Drei Schwestern

von Anton Tschechow

Deutsch von Angela Schanelec

»Nach Moskau! Nach Moskau! Nach Moskau!«

»Nach Moskau«, so lautet die Sehnsucht der drei Schwestern Olga, Mascha und Irina, seit sie mit Vater und Bruder in das provinzielle Garnisonsstädtchen fern ihrer Heimatstadt zogen. Elf Jahre sind seither vergangen, der Vater starb vor einem Jahr. Auf ihrem Bruder Andrej ruht die Hoffnung der Schwestern: Professor in Moskau soll er werden und mit ihnen zurückgehen. Die Hoffnung zerschlägt sich. Andrej heiratet Natascha und bindet sich allzu fest an das kleinstädtische Milieu. Beseelt von dem Wunsch, in die Stadt ihrer glücklichen Kindheit zurückzukehren, richten die Schwestern sich ein und verpassen – gefangen von Beruf, Affären und Zweckheirat – das ersehnte Leben.

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Regie Franziska Marie Gramss
Bühne/Kostüme Christiane Hercher
Dramaturgie Oliver Lisewski

Prosorow, Andrej Sergejewitsch Alexander von Säbel
Natalja Iwanowna, seine Braut, später seine Frau Iris Albrecht
Olga Marie Ulbricht
Mascha Heide Kalisch
Irina Sonka Vogt
Kulygin, Fedor Iljitsch, Lehrer eines Gymnasiums, Maschas Mann Ralph Opferkuch
Werschinin, Alexandr Ignatjewitsch, Oberstleutnant, Batteriekommandeur Oliver Chomik
Tusenbach, Nikolaj Lwowitsch, Baron, Oberleutnant Raimund Widra
Soljenyj, Wassilij Wassiljewitsch, Stabshauptmann Konstantin Marsch

Pressestimmen

Bei Tschechows »Drei Schwestern« sitzen die Zuschauer im Studio des Magdeburger Schauspielhauses an allen Seiten eines Rechtecks auf den abgewrackten, zusammengewürfelten Möbeln desselben Stils, auf denen die Akteure ihre gescheiterten Lebensentwürfe verhandeln. Diese stubenhafte Dichte der Darbietung macht das Publikum quasi zu Voyeuren und Teil des bizarren Panoptikums, das sich ihm bietet. Iris Albrecht (Natalja Iwanowa), Heide Kalisch (Mascha), Marie Ulbricht (Olga), Sonka Vogt (Irina), Oliver Chomik (Batteriekommandant), Konstantin Marsch (Stabshauptmann), Ralph Opferkuch (Maschas Mann), Alexander von Säbel (Bruder der drei Schwestern), Raimund Widra (Oberleutnant Tusenbach) zeigen mit hoher Konzentration und Genauigkeit einen Abend, in dem ein spielerischer Manierismus dominiert, dem grandiose äußerliche Ausbrüche Dynamik verleihen.

Gisela Begrich, Magdeburger Volksstimme,
4. 5. 2015