Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei

von Felicia Zeller nach Alfred Döblin | Auftragswerk des Theaters Magdeburg und Theater Rampe Stuttgart
Koproduktion mit dem Theater Rampe Stuttgart

»Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.«
ROSA

»Man wurde in der Beratung immer wieder unterbrochen, denn immer wieder musste einer hinaus und auf den Balkon treten und reden.« Deutschland im Taumel der Novemberrevolution 1918. Der Weltkrieg ist zu Ende und es wird gerungen um eine Neugestaltung. Und gleich zwei Mal wird sie ausgerufen, die Republik in Deutschland. Und unter den Menschen, unter den Revolutionären, an vorderster Front Rosa Luxemburg. Es sind die letzten Monate ihres Lebens, die Alfred Döblin im vierten Teil seines monumentalen Epos »November 1918. Eine deutsche Revolution« auf stille, komische, dramatische, reflektierende und sehr intime Weise beschreibt. Rosa Luxemburg – die Ikone der deutschen Arbeiterbewegung – deren Ermordung sich im Januar 2019 zum hundertsten Mal jährt, zählt zu den großen Frauen der deutschen Geschichte. Felicia Zeller (Mühlheimer Theaterpreis 2016 und meist gespielte deutschsprachige Gegenwartsdramatikerin) schreibt im Auftrag des Theaters Magdeburg und der Theater Rampe Stuttgart eine Bühnenfassung basierend auf Döblins Roman. Die Ereignisse in den letzten Revolutionsmonaten überschlagen sich und haben Geschichte geschrieben, eine Geschichte zwischen Himmel und Hölle, in der das Paradies vom Menschen nicht erobert werden konnte und nur ein wütender Traum von einer gerechteren Welt übrig blieb.

 

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Uraufführung
Fr. 22. 2. 2019

Video

Pressestimmen

Eine beeindruckende sprachliche und spielerische Leistung

Der Regisseurin Marie Bues gelingt es über sehr weite Strecken einen Flow zu erzeugen, der das Publikum in die Zerklüftung der Auseinandersetzungen fesselt, wo immer auch ein Hauch Ratlosigkeit jegliche historische Deutungshoheit bestreitet. Es entwickelt sich ein Sog der Ereignisse, den besondere schauspielerische Repliken stabilisieren: Christoph Förster in seinem Monolog als Gefängnisarzt. Oder wenn Oliver Niemeier als Scheidemann die Republik ausruft und dabei herrlich mit dem Charakter der Figur privatisiert. Die Schauspieler liefern eine beeindruckende choreographische, sprachliche und spielerische Leistung ab.

Gisela Begrich, Volksstimme, 25. 2. 2019

Erinnerung an die Ikonen der Novemberrevolution

Eine historische Geisterstunde und Anhörung historischer Figuren und Positionen, die hier noch einmal in die Körper von fünf Schauspieler*innen fahren. [...] Marie Bues’ Inszenierung versucht, die überbordenden Motive und Handlungsstränge mit spartanischer Konkretion zu bändigen. Dabei wechseln die fünf Spieler*innen immer wieder die Rollen: Marie Ulbricht zum Beispiel, die mit Hilfe ihres beträchtlichen komödiantischen Potentials und einer Batterie von Bärten, die sie aus den Taschen ihres Overalls zieht, gleich eine ganze Armada von Politikern belebt und karikiert. Chorisches Sprechen, Marschieren und Sterben steht neben kleinen Szenen und Figurenporträts.

Esther Slevogt, Nachtkritik.de 23. 2. 2019
https://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=16458:karl-und-rosa-felicia-zeller-und-marie-bues-erinnern-in-magdeburg-mit-ihrer-doeblin-ueberschreibung-an-die-ikonen-der-novemberrevolution&catid=38&Itemid=40