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GRETE MINDE

EUGEN ENGEL


Oper in drei Akten
Libretto von Hans Bodenstedt nach Theodor Fontanes
gleichnamiger Novelle
Uraufführung

Premiere

So.
13. 2.
2022

Opernhaus Bühne

Theodor Fontanes Novelle »Grete Minde« erzählt die Vorgeschichte des Tangermünder Stadtbrandes von 1617. Im Zentrum steht die junge Außenseiterin Grete Minde, die sich – von ihrem Halbbruder und vom Rat der Stadt um ihr rechtmäßiges Erbe gebracht – an ihrer Heimatstadt rächt: Sie legt einen verheerenden Brand und stirbt gemeinsam mit ihrem kleinen Kind vor aller Augen im brennenden Kirchturm. Fontanes vorurteilsfreie Behandlung seiner Figuren war möglicherweise der Anknüpfungspunkt für den deutsch-jüdischen Komponisten Eugen Engel, sich um 1930 in seiner einzigen Oper einem Stoff des Schriftstellers zu widmen. Obwohl er seinen Lebensunterhalt als Kaufmann verdiente, galt Engels persönliche Leidenschaft der Musik. »Grete Minde« stellt unzweifelhaft den Höhepunkt seines OEuvres dar, konnte aber in Zeiten des erstarkenden Nationalsozialismus nicht mehr uraufgeführt werden. Die handschriftliche Partitur rettete Engels Tochter 1941 in die Emigration in die USA. Der Komponist selbst wurde 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet, keines seiner acht Geschwister überlebte die Shoah. Als GMD Anna Skryleva 2019 auf Komponisten und Werk aufmerksam wurde, war sie sofort begeistert. Komponiert auf ein Libretto des Magdeburger Autors und  Rundfunkpioniers Hans Bodenstedt weist »Grete Minde« alles auf, was eine Oper in der musikalischen Nachfolge von Wagner und Humperdinck braucht: expressive Arien, große Chorszenen und eine konsequente Dramaturgie. »Ein Volltreffer!«, meint Skryleva in Vorfreude auf die Magdeburger Uraufführung dieser außergewöhnlichen Entdeckung.


Zu dieser Inszenierung bieten wir theaterpädagogisches Begleitmaterial an. Anfragen richten Sie bitte an theaterpaedagogik[at]theater-magdeburg.de

Musikalische Leitung GMD Anna Skryleva
Regie Olivia Fuchs
Bühne, Kostüme Nicola Turner
Dramaturgie Ulrike Schröder
Choreinstudierung Martin Wagner