Hello. It’s me Democracy

von Jan Koslowski |  Uraufführung

»Ein Kommunist kann auch ein schlechter Mensch sein, so wie ich zum Beispiel. Ich kann ein guter Kommunist sein und ich kann gleichzeitig schlecht im Bett sein.«
ER

Es ist der Tag, an dem sie nicht wählen gegangen sind, weil es draußen regnete. Stattdessen lernen die unzertrennlichen Geschwister Ines und Mayo Thomas kennen und nehmen ihn in ihre eingeschworene Mitte. Zusammen halten die drei »Weltverbesserer« auf großen leeren Straßen ihre politischen Ideale hoch und berauschen sich am Glücksgefühl universeller romantischer Liebe bis letztlich all ihre Träume samt den Pappkulissen im Regen aufweichen. Die Fragen nach der Legitimation der Demokratie, dem Einfluss jedes Einzelnen in ihr und danach, wie politisch das Private ist, werden in diesem Stück, das der Regisseur und Autor Jan Koslowski gemeinsam mit dem Team in der Probenzeit entwickelt hat, zur Allegorie für heutige Politikverdrossenheit. Diese drei jungen Menschen hinterfragen ihre Verantwortung, in der Demokratie die Welt zu verändern. Denn bevor man die Welt verändern kann, muss man verstehen, dass man ein Teil davon ist. Also zu Hause bleiben, höchstens ins Café nebenan oder ins Kino gehen an diesem Sonntag und aus dem sicheren Warmen und Trockenen zugucken? Oder auf die Straße gehen, wählen gehen?

Vorstellungen
Samstag
25. 11. 2017
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Sonntag
10. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Donnerstag
11. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets
Freitag
19. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Tickets

Premiere am Sa. 30. 9. 2017

Pressestimmen

Beschrieben ist ein Endzeitszenario der Demokratie, unvorstellbar überzogen freilich, dennoch geeignet, über Schwächen unseres politischen Systems und seiner Mechanismen zu sinnieren. Das Groteske betont Koslowski nicht nur mit den schrulligen, merkwürdig gekleideten Gestalten. Was sie sprechen, betont immer wieder die eingespielte musikalische Fanfare der dramatischen Wichtigkeit. Stark gelingen die »Wahlkampfreden«, als es darum geht, zu verhindern, von den anderen aufgegessen zu werden. Pia Micaela Barucki karikiert eine solche Rede höchst amüsierend (»Ich bin unverdaulich.«) Der moralisierende Zeigefinger »Zeigi« mahnt am Ende, Bestehendes zu verbessern. Koslowski lässt es sinnigerweise ein Kind sagen – Jade Rasch, die gemeinsam mit Annelie Kannenberg-Bode und Constantin Krüger mit dem Prolog zu Beginn das Publikum trefflich amüsierte.

Claudia Klupsch, Volksstimme,
2. 10. 2017