Die wahre Geschichte von King Kong

The True Story of King Kong | Eine Kammeroper mit Puppen von
Jeffrey Ching | Libretto von Roscha A. Säidow | Kompositionsauftrag des Theaters Magdeburg | In Kooperation mit dem Puppentheater Magdeburg | In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Uraufführung

»Kommt sofort nach Skull Island. Stop. Unglaublichen Schatz gefunden. Stop. Ruhm für mich. Stop. Vergesst die Bomben nicht.«
DENHAM

Fasziniert von der Musik des auf den Philippinen geborenen, chinesisch-britischen Komponisten Jeffrey Ching und der Kraft des Puppentheaters der Librettistin und Regisseurin Roscha A. Säidow hat das Theater Magdeburg erneut einen Kompositionsauftrag für eine Kammeroper vergeben. Die beiden Theaterkünstler haben sich mit »King Kong« einer der ikonografischen Mythen des 20. Jahrhunderts angenommen.

Vor einem mystischen Gericht zieht ein gottgleicher Richter die Protagonisten der bekannten Geschichte zur Rechenschaft, um die wahren Todesumstände des Dschungelkönigs Kong zu ergründen. In Rückblenden werden die verschiedenen Sichtweisen auf das Geschehen einander gegenübergestellt. Dabei begegnen Librettistin und Komponist den in dem Stoff verhandelten Themen wie Macht, Missbrauch, Hegemonieanspruch des Westens und nicht zuletzt Liebe auf groteske, schlaglichtartige Weise und verschränken die Welten von Oper und Puppentheater unauflöslich ineinander.

 

 

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Premiere
Sa. 16. 3. 2019

Musikalische Leitung Kiril Stankow
Regie Roscha A. Säidow
Bühne Julia Plickat
Kostüme Kerstin Schmidt
Puppenbau Magdalena Roth
Video Roman Hagenbrock
Dramaturgie Ulrike Schröder, Anna-Maria Polke

SängerInnen
Ann / Sopran 1 Lauren Urquhart
Miranda / Alt 1 Andión Fernández
Denham / Tenor 1 Bradley Smith
Kong / Bass 1 James Bobby
Junge in New York / Sopran 2 Polly Ott
Richter / Alt 2 Caitlin Redding
Kellner / Tenor 2 Kim Schrader
Polizeichef / Bass 2 Nicholas Morris

PuppenspielerInnen
Ann Leonie Euler
Denham Anna Wiesemeier
Miranda / Polizist Freda Winter
Kong / Schöffe Richard Barborka
Kellner / Polizeichef Leonhard Schubert
Junge / Schöffe / Polizist Claudia Luise Bose

Live-Video Anna Motzel

Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

Das Erlebnis eines Theaterübergreifenden Projektes

Die Kammeroper, erschaffen vom renommierten Komponisten Jeffrey Ching und inszeniert von Regisseurin Roscha A. Säidow, setzt eine spannende Sicht auf King Kong frei, auf einige der in 75-jähriger Geschichte der Figur abgelesene politische Interpretationen. Sie bietet moderne Opernmusik mit hervorragenden Sängern und Musikern. [...] Es steckt so viel im King-Kong-Stoff , das ganze Themenabende gefüllt werden können: Zerstörung der Lebensräume von Naturvölkern, vom Westen angezettelte Kriege und die nie zu besiegende Rassendiskriminierung. Kein Platz für King Kong in der neuen Welt. Ablehnung des Andersartigen. Tipp: auf dieses Werk einlassen!

Claudia Klupsch, Volksstimme, 18. 3. 2019

Blendend, Bestechend, Betörend

Beeindruckend die Gliederung der Bühne in drei visuelle Ebenen: eine Hauptspielfläche, eine Projektionsleinwand und eine große Spielfläche dahinter, auf der Menschen agieren und für Zuschauer die Mittel zum Verfließen bringen. Filmillusionen entstehen durch die Interaktion der Darsteller mit Puppen. Auch der Gorilla ist eine nur fingerhohe Stabfigur – oder sein Riesenkopf steckt auf einem Balken in Portalhöhe. Die Antithetik des Hellen und Dunklen, die in jedem Menschenwesen steckt, geht als Prolog dem Geschehen voraus. An diesem Abend bestätigt sich Jeffrey Chings Talent, sein vermutliches Anliegen mit viel technischem simultanem Zierrat zu überwölben.

Roland Dippel, Die Deutsche Bühne, 16. 3. 2019

Besseres kann Musiktheater kaum leisten

Jeffrey Chings Musik greift die Vielschichtigkeit des Stoffes auf, mit Jazz- und Unterhaltungsmusik-Anklängen aus den 1930er-Jahren, mit atonalen oder freitonalen Abschnitten, oder Bezügen auf die barocke, oratorische Polyphonie. [...] Musikalisch empfahl sich die Magdeburger Philharmonie unter Kiril Stankow mit beeindruckender Präzision und Stil-Flexibilität. Auch sängerisch war das Niveau hochklassig. Die wahre Geschichte von King Kong, die eine Wahrheit gibt es nicht, auch das zeigt diese Produktion. Sie bietet so reichlich Assoziationsstoff, sich unterhaltsam mit der Faszination King Kong auseinander zu setzen.

Elisabeth Richter, Deutschlandfunk, 18. 3. 2019