Mondlicht und Magnolien

von Ron Hutchinson | Eine Hollywood-Boulevardkomödie | Deutsch von Katharina Abt und Daniel Karasek

»Ich weiß nicht, ob das ein sehr gutes schlechtes Buch ist oder ein sehr schlechtes gutes Buch oder, am ehesten, ein schlechtes schlechtes Buch, aber eins weiß ich sicher. Daraus wird niemals ein Film.«
Ben Hecht

1939. Hollywood. Während in Europa erneut ein Krieg ausbricht, hat man hier ganz andere Sorgen: Eine Jahrhundert-Kino-Produktion gerät ins Schleudern. Das Drehbuch taugt einfach nicht. Und da die Uhr tickt – Zeit in Hollywood wird in Dollar gemessen –, muss ein neuer Autor her. Der Beste. Nur hat der die Vorlage nicht gelesen und glaubt eh nicht an den Stoff. Aber die Gage stimmt. Und so soll in nur fünf Tagen ein komplett neues Drehbuch entstehen. Das Drehbuch zu »Vom Winde verweht«. Und los geht’s: Das Trio aus Produzent, Regisseur und Autor wirft sich in die Rollen, spielt die Szenen des Buches nach, um in einem Akt brainstormender Energie bis hin zur Ohnmacht das Drehbuch fertig zu stellen. Doch einige Fragen gilt es noch zu klären. Darf z. B. der Hauptcharakter des Films, Scarlett O’Hara, eine Sklavin schlagen? Ist das nicht gewaltverherrlichend? Streit ist also vorprogrammiert in Hutchinsons aberwitziger Komödie, die Biss hat, Slapstick und ein Sprachfeuerwerk ist. Sie entlarvt Hollywood als Maschinerie, in der Inhalte kulinarisch, nicht problematisch zu sein haben, und feiert bravourös die dopaminausschüttende Kraft von Kreativität und Fantasie.

Vorstellungen
Montag
18. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Mittwoch
20. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Donnerstag
18. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Freitag
26. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets

Regie Ruth Messing
Bühne/Kostüme Theresa Klement
Dramaturgie Laura Busch

Miss Poppenghul Iris Albrecht
David O. Selznick Burkhard Wolf
Ben Hecht Marian Kindermann
Victor Fleming Zlatko Maltar

 

 

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Pressestimmen

Das Theaterstück, das sich an tatsächliche Ereignisse während der Produktion des Films anlehnen soll, sieht den Produzenten David O. Selznick, sehr überzeugend in dieser Rolle Burkhard Wolf, in höchster Not. Das Drehbuch taugt nur für den Papierkorb, die Regisseure schmeißen reihenweise das Handtuch oder verfallen wie die Darsteller in Depressionen. Da hilft nur, die Besten der Besten für fünf Tage einzusperren, damit sie dank Unmengen von Bananen und Erdnüssen den Film retten. Die Besten der Besten im wahrsten Sinn des Wortes sind der Drehbuchautor Ben Hecht, gespielt von Marian Kindermann, und der Regisseur Victor Fleming, den Zlatko Maltar gibt. Nicht minder urkomisch ist trotz der eher kleineren Rolle Iris Albrecht als Sekretärin Miss Poppenghul, der diese Figur förmlich auf den Leib geschnitten ist. [...] Wer allerdings in einer Boulevard-Komödie nicht beständig auf der Suche nach dem tieferen Sinn ist, sondern sich vor allem an den zahllosen Ideen, humoristischen Wendungen und allzu menschlichen Unzulänglichkeiten erfreuen kann, der wird einen höchst amüsanten Abend erleben.

 Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme
10. 10. 2016