Der Menschenfeind

von Molière
Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens

Alceste ist für seine Umwelt ein Stachel im Fleisch: Während die anderen mit Schmeicheleien und Lügen ihre Netzwerke pflegen, sagt Alceste, was er denkt, und brüskiert damit falsche und echte Freunde. Ihm ist die Scheinheiligkeit der anderen Menschen ein Ekel – nur eine einzige Person findet Gnade vor seinem Urteil: Célimène, eine junge Witwe. Sie treibt es mit dem Spiel um Wahrheit und Lüge zwar am schlimmsten, doch die ganze Stadt ist in sie verliebt – so auch Alceste. Sein hartes Urteil gegen jedermann droht ihm schließlich zum Verhängnis zu werden, aber auch Célimènes fragiles Beziehungsgebäude gerät ins Wanken …

Molières Komödie »Der Menschenfeind« müsste eigentlich »Die Menschenfeinde« heißen, so sehr sind alle Figuren des Stücks auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Nur der schöne Schein zählt, die eigene Selbstdarstellung, Macht und Einfluss; Fake News oder Wahrheit werden nach Bedarf genutzt. Die dargestellte Gesellschaft kommt uns zum Verwechseln bekannt vor. Und auch Alceste schießt mit seiner Radikalität über das Ziel hinaus. Was aber führt denn nun zum Glück: rücksichtslose Ehrlichkeit oder schamloser Opportunismus?

 

 

Vorstellungen
PREMIERE
Freitag
29. 5. 2020
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Fr. 29. 5. 2020

Regie Elisabeth Gabriel
Bühne Vinzenz Hegemann
Kostüme Ingrid Leibezeder
Musik Nikolaus Woernle
Dramaturgie Caroline Rohmer