dass er im Lauf des Abends sehr virtuos bespielen wird, das kann der Schauspieler Ralph Opferkuch bestens, der dem Abend einen pianistischen Soundtrack unterschiebt; kommentierend, illustrierend, entnaturalisierend könnte man auch sagen. Der Rest des spielfreudigen Ensembles versucht den allmählichen Untergang der Familie in einer Mischung aus Realismus in der Handlung und leichter sprachlicher und körperlicher Überhöhtheit voranzutreiben. Eine Art kunstvolles Zelebrieren von Alltagsvorgängen ist das. [...] [Man] wird am Ende zugleich atem- wie hoffnungslos in die Magdeburger Nacht entlassen.

Wolfgang Schilling
MDR Kultur, 11. 1. 2020

 

BEKLEMMEND AKTUELL

"Christoph Bangerter und Andreas C. Meyer laufen zur Hochform auf, ohne ihre jeweilige Position bloßzustellen. Was auch Anja Signitzer als schwangere und depressive Martha oder Isabel Will als ausbruchswillige Helene und allen anderen Akteuren überzeugend gelingt."

Joachim Lange
Mitteldeutsche Zeitung, 15. 1. 2020