Antigone und Ödipus

Trilogie der Verfluchten: König Ödipus. Sieben gegen Theben. Antigone von Sophokles und Aischylos |
Deutsch von Dietrich Ebener

»Was soll ich Arme noch zu den himmlischen Gewalten schauen?«
ANTIGONE

Die Götter lassen ab von den Menschen und schon verstricken diese sich blindgeworden in schwere Schuld. Es beginnt mit Ödipus, der unwissentlich den Vater erschlägt, die Mutter heiratet, die ihm vier Kinder gebiert. Der antike Krimi erreicht seinen Höhepunkt, als Ödipus auf der Suche nach dem  Vatermörder sich selbst als Schuldigen erkennen muss. Zum modernen Mensch geworden, ist Ödipus zur Selbsterkenntnis verdammt. Die Geschichte aber setzt ihren fatalen Verlauf fort: Ödipus’ Söhne streiten nun um die Regentschaft über Theben und töten sich dabei gegenseitig. Übriggeblieben kämpft nur noch seine Tochter Antigone um das göttliche Recht der Familie. Das Duell mit Thebens König, ihrem Onkel Kreon, muss sie verlieren. Ihre Unschuld ist durch die Schuld des Vaters verwirkt. Antigone zerbricht an Kreons Starrsinn, der sich über das göttliche Recht erhebt. Von da an stehen bis heute die Menschen gottlos – wie Kreon – vollkommen auf sich gestellt, alleine da. Sophokles’ Tragödien »König Ödipus« und »Antigone«, ergänzt um Aischylos’ »Sieben gegen Theben«, erzählen die Geschichte einer Familie, die zwischen Gott und Mensch geraten ist.

Vorstellungen
Samstag
9. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets
Samstag
16. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets
Freitag
19. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets

Premiere am Fr. 29. 9. 2017

Regie Cornelia Crombholz
Bühne Marcel Keller
Kostüme Marion Hauer
Musik David Schwarz
Sprechchor Alexander Weise
Dramaturgie David Schliesing

König Ödipus
Ödipus, König von Theben Cornelius Gebert
Ein Priester Christoph Förster
Kreon, Schwager des Ödipus Oliver Niemeier
Chorführer Marie Ulbricht
Chor des Ältestenrates der Stadt Theben Ensemble
Teiresias, der blinde thebanische Seher Burkhard Wolf
Iokaste, Schwester Kreons, Gattin des Ödipus Antonia Sophie Schirmeister
Ein Bote aus Korinth Carmen Steinert
Ein alter Hirte Léa Wegmann
Ein Diener Maike Schroeter

Sieben gegen Theben
Eteokles, König von Theben Christoph Förster
Ein Kundschafter als Bote Marian Kindermann
Ein zweiter Kundschafter als Bote Daniel Klausner
Chorführerin Maike Schroeter
Chor der thebanischen Mädchen Alle Damen des Ensembles
Antigone, Tochter des Ödipus Marie Ulbricht
Ismene, Schwester der Antigone Carmen Steinert
Ein Herold Lukas Paul Mundas

Antigone
Antigone, Tochter des Ödipus Marie Ulbricht
Ismene, Schwester der Antigone Carmen Steinert
Chorführer Antonia Sophie Schirmeister
Chor des Ältestenrates der Stadt Theben Ensemble
Kreon, Schwager des Ödipus, König von Theben Oliver Niemeier
Eurydike, seine Frau Antonia Sophie Schirmeister
Eurydike, seine Frau Léa Wegmann
Eurydike, seine Frau Maike Schroeter
Haimon, Sohn des Kreons, Verlobter der Antigone Marian Kindermann
Ein Wächter Lukas Paul Mundas
Teiresisas, der blinde thebanische Seher Burkhard Wolf
Ein Bote Daniel Klausner

Video

Pressestimmen

Die Darstellung altgriechischer Mythen auf der Bühne in unserer Zeit erfordert sehr viel Gespür für die Verständlichkeit der Botschaft, ohne in antike Klischees zu verfallen. Andererseits ist die fast unglaubliche Tiefe der Gedankenwelt der Philosophie dieser Zeit nicht zu zerstören. Diese schwierige Gratwanderung ist der Regisseurin hervorragend gelungen. [...] In »Antigone« werden die Bezüge zur Gegenwart in der Inszenierung am deutlichsten. [...] Die »Trilogie der Verfluchten« ist anspruchsvolles Theater, das Schauspieler und Zuschauer fordert. Wer diese Anstrengung nicht scheut, sollte die Vorstellung auf keinen Fall verpassen.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme,
2. 10. 2017

Immer stehen hier die Protagonisten einem Chor der Bürger gegenüber, und in dieser Aufführung ist der Chor auch tatsächlich weder eine Ansammlung disparater Individuen noch eine faschistoide Masse, sondern tatsächlich Chor, und was für einer! Menschen, die deshalb mit einer Stimme sprechen, weil sie ein gemeinsames Anliegen haben. (Chorarbeit: Alexander Weise). Sie schreien nicht, sie argumentieren, und sie sprechen exzellent. Man versteht jedes einzelne Wort – und auch den Sinn. Wie der Chor in Antigone das berühmte "Ungeheuer ist viel doch nichts ungeheurer als der Mensch" spricht, ist allein schon einen Besuch der Aufführung wert.  [...] wäre da nicht Antonia Schirmeister als Iokaste. Als sie erkennen muss, dass sie tatsächlich ihren eigenen Sohn geheiratet hat, den Mörder ihres Mannes, verzerrt sich ihr Gesicht zur Maske, der Mund ein gähnender Torbogen des Grauens, die Augen aufgerissen im Entsetzen, ihr Gesicht hat die starre, archaische Kraft, die die Masken bei den antiken Aufführungen gehabt haben müssen, und für einen Moment packt einen Furcht und Mitgefühl mit dem Entsetzlichen, das dieser Frau widerfahren ist. Antonia Schirmeister spielt auch als Chorführerin stilisierter als die anderen, ihre Darstellung geht mal in Richtung Stummfilm, mal in Richtung Clown [...]. Sehr schön, hell und gläsern Carmen Steinert als Ismene.

Gabi Hift, nachtkrtitik.de,
30. 9. 2017