George Kaplan

von Frédéric Sonntag | Ein krudes Spiel der Fiktion | Deutsch von Jakob Schumann

»Wir werden also niemand sein, entgegen all den Anweisungen, jemand zu werden, gegen all die festgefahrenen, vereinzelten und abgegrenzten Identitäten, in der unaufhörlichen und lähmenden Angst, nichts mehr zu sein, in ständiger Panik, jeden Augenblick zerbrechen zu können.«
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Wie mächtig ein Mythos doch werden kann: Mit ihren Aktionen wollen sie Aufmerksamkeit erregen. Doch die Gruppe junger Untergrund-Aktivisten ist gelähmt von der Diskussion um ihre interne Entscheidungsfindung. Für einen privaten anonymen Kunden entwerfen die innovativsten Autorenköpfe der Filmbranche ein Szenario für einen propagandistisch gefärbten Kriegsfilm. Und die Agenten einer geheimen Regierung spielen Ernstfälle für die Abwendung potentieller Bedrohungen der inneren Sicherheit durch. Alle eint sie: »George Kaplan«. Ein Name. Eine reale Person? Ein Mythos, ein Symbol, gar eine Waffe, ein Virus?

Auf komisch verquere Weise verbindet Frédéric Sonntag in »George Kaplan« die Funktionsweisen von Filmmaschinerie, künstlerischer Subversion und Massenüberwachung zu einem Fadenspiel der Manipulation und dem verzerrenden Spiegelbild eines unsichtbaren Feindes. Welchen Wechselwirkungen unterliegen Macht und Fiktion? Wie sehr beeinflussen sie unsere Perspektive auf die Welt? Und wie lässt sich die Kontrolle darüber bewahren, wenn Wirklichkeit und Erfindung kaum mehr zu unterscheiden sind?

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Pressestimmen

Die fünf Akteure Raphael Kübler, Marie Ulbricht, Timo Hastenpflug, Pia-Micaela Barucki, Maike Schroeter sind ganz auf sich und ihr Spiel gestellt, außer einer Kamera und Mikrofonen keine Requisiten. Sie präsentieren einen Abend, der diszipliniert in hohem Tempo ohne Pause abläuft.

 Gisela Begrich, Volksstimme, 6. 2. 2017