Salome

Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss nach dem gleichnamigen Drama von Oscar Wilde in deutscher Übersetzung von Hedwig Lachmann
Mit Übertiteln

»Ich will deinen Mund küssen, Jochanaan. Ich will deinen Mund küssen. Lass mich deinen Mund küssen, Jochanaan.«
SALOME

König Herodes hat den Propheten Jochanaan gefangen gesetzt, der das Interesse von Herodes’ Stieftochter Salome erregt. Als es ihr gelingt, ihm direkt gegenüberzutreten, heizt sein weltverachtendes Selbstbewusstsein ihr Begehren nur noch weiter an. Doch Jochanaan verweigert sich ihr und Salome lässt sich von Herodes zu einem erotischen Tanz verführen. Zum Dank fordert sie, angestachelt von ihrer eifersüchtigen Mutter Herodias, den Kopf des Propheten. Nun kann sie ihn ungehindert küssen …

Die Bibel berichtet von der Hinrichtung Johannes’ des Täufers durch König Herodes um das Jahr 30. Basierend auf dieser Geschichte schrieb der irische Dichter Oscar Wilde 1893 den Einakter »Salomé«, der wegen seiner extremen Darstellung weiblicher Leidenschaft für Skandal sorgte. Richard Strauss
übernahm als Libretto ohne wesentliche Änderungen die Übersetzung Hedwig Lachmanns, die die tief erfasste Psychologie der Gestalten mit bewundernswerter Einfühlsamkeit aus dem französischen Original übertrug. Mit seiner musikdramatischen Gestaltung setzte der Komponist Standards in Sachen Intensität, Expressivität und Grenzüberschreitung, die danach selten wieder erreicht wurden.

Vorstellungen
Freitag
14. 9. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Freitag
12. 10. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Mittwoch
31. 10. 2018
16.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
25. 11. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Freitag
7. 12. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Sa. 5. 5. 2018

Wiederaufnahme
Fr. 14. 9. 2018

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii
Regie / Bühne Ulrich Schulz
Kostüme Esther Bialas
Choreografie Andrea Heil
Dramaturgie Ulrike Schröder

Herodes Manfred Wulfert
Herodias Ks. Undine Dreißig
Salome Susanne Serfling
Jochanaan Sangmin Lee
Narraboth Jonathan Winell
Ein Page der Herodias Isabel Stüber Malagamba
Fünf Juden Peter Diebschlag, Alejandro Muñoz Castillo, Yong Hoon Cho, Chan Young Lee, Frank Heinrich    
Zwei Nazarener Johannes Stermann, Benjamin Lee
Zwei Soldaten Paul Sketris, Bartek Bukowski
Ein Cappadocier Thomas Matz
Ein Sklave Irene Cabezuelo

Magdeburgische Philharmonie


Aufführungsdauer: 1:40 h (ohne Pause)

Video

Pressestimmen

Die Oper „Salome“ steht und fällt mit der Besetzung der Titelpartie. Die Magdeburger Salome-Sängerin ist ein Glücksfall, denn die deutsch-ungarische Sopranistin Susanne Serfling sieht aus wie ein junges Mädchen, hat den nötigen Sexappeal, sie spielt kompromisslos intensiv und sie hat stimmlich das Zeug zu einer Hochdramatischen. Das kommt nicht oft zusammen. In Magdeburg aber eben schon. Ich habe lange keine so überzeugende Salome-Interpretin erlebt, auch an bedeutenderen Opernhäusern nicht. Aber auch der Jochanaan von Sangmin Lee ist eine Sensation an Stimmgewalt. Er schleudert geradezu urmännlich prophetische Balsamtöne über die Rampe. Auch bei seinem Auftreten bekommt man Gänsehaut.

Dieter David Scholz, MDR Kultur, 6. 5. 2018

 

Am Theater Magdeburg hatte die Richard-Strauss-Oper Salome Premiere. Das Publikum war begeistert. [...] Magdeburg hat mit dem Gast Susanne Serfling einen guten Griff getan. Ihre Stimme hat Flexibilität und Kraft, genau die richtige Mischung aus unverbrauchter, klarer Tongebung und durchschlagender Ausdauer. Großartig ihre grandiose Schlussszene, vom Flüstern zum rauschhaften Glanz sich steigernd. [...] Anfangs gibt Serfling den Teenager, der sich auf der Party langweilt und den eigentümlichen Propheten einfach spannender findet. Sehr allmählich und schleichend zeigt ihr Spiel in Schulz‘ Regie ihre Radikalisierung. Jochanaan fasziniert sie in seiner fundamentalistischen Unbeirrbarkeit, die sich in ihrem Kopf in eine krude Erotik umdeutet.Salomes Gesang gerät ins Bezirzen, Verhöhnen, ins Locken und Schwärmen. Sie öffnet sich, will beachtet, endlich einmal von jemandem „gesehen“ werden. Jochanaan, einfach überwältigend stimmgewaltig Sangmin Lee, indes trötet unbeirrt im Dur-und-Blech-Panzer. Er ist das Andere in Richard Strauss‘ flirrend lebendiger orientalischer Klangwelt.

Irene Constantin, Volksstimme, 7. 5. 2018

Dieses lockende und publicityträchtige Gemisch aus Skandal und Sensationserfolg gewinnt Siedehitze durch Ulrich Schulz, GMD Kimbo Ishii und die stimmlich wie szenisch erregende Susanne Serfling als Salome. [...] Auf offener Szene attackiert Jochanaan nicht nur Salome, sondern auch die männergierige Herodias. Sangmin Lee zeigt dafür eine imponierende stimmliche Gewaltbereitschaft, ebenbürtig den Posaunen von Jericho. [...] Jonathan Winell, der auch stimmlich wachsweiche Hauptmann Narraboth mit strohblondem Scheitel, agiert so klebrig und neutral, dass sein blutiger Selbstmord als echte Überraschung zündet. [...] Zum Sympathieträger taugt allenfalls der Page. Stine Marie Fischer spielt eine kleine schwule Coming-of-age-Episode. Dieses kurze Hohelied der Liebe lagert als Idylle vor der Apokalypse. [...] Genial: Susanne Serfling setzt gläserne Spitzentöne, lallt und gluckst ihre Texte, schaltet mit Biss blitzschnell um auf bravourös attackierende Ausbrüche. Ihre Salome ist eine totsichere Strategin, die alle Probleme mit Sexappeal enthebelt und nichts verloren hat außer sich selbst. [...] Die Magdeburgische Philharmonie will lieber schürfende Reibungsattacken als süffige Kulinarik und zeigt das in Hochform. Beim Schlussgesang setzt sie noch eines drauf und steigert das lange Solo Salomes zum Minidrama, dem die Regie keine Intimität gönnt und mit Videoprojektion zum medialen Spektakel weitet. [...] Wenn die Juden mit Steinen auf Salome zielen, blendet eine Neonleiste gnädig auf. Heilsbotschaften und Rettungsversuche haben sich erledigt. Langer Applaus.

Roland Dippel, concerti online,
7. 5. 2018