Die Csárdásfürstin

Emmerich Kálmán | Operette in drei Akten | Libretto von Leo Stein und Bela Jenbach | Koproduktion mit dem Theater Augsburg

»Weißt du es noch? Denkst du auch manchmal der Stunden?
Süß war der Rausch, der uns im Taumel umgab.«

Sylva Varescu

Edwin ist unsterblich in die berühmte und allseits vergötterte Varietésängerin Sylva Varescu verliebt und möchte sie heiraten. Wäre da nur nicht der Standesdünkel seiner Eltern: Das Fürstenpaar von und zu Lippert-Weylersheim besteht darauf, dass Edwin seine Cousine, die Komtesse Stasi, ehelicht. Doch auch die selbstbewusste Sylva sieht sich nicht als Heiratsspielball von Adels Gnaden. So braucht es etliche Intrigen und Verstellungen, bis am Ende doch die richtigen Paare zueinanderfinden. Über all die vorgeschützte gute Laune legt sich die Entstehungszeit von Kálmáns erfolgreichster Operette, die 1915 in Wien uraufgeführt wurde, wie ein dunkler Schatten. Mit dem Ersten Weltkrieg taumelte die Donaumonarchie samt ihrem Gesellschaftssystem auf den Abgrund zu. »Die Csárdásfürstin« mit ihren mitreißenden Melodien wird so zu einem letzten Tanz auf dem Vulkan und zu einem Abgesang auf eine ganze Epoche voll melancholischer Schönheit.

Vorstellungen
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Premiere am Sa. 11. 3. 2017
Wiederaufnahme am So. 19. 11. 2017

Musikalische Leitung Svetoslav Borisov/GMD Kimbo Ishii
Regie/Choreografie Otto Pichler
Bühne Jan Freese
Kostüme Falk Bauer
Dramaturgie Johanna Mangold, Eva Bunzel
Choreinstudierung Martin Wagner

Sylva Varescu Raffaela Lintl/Judith Kuhn 
Edwin Ronald Johannes Wollrab
Komtesse Anastasia Eggenberg Katharina Kühn/ Irma Mihelič
Graf Boni Káncsiánu Jonathan Winell/Chris Busietta
Ferenc von Kerrekes Markus Liske
Leopold Maria Fürst Lippert-Weylersheim
Peter Wittig
Anhilte Ks. Undine Dreißig/Ulrike Baumbach

Opernchor des Theaters Magdeburg
Ballett Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

All die Musikstücke, die längst Schlager sind, die jeder mitsingen kann, darzubieten, aber gleichzeitig jede Menge Klischeemüll zu entsorgen, das zeugt von einer immens intensiven inhaltlichen Durchdringung des Stücks. [...] Pichler entkleidet die Handlungsstränge von verklärenden Romantisierungen bis zur nackten emotionalen Verzweiflung zwischen Liebe, Standesdünkel, Intoleranz, Doppelmoral und Gewalt. Und das alles trotzdem mit Humor, mit sehr vielen Handlungsideen und zauberhaften Kostümen (Falk Bauer).[...] Diese Operette ist etwas ganz Besonderes. Sie polarisiert, weshalb man sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme, 13. 3. 2017