Xerxes

Serse
Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel | Libretto nach Niccolò Minato und Silvio Stampiglia | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln 

»Wo er von Phrygien aus Lydien betrat, teilt sich der Weg;
einer führt links nach Karien, der andere rechts nach Sardes.
Diesen Weg nahm Xerxes und fand dort eine Platane, die er
wegen ihrer Schönheit mit goldenem Schmuck behängte.«

HERODOT, HISTORIEN VII

Liebeshändel stehen gegen Familienbande: Der persische König Xerxes verliebt sich in Romilda, doch die liebt seinen Bruder Arsamene, den Xerxes deshalb zunächst in die Verbannung schickt. Romildas Schwester Atalanta, die ebenfalls ein Auge auf Arsamene geworfen hat, intrigiert gegen sie. Auch die fremde Prinzessin Amastre mischt sich ein und schwört Rache, denn eigentlich ist sie mit Xerxes verlobt. Als Xerxes seinem Heerführer Ariodate, dem Vater von Romilda und Atalanta, zusichert, Romilda werde einen Bräutigam von königlichem Blut erhalten, scheint sich die Situation zu entspannen. Doch die Dinge entwickeln sich nicht in Xerxes’ Sinne ...

Händel zeigt den von der alt-griechischen Geschichtsschreibung als grausam und jähzornig gebrandmarkten Perser-König in seiner Oper von 1738 eher von einer fiktiv-privaten Seite: Historische Ereignisse rücken in den Hintergrund. Dabei changiert die Handlung schon zu Beginn der Oper zwischen Ernst und Komik, wenn Xerxes in der berühmten Arie »Ombra mai fu« seine Liebe zu einer schattenspendenden Platane besingt. 

 

 

 

In Kooperation mit den Händel-Festspielen Halle.

 

 

Vorstellungen
Freitag
29. 3. 2019
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
28. 4. 2019
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
12. 5. 2019
16.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
9. 6. 2019
16.00 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Sa. 9. 3. 2019

Musikalische Leitung Nicholas Kok
Regie Tobias Heyder 
Bühne Pascal Seibicke
Kostüme Janine Werthmann
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Xerxes Emilie Renard
Arsamene Leandro Marziotte
Amastre Lucia Cervoni
Ariodate Johannes Stermann
Romilda Mariana Beridze
Atalanta Hyejin Lee
Elviro Johannes Wollrab

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Aufführungsdauer: 2:40 h (inkl. Pause)

Video

Pressestimmen

Gelungene Umsetzung von Händels Oper

Regisseur Tobias Heyder lässt die wundersame Spieluhr der Beziehungen und Nicht-Beziehungen in der Endlosschleife kreisen. [...] Möglicherweise soll die Zeitreise heißen, dass es am Hofe des achämenidischen Großkönigs und ägyptischen Pharaos, auch nicht anders zuging als in der Lindenstraße. Man unterhielt sich sein Herrscherleben lang weniger mit historischen Großtaten als mit Familienkram. [...] Mit der jungen Mezzosopranistin Emilie Renard in der Titelrolle war Händels Kastratenpartie glänzend besetzt. Eine tolle Sängerin von der man im Barockfach sicher noch einige Heldentaten erwarten kann

Irene Constantin, Volksstimme, 11. 3. 2019

Wundervolle Arien und Koloraturtriller

Ganz große Sprünge will und muss Tobias Heyder bei seiner listigen Inszenierung nicht machen. Moderat modern sind auch die Bühne von Pascal Seibicke und Janine Wertmanns Kostüme. Dieser Händel ist in seiner barocken Opulenz gut für politische Bezüge, die der von Hofes Gunst lebende Meister seinerzeit wohl nicht deutlicher ausarbeiten wollte - was nachvollziehbar ist. Die Kunst geht nach Brot, schrieb Lessing. Aber im Gewand des Heiteren lässt sich manche Wahrheit unter das Volk tragen - und den Mächtigen aufs Brot schmieren.

Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung,
11. 3. 2019