Jul 21
So. 4. 7.
16.00 Uhr

DER ZIGEUNERBARON

JOHANN STRAUSS 


Operette in drei Akten
Text von Ignatz Schnitzer nach der Novelle »Saffi« von Mór Jókai
Dialog-Fassung von Tobias Heyder
Reduzierte Orchester-Fassung von Pawel Poplawski

So. 20. 6. 2021     18.00 Uhr — 20.45 Uhr     Opernhaus Bühne
So.   4. 7. 2021     16.00 Uhr — 18.45 Uhr     Opernhaus Bühne
 

Kann man Strauß’ opernhafteste Operette, »Der Zigeunerbaron«, mit all seinen Klischees und Rassismen, seinen »Zigeunern« und seiner Kriegsbegeisterung heute noch auf die Bühne bringen? Das Theater Magdeburg wagt es und vertraut auf Regisseur Tobias Heyder (»Die Gärtnerin aus Liebe«, »Xerxes«). Der verlegt die Vorgänge um einen in seine ungarische Heimat zurückkehrenden Exilanten, einen legasthenischen Schweinezüchter, einen geheimen Schatz und eine große Liebe in ein Revuetheater, den »Club der Affen«. Eine Theatertruppe arbeitet sich dort lustvoll und scharfzüngig an diesem Werk der »Goldenen Operettenära« ab.

Sándor Barinkay, dessen Vater einst der Kollaboration mit der türkischen Besatzungsmacht verdächtig war und mit seiner Vertreibung allen Besitz verlor, kehrt zurück in seine ungarische Heimat. Nun geht es gegen einen neuen Feind und Barinkay erhält im Rahmen einer Amnestie die Ländereien seiner Familie zurück. Er muss jedoch feststellen, dass sich Nachbar Zsupán, ein Schweinezüchter, inzwischen großer Teile des Besitzes bemächtigt hat. Eine Ehe mit dessen Tochter Arsena würde den Konflikt lösen, aber Barinkay verliebt sich Hals über Kopf in die Zigeunerin Saffi. Mit ihrer Hilfe findet Barinkay einen alten Schatz, den sein Vater einst versteckte. Doch Saffi entpuppt sich als die verlorene Tochter des einstigen türkischen Statthalters der Region, eines Paschas. Barinkay, der sich als Bürgerlicher ihrer nicht würdig erachtet, lässt sich daraufhin als Soldat anwerben und zieht in den Krieg. Erst als er siegreich heimkehrt und für seinen mutigen Einsatz zum Baron erhoben wird, kann er Saffi standesgemäß entgegentreten.


Diese Inszenierung entsteht unter Berücksichtigung der coronabedingten Auflagen.

Musikalische Leitung Pawel Poplawski
Regie Tobias Heyder
Bühne Pascal Seibicke
Kostüme Janine Werthmann
Choreografie Kerstin Ried
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg
Choreinstudierung Philipp Schweizer/Martin Wagner

Conférencière, auch: Conte Carnero Susi Wirth
Sándor Barinkay Anders Kampmann
Saffi Noa Danon
Kálmán Zsupán Stephanos Tsirakoglou
Arsena Hyejin Lee
Mirabella Emilie Renard/Karina Repova
Ottokar Benjamin Lee
Czipra Katharina von Bülow
Graf Peter Homonay Marko Pantelić/Johannes Wollrab

Tänzer*innen Jacqueline Krell, Reneta Mihaylova-Borisova, Lisa Radl, Emmy Louise Thomsen, Yael Shervashidze, Andrea Spartà, Christian Vitiello, Lars Wandres

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

TRAILER

Pressestimme

 

Schöner Orchesterklang und toller Hauptdarsteller

Die Ouvertüre erklingt in einer von Dirigent Pawel Poplawski eingerichteten kleinen Orchesterfassung. Das macht den Klang durchsichtig, modelliert die Farben besonders deutlich. Schöne Soli der Holzbläser kontrastieren zu knackigen Orchestereinwürfen. […]  Dass Noa Danon ganz in Weiß mit Prinzessinenkrönchen umwerfend aussieht, versteht sich von selbst. […] Anders Kampmann sang einen wohllautenden, sehr jugendlichen Barinkay, der aber auch kräftig aufdrehen konnte. […] Beeindruckend straff und generalsmäßig stimmstark, fast gespenstisch Johannes Wollrab als kanonenreitender Militarist Homonay.

Irene Constantin Volksstimme

26. 10. 2020

 

 


Noa Danon ist der Star des Abends

Die wichtigste Erfindung der Regie ist aber die kleine Rolle des »Conte Carnero«, der schon im Original satirisch überzeichnet ist, zur »Conférencière« auszubauen. Susi Wirth spielt den schön androgyn […]. […] Star des Abends war eindeutig der dunkle Sopran von Noa Danon als »Saffi«, der es gelungen ist, ihrer Rolle ein opernhaftes Pathos zu verleihen, das dem Werk gut bekommen ist. […] Hier muss man wirklich schwärmen, was für ein Mut und eine musikalische Leistung, in Magdeburg einen unverstümmelten, musikalisch fast vollständigen Zigeunerbaron zu zeigen und so dem Komponisten wirklich gerecht zu werden.

Mathias Käther MDR Kultur

25. 10. 2020

 

 


Glänzende Show

Die Dialogfassung hat der Regisseur gleich selbst beigesteuert. Da wird sogar der heute ausrangierte Begriff »Zigeuner« hinterfragt. In ihrer markant und effektvoll gesprochenen Rolle als Conférencier […] macht Susi Wirth das geschickt platziert und mit Witz. […] Dass die Magdeburger Haus Primadonna Noa Danon aus dem Auftritt von Saffi mit ihrem Charisma eine Show macht, war klar. Dazu trägt vor allem das von Kerstin Ried choreografierte fabelhaft auf der Treppe und über Tisch und Stühle tanzende Ballett bei. Heyder ist der Balanceakt gelungen […].

Joachim Lange Neue Musikzeitung

2. 11. 2020