#3 S.C.U.M. Manifest der »Gesellschaft zur Abschaffung der Männer«

Eine Positionsbestimmung, ein stichpunktartiges Nachdenken – das sind Manifeste. Ob politisch, gesellschaftlich oder in der Kunst verankert: Sie sind Appelle, Aufruf, ästhetisches Programm. Manifeste wollen aufbrechen, wo das Denken sich verfestigt hat, sie treiben Keile in Gewohnheiten. In den diesjährigen Exkursionen widmen wir uns den »Manifesten der Moderne«, gehen ihren Ideen auf den Grund, betrachten ihre Wirkungen und holen sie in den Diskurs der Gegenwart.

Juni 1968: Valerie Solanas borgt sich Geld, kauft eine Pistole, geht in die »Factory« und feuert auf Andy Warhol. Vor Gericht erklärt sie später: »Es geschieht nicht oft, dass ich jemanden erschieße. Lest mein Manifest, das erklärt euch, wer ich bin.« Solanas war Gründerin und einziges Mitglied der »Society for Cutting Up Men«. In ihrem 50-seitigen Manifest schreibt sie den Männern die Schuld an jedem Übel der modernen Welt zu und fordert, das männliche Geschlecht zu vernichten. Der Ton dieser Hasstirade von 1971 ist kühl, logisch und vor allem sehr komisch. Eine brillante Satire und ein provokantes Gedankenspiel: Männer – brauchen wir sie noch?

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.