Nov 19
Fr. 15. 11.
19.30 Uhr
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Fr. 29. 11.
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Dez 19
Do. 5. 12.
19.30 Uhr
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Fr. 6. 12.
19.30 Uhr
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Fr. 20. 12.
19.30 Uhr
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Do. 26. 12.
19.30 Uhr
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Jan 20
So. 19. 1.
18.00 Uhr
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Mi. 29. 1.
10.00 Uhr
Fr. 31. 1.
19.30 Uhr
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Der gute Mensch von Sezuan

Bertolt Brecht


Mitarbeit Ruth Berlau und Margarete Steffin
Musik von Paul Dessau

Premiere

Do.
3. 10.
2019

Schauspielhaus Bühne

Die himmlische Obrigkeit schaut mit Sorge auf die Menschen, denn ihre Moral zerfällt beunruhigend schnell. Drei Götter werden in die chinesische Provinz Sezuan entsandt, um die letzten guten Menschen zu finden. Nur bei Shen Te haben sie Glück: Trotz eigener Not bietet sie ihnen ein Nachtquartier an. Als Dank erhält sie 1000 Silberdollar. Von dem Geld erwirbt Shen Te, die sonst ihren Körper verkaufen muss, einen Tabakladen. Doch bald ist sie auch schon wieder ruiniert, denn ihre Gäste nutzen ihre Gutmütigkeit schamlos aus. Als Shen Te sich in den arbeitslosen Flieger Yang Sun verliebt, muss sie erkennen, dass dieser sie nur wegen ihres Geldes heiraten will. Und so erfindet sich Shen Te einen Vetter, Shui Ta, in dessen Maske sie schlüpft, um gegen die Nutznießer rigoros vorzugehen. Ihr Alter Ego beweist: Nur wer seine moralischen Maßstäbe an die kapitalistische Welt anpasst, überlebt.

Brechts musikalisches Lehrstück von 1940 zeigt anschaulich, wie Egoismus, Gier, Korruption und Geld alle Bereiche unseres Lebens, vor allem aber auch die Liebe, bestimmen. Was bedeutet moralisches Handeln in solchen Zeiten? Mit dieser Inszenierung eröffnet Tim Kramer seine erste Spielzeit in Magdeburg.

 

Zu dieser Inszenierung bieten wir theaterpädagogisches Begleitmaterial an.
Bitte wenden Sie sich an Veronika Riedel:

veronika.riedel[at]theater-magdeburg.de
Tel.: (0391) 40 490 4032

Regie Tim Kramer
Musikalische Leitung Tobias Schwencke
Bühne/Kostüme Gernot Sommerfeld
Dramaturgie Laura Busch

Shen Te/Shui Ta Maike Schroeter
Yang Sun, ein stellungsloser Flieger/Arbeitsloser/Hinkender Valentin Kleinschmidt
Wang, ein Wasserverkäufer/Der Bonze Peter Donath
Die Witwe Shin/Die Schwangere Susi Wirth
1. Gott/Der Mann/Barbier Shu Fu Burkhard Wolf
2. Gott/Schreiner Lin To/Kellner Philip Heimke  
3. Gott/Der Neffe/Polizist Frederik F. Günther
Frau Yang, Yang Suns Mutter/Die Frau/Prostituierte Undine Schmiedl
Die Hausbesitzerin Mi Tzü/Schwägerin/Die Alte/Prostituierte Iris Albrecht
Ein Kind Jan Arik Redmer

Aufführungsdauer: 2:30 h (inkl. Pause)

Video

Pressestimmen

 

Gute Welt, schlechte Welt

Zum Schluss stehen sie wieder aufgereiht da, die Schauspieler in weißen Hemden und schwarze Hosen: Der Vorhang zu und alle Fragen offen. Nur dass die letzten Zeilen gestrichen sind, der Abend mit dem Aufruf endet: »Der einzige Ausweg wär aus diesem Ungemach: Sie selber dächten auf der Stelle nach«. In Magdeburg geht der neue Schauspielchef Tim Kramer – vorher war er in St. Gallen – auf diese Fragen allenfalls indirekt ein: Am Anfang summen und singen die Schauspieler*innen zart Bob Dylans »The times they are a-changing«. Lichtblicke sind Iris Albrecht, die ihre Rollen mit wenigen Strichen als kleine Charakterstudien zeichnet. Und einige der Paul-Dessau-Lieder, etwa das »Vom Sankt Nimmerleinstag« und das »Vom achten Elefanten«, weil Tobias Schwencke sie schön arrangiert hat und auf seiner Gitarre sanft Richtung Jazz treibt, Valentin Kleinschmidt sowohl seiner Tenorstimme als auch seiner Trompete schöne Töne entlockt und auch Maike Schroeter plötzlich Strahlkraft besitzt.

 

Georg Kasch,nachtkritik.de, 4. 10. 2019


Existiert noch eine Moral?

Das Regieteam strich zwar den Text äußerst geschickt ein, um rasche Abfolgen zu schaffen, wozu das Bühnenbild von Gernot Sommerfeld gut beiträgt. Prinzipiell setzt Regisseur Tim Kramer auf Werktreue und betont den inhaltlichen Kern. Er geht damit auf geistiges Risiko, auch was das Musikalische anbetrifft (Leitung Tobias Schwencke). Es musizieren zwar der renommierte Magdeburger Michael Homann (ehemals u.a. Scheselong) sowie Valentin Kleinschmidt (Gitarre, Trompete), Frederik F. Günther (Gitarre) und Susi Wirth (Akkordeon), dennoch verharren die Lieder eher im Handwerklichen, als dass deutliche Akzente geschehen. Ein großes Plus: Maike Schroeter überzeugt als Shen Te, welche die Götter als den guten Menschen vor Ort ausmachen, mit Charme und selbstverständlicher Direktheit. Ein Gewinn der Aufführung besteht darin, den Mut zu haben, Theater ohne reißerische Effekte zu bieten. Das macht in Zukunft auf ein Konzept neugierig, das Inhalte bevorzugt. Und das ist etwas, was dringend gebraucht wird, Schauspiel zu verteidigen und zu erhalten.

Gisela Begrich, Volksstimme, 5. 10. 2019