Die Präsidentin

Nach dem gleichnamigen Comicbuch von François Durpaire und Farid Boudjellal | Für die Bühne bearbeitet von Cornelia Crombholz und David Schliesing | Uraufführung

»Wahnsinn! Gerade einmal seit zwei Stunden ist sie gewählt und schon sind wir im Bürgerkrieg …«
STÉPHANE

7. Mai 2017. Mit 50,41 Prozent der Stimmen hat Frankreich ein neues Staatsoberhaupt gewählt: Marine Le Pen ist die Siegerin der Wahl, Frontfrau des rechtspopulistischen Front National. Während Europa noch in Schockstarre verharrt, setzt die neue Regierung mit hohem Tempo ihr Programm um – von der massenhaften Ausweisung illegaler Immigranten über den Frexit bis zur digitalen Totalüberwachung. Und die Stimmungsmache der Präsidentin macht derweil medial und auf der Straße jeden Widerstand mundtot. Auf dem europäischen Parkett stehen sich von nun an zwei Frauen gegenüber: Merkel und Le Pen, das »alte« gegen das »neue« Europa. Und während der Faschismus in Frankreich parlamentarisch legitimiert erblüht, stirbt die alte Résistance aus. Mit ihrer »Präsidentin« portraitieren die beiden Comicbuchautoren Durpaire und Boujellal – changierend zwischen Dokumentation und radikal forcierter Prognose – eine Frau, deren politische Strahlkraft und radikale Position gemäßigte Parteien in Zugzwang versetzen und deren eiserner Wille die Weltpolitik und Europa großräumig verändern wird. Die Frage ist nur: Wie nah kommen die beiden Autoren dabei der Realität mit ihrem »Was wäre, wenn«?

Eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

 

 

Vorstellungen
Freitag
18. 1. 2019
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets
Samstag
9. 2. 2019
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
10. 3. 2019
18.00 Schauspielhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Sa. 2. 6. 2018

Wiederaufnahme
Sa. 20. 10. 2018

Regie Cornelia Crombholz
Bühne Marcel Keller
Kostüme Irina Bartels
Musik David Schwarz, Maren Kessler
Video Nazgol Emami
Choreografie David Williams
Sprechchöre Alexander Weise
Licht Guido Schnorr
Dramaturgie David Schliesing

Mit Corinna Harfouch, Antonia Sophie Schirmeister, Christoph Förster, Marian Kindermann, Daniel Klausner, Oliver Niemeier, Ralph Opferkuch, Thomas Schneider, Burkhard Wolf


Aufführungsdauer: 2:30 h (inkl. Pause)

Video

Pressestimmen

Auf diese Inszenierung kann das Magdeburger Theater stolz sein
Harfouch […] zeigt in diesem Stück in Magdeburg, weshalb sie als Schauspielerin so begehrt ist. Das gilt darüber hinaus aber auch für die anderen Akteure auf der Bühne, die allesamt mit einer unglaublichen Kraftanstrengung den alltäglichen Wahnsinn des Politikbetriebes als eine bitterböse Groteske charakterisieren […] Dieses Stück verlangt von den Schauspielern alles, und die sprühen vor Spielfreude. […] »Die Präsidentin« ist keine leichte Theaterkost. Sie fordert den Zuschauer, häufig schmerzt sie auch mit ihrem brutalen Realismus. Aber gerade deshalb, in dieser Ambivalenz von hohem Unterhaltungswert und bitterem Beigeschmack, zeigt sich politisches Theater der Sonderklasse. Auf diese Inszenierung kann das Magdeburger Theater stolz sein.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme, 4. 6. 2018

Premiere »Die Präsidentin« gefeiert

Ein begeistertes Publikum hat am Theater Magdeburg die Premiere des Schauspiels «Die Präsidentin» gefeiert. Das neunköpfige Ensemble mit der Hauptdarstellerin Corinna Harfouch (63) erhielt am Samstagabend nach der fast zweieinhalbstündigen, teils hoch turbulenten Vorstellung um die Karriere einer Populistin als französische Präsidentin minutenlangen Applaus. Das Publikum erhob sich von den Plätzen, die Schauspieler stürmten immer wieder auf die Bühne.

WELT online, 3. 6. 2018