Vanessa

Oper in drei Akten von Samuel Barber | Libretto von Gian Carlo Menotti
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln 

»Schneit es noch immer?«
VANESSA

Hoch oben im kalten Norden wartet Vanessa seit mehr als 20 Jahren zurückgezogen auf die Rückkehr ihres Geliebten Anatol. Alle Spiegel und Gemälde sind verhüllt: Für Vanessa, ihre Mutter – die Baronesse – und ihre Nichte Erika erscheint die Zeit wie eingefroren. Da kündigt sich endlich die Ankunft des lang Erwarteten an. Doch Vanessa muss erkennen, dass es sich um Anatols Sohn gleichen Namens handelt. Sie und Erika verstricken sich in Gefühlen für den jungen Mann. Nachdem die von Anatol schwangere Erika ihr Kind verloren hat, zieht sie sich zurück: Sie bittet ihn, Vanessa glücklich zu machen. Als ihre Tante und Anatol abgereist sind, lässt Erika Spiegel und Gemälde wieder verhüllen.

Die Oper der beiden Freunde Barber und Menotti kreist laut Menotti um ein zentrales menschliches Dilemma: »Soll man für seine Träume kämpfen – bis zu dem Punkt, wo man sich vor der Realität zurückzieht? Oder soll man sich mit dem arrangieren, was das Leben zu bieten hat, indem man sich – um des bloßen Lebens willen – sogar selbst belügt?« 

 

 

Vorstellungen
Sonntag
31. 3. 2019
16.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Mittwoch
8. 5. 2019
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Sa. 19. 1. 2019

Musikalische Leitung Svetoslav Borisov
Regie Karen Stone
Bühne / Kostüme Ulrich Schulz
Choreografie David Williams
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg 

Vanessa Noa Danon
Erika Emilie Renard
Die alte Baronin Ks. Undine Dreißig
Anatol Richard Furman
Der alte Doktor Roland Fenes
Nicholas, Haushofmeister Paul Sketris
Ein Diener Frank Heinrich

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Aufführungsdauer: 2:25 h (inkl. Pause)

Video

Pressestimmen

Diesseitige Story im Glanz großer Stimmen

Stone erweist sich als geschickte, psychologisch detailgenau ausdeutende Personenführerin. Das Sängerensemble folgt ihr auch darstellerisch überzeugend. Noa Danon gibt der Vanessa die elegante zugleich hysterische Statur mit glühendem Sopran. Emile Renard verkörpert die Nichte Erika mit lyrischer, doch dramatisch steigerungsfähiger Stimme. [...] Der von Svetoslav Borisov geleiteten Magdeburgischen Philharmonie gelingt es, im farbenreichen Orchesterpart Tragfähige Ballance mit den Sängern zu erreichen. Die treten zum Schluss zur Ensembleszene zusammen, die kenen Vergleich zu Mozart oder Verdi scheuen muss: [...] Was Liebeswahn und Täuschung ist, lässt sich in Magdeburg facettenreich erfahren.

Isabell Herzfeld, FAZ, 25. 1. 2019

Aufrauschender Orchesterklang mit riesigen Emotionen

Samuel Barber ist einer der bedeutendsten US-amerikanischen Komponisten. Er klingt wie ein behutsam modernisierter Puccini. Es ist ein bisschen das Gegenstück zu einem Hollywood-Melodram aus der Zeit der 50er. Man kann sich in diese Musik richtig hereinfallen lassen. So ist es musikalisch auch ein großartiger Abend. Svetoslav Borisov dirigiert und holt alles aus dieser Partitur heraus. Er hat aber nicht nur Gespür für das Große, sondern auch für die Passagen bei denen es in einem Erzählstil hereingeht. Auch die Sänger überzeugen allesamt. Noa Danon als Vanessa gibt diese geheimnisvolle Frau wirklich großartig und auch Emilie Renard, wie sie diese Sehnsüchte darstellt überzeugt.

Uwe Friedrich, MDR, 20. 1. 2019

Eine selten gespielte Opernkostbarkeit

Regisseurin Karen Stone verarbeitet den Stil der Musik perfekt in ihrer Personenführung. Sie lässt uns die Stimmung der Protagonisten, die in der Musik zu hören ist, sehen und nachfühlen, weil ihre Personen normale Menschen bleiben. [...] Ulrich Schulz schafft dazu mit seinen Bühnenbildern und Kostümen ein wunderschönes, die Kälte des Winters in der Welt und den Seelen der Figuren, unterstützendes Ambiente. [...] Einfühlsam und nuanciert untermalt, nein, begleitet die Magdeburgische Philharmonie unter der Leitung von Svetoslav Borisov das Geschehen auf der Bühne. [...] Dieser Abend entließ mit dem Gefühl, wie schön unbekannte Opern sein können.

Birgit Kleinfeld, Das Opernmagazin, 20. 1. 2019