Nov 19
So. 17. 11.
18.00 Uhr
TicketsTickets

Kátja Kabanová

Leoš Janáček


Oper in drei Akten
Libretto von Leoš Janáček
Nach dem Schauspiel »Das Gewitter« von  Alexander Ostrowski
in der Übersetzung von Vincenc Červinka
In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Koproduktion mit der Scottish Opera

Premiere

Sa.
7. 9.
2019

Opernhaus Bühne

Kátja Kabanová lebt mit ihrem Mann Tichon und ihrer Schwiegermutter Kabanicha, einer reichen Kaufmannswitwe, zusammen. Der trunksüchtige Tichon steht stark unter dem Einfluss seiner Mutter, die ihre Schwiegertochter tyrannisiert. Derweil hegt Kátja heimlich Gefühle für Boris, den Neffen des Kaufmanns Dikoj. Als Tichon eine Geschäftsreise antritt, kann sie ihrer Sehnsucht nicht mehr widerstehen und trifft sich mehrfach mit Boris, der ihre Liebe erwidert. Doch Tichon kehrt verfrüht zurück. Ein Gewitter führt schließlich alle Beteiligten in einem verlassenen Gebäude zusammen, wo die verzweifelte Kátja vor Ehemann und Schwiegermutter ihren Fehltritt beichtet. Wenige Tage später wird Boris von seinem Onkel in eine ferne Handelsniederlassung verbannt. Nach seinem Abschied stürzt sich Kátja in den Fluss.

Der Durchbruch als Komponist kam für den Tschechen Leoš Janáček erst im Alter von 61 Jahren mit der Prager Erstaufführung seiner Oper »Jenůfa« im Jahr 1916. Trotz seiner engen Bindung an die tschechische Sprache, deren Melodie und Rhythmik er in Musik überführte, gelang ihm schließlich auch der internationale Erfolg als Opernkomponist. Das Drama um Kátja Kabanová, die als empfindsame Frau an der Bigotterie einer sie umgebenden Kleinstadt-Gesellschaft zerbricht, gestaltete Janáček, den man auch als Vertreter eines »mährischen Verismo« bezeichnet hat, mit einer unvergleichlichen Mischung aus Realismus und Lyrismus.

Musikalische Leitung GMD Anna Skryleva / Svetoslav Borisov (13. 10./17. 11. 2019)
Regie Stephen Lawless
Bühne/Kostüme Leslie Travers
Szenische Mitarbeit  Lynne Hockney
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg
Choreinstudierung Martin Wagner

Dikoj Paul Sketris/Johannes Stermann
Boris Richard Furman
Kabanicha Ks. Undine Dreißig
Tichon Joska Lehtinen
Kátja Noa Danon
Kudrjaš Peter Diebschlag
Varvara Emilie Renard
Kuligin Johannes Wollrab
Glaša Uta Zierenberg
Fekluša/Frau aus dem Volk Ilka Hesse
Mann aus dem Volk Yong Hoon Cho

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

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Pressestimmen


Vier starke Frauen

Mit ihrer ersten Opernproduktion feiert die neue Generalmusikdirektorin Anna Skryleva gleich einen Heimspiel-Sieg. Die erste Applaus-Attacke für Anna Skryleva startet aus dem Rang, noch bevor der Zuschauerraum dunkel wird. Die neue Magdeburger Generalmusikdirektorin winkt lächelnd ins Publikum und wartet einen Moment. Anna Skryleva ist gut vertraut mit slawischen Sprachen. Im Ensemble gibt es für die drei wichtigen Frauenpartien der Musiktragödie nach Ostrowskis Schauspiel „Das Gewitter“ ideale Besetzungen. Man hörte bei der Premiere also nicht nur die Investition einer sorgfältigen Einstudierung, sondern auch die hohe Rendite auf das seit Jahren im Orchestergraben gut angelegte musikalische Kapital. Doch dann überholt Anna Skryleva in den sehnsüchtig verzögernden Volksliedstrophen nach der Liebesnacht Varvaras mit Kudrjaš und Katjas mit Boris sich selbst. Noa Danon ist eine faszinierende Kátja Kabanová. Wenn diese Neuproduktion bis zum Schluss ihre Sogkraft bewahrt, verdankt sie das vor allem den drei, jede in ihrer Art starken Frauen auf der Bühne und der mehr Opulenz als Schärfen zeigenden Dirigentin.

Roland Dippel concerti
9. 9. 2019


Operndebüt mit Seelenmusik

Zu erleben: das Operndebüt Anna Skrylevas als Generalmusikdirektorin am hiesigen Theater. Das Werk: Leoš Janačeks Oper »Katja Kabanova«. Als Titelfigur: Noa Danon in einer Rolle, die ihr scheinbar auf den Leib und in die Stimmbänder geschrieben und komponiert wurde.Anna Skryleva hat all die Feinheiten, Zärtlichkeiten, Liebenswürdigkeiten, die Janaček für Katja komponierte, in weich schwingenden Linien zutage gebracht. Sie dirigiert eine Seelenmusik; der Sentimentalitätsfalle ist sie dabei entgangen. Noa Danon singt anfangs unschuldsweiß, lässt, ihre Mädchenzeit herzzerreißend lyrisch aufleben – Höhepunkt des Abends – versinkt schließlich in Schuldgefühl und Verzweiflung. Danons Gesang bleibt auch darin bei großer Intensität immer menschlich-wahrhaftig. Eine bejubelte Leistung. Glaubwürdige Personenführung, perfekter Umgang mit der Bühne, nichts Gewolltes. Das muss man können.

Irene Constantin Volksstimme
9. 9. 2019