Mein Lieb, mein Leid

von und mit Thomas Schneider und Ralph Opferkuch | Ein Jacques-Brel-Liederabend

»Ich will Gesang, will Spiel und Tanz, will dass man sich wie toll vergnügt. Ich will Gesang, will Spiel und Tanz, wenn man mich untern Rasen pflügt.«
Jacques Brel

Den jungen Jacques Brel zog es schon früh auf die Bühne, eine Karriere in der elterlichen Brüsseler Kartonagenfabrik kam nicht in Frage. Anfangs versuchte er sich als Chansonnier in Paris und hielt sich mit Gelegenheitsauftritten über Wasser. Er pendelt zwischen Paris und Brüssel, wo seine Frau Miche und die Töchter leben, bis er 1961 für die erkrankte Marlene Dietrich im »Olympia« einspringt und damit seinen endgültigen Durchbruch erlangt. Sein Leben wird zu einer ständigen Tournee um den gesamten Globus. Privat führt er ein reges Doppelleben, schwankt zwischen drei Frauen, kehrt aber immer wieder zu Miche zurück. Auf der Bühne ist er der »Krieger in Sachen Liebe«: schreibt und singt sich alles von der Seele. Neben dunklen Liedern über den Tod besingt er wilde Lebenslust. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kehrt er der Bühne den Rücken, spielt in Filmen, segelt um die Welt, lebt auf einer Insel im Pazifik, bevor er 1977 seine letzte Platte aufnimmt, die sich millionenfach verkauft. Thomas Schneider und Ralph Opferkuch nähern sich musikalisch und biografisch der Zerrissenheit des »Orkans namens Brel« und lassen die raue Poesie seiner Musik neu entstehen.

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Mit Thomas Schneider/Ralph Opferkuch/Max Dost/Martin Müller
Bühne/Kostüm Christiane Hercher
Dramaturgie Maiko Miske

Video

Pressestimmen

Um es gleich am Anfang zu sagen: Die beiden Schauspieler Thomas Schneider und Ralph Opferkuch haben einen Liederabend auf die Bühne des Magdeburger Schauspielhauses gebracht, der der blanke Hammer war. Musik, Gefühl, Bühnenpräsenz, Publikumsnähe, alles da. […] Beide haben dabei nie versucht, den Meister des Chansons zu kopieren, sondern sie haben seine Lieder genommen und haben sich von deren Kraft inspirieren lassen. Das war genug, denn Ausdruck, Stimme und Musikalität bringen Schneider und Opferkuch selbst mit. Brels Lieder verlangen auch eine Prise Theatralik, die beiden Schauspieler haben sie perfekt eingesetzt, ohne dabei aufdringlich zu sein. Ein Glücksfall ist, dass Schneider und Opferkuch auch noch selbst ihre Instrumente (Klavier und Gitarre) spielen können. Das rundet das Bild ab. Und die Regie haben sie auch gleich noch selbst übernommen. Die Dramaturgie lag in den Händen von Maiko Miske. […] Nicht zu vergessen die beiden anderen Musiker dieser Liederabend-Revue, Akkordeonist Martin Müller und Schlagzeuger Max Dost. Beide waren im besten musikalischen Sinne das Fundament, auf dem die Sänger durch den Abend getragen wurden. Fazit: Sehr gelungene Premiere, ein toller Konzertabend der Kategorie »hätte noch Stunden so weiter gehen können«, lang anhaltender Applaus mit „Standing Ovations“. Und allen, die es verpasst haben, sei ans Herz gelegt: unbedingt versuchen, für die kommenden Vorstellungen Karten zu bekommen.

Peter Ließmann, Magdeburger Volksstimme, 10. 10. 2016