Die Kleinbürgerhochzeit

von Bertolt Brecht

»Bei den Modernen wird das Familienleben so in den Schmutz gezogen. Und das ist doch das Beste, was wir Deutsche haben.«
VATER

Trotz vielfältiger Warnungen und genügender Negativbeispiele machen wir es trotzdem immer wieder: einander heiraten. Und vielleicht gerade deshalb, weil keiner weiß, wie das eigene Eheleben sich zukünftig gestalten wird, muss der Hochzeitstag zum schönsten im gemeinsamen Leben der jung Vermählten werden. Ein Tag voller Erinnerungen für später. Auch das Brautpaar in Bertolt Brechts Einakter »Die Kleinbürgerhochzeit« wird sich noch lange an diesen unvergesslichen Abend erinnern. Da wird Kabeljau gegessen, Wein getrunken, getanzt und musiziert. Aber so, wie das selbstgezimmerte Mobiliar in der guten Stube zu vorgerückter Stunde Stück für Stück auseinander bricht, bekommt auch die kleinbürgerliche Fassade mit jedem Glas Wein mehr ihre erst haarfeinen, dann immer gröber werdenden Risse. Die Hochzeit gerät zum Desaster, endet in totaler Zerstörung und exzessivem Besäufnis: eine Bilderbuchhochzeit? Der einundzwanzigjährige Medizin- und Philosophiestudent Bertolt Brecht hat seziermesserscharf beobachtet und treibt seine Hochzeitsfarce in eine Überzeichnung, über die man aber herzlich lachen darf.

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Premiere am Fr. 23. 2. 2018

Regie Peter Kleinert
Bühne / Kostüme Christina Kirk
Musik Hans-Jürgen Osmers
Dramaturgie Laura Busch

Vater Thomas Schneider
Mutter Iris Albrecht
Maria Léa Wegmann
Ina Maike Schroeter
Jakob Cornelius Gebert
Sein Freund Oliver Niemeier
Emmi Pia-Micaela Barucki
Ihr Mann Amadeus Köhli
Hans Mildner Cem Göktas
 


Dauer: 1:50 h (ohne Pause)

Pressestimmen

[...] es gibt auch eine Fülle stimmiger Details, die die Figuren und die Geschichte verlebendigen. Iris Albrecht fabriziert als Mutter des Bräutigams Lacher, wenn sie auf einem hanebüchenene Stuhl ungelenk, doch unverdrossen umherrutscht, oder alles, was sich nicht per Gesetz verbietet, mit dem Smartphone aufzeichnet. Oliver Niemeier, Freund des Bräutigams, führt souverän in den Abend ein und sorgt immer wieder für den direkten Publikumskontakt. [...] Amadeus Köhli verleiht durch bayerische Mundart im Kontrast zu seiner afro-amerikanischen Erscheinung seiner Rolle eine gewisse Heiterkeit. Ganz auf Spaß setzt Pia-Micaela Barucki als Freundin der Braut, indem sie ihre hysterischen Kommentare zur Hochzeit artifiell überhöht.

Gisela Begrich, 26. 2. 2018,
Volksstimme