Cabaret

John Kander | Musical in zwei Akten | Musik von John Kander Gesangstexte von Fred Ebb | Buch von Joe Masteroff | nach dem Stück »Ich bin eine Kamera« von John van Druten und Erzählungen von Christopher Isherwood | Deutsch von Robert Gilbert

»Willkommen, bienvenue, welcome …«
Conférencier

Berlin, Silvester 1929: Der junge amerikanische Schriftsteller Clifford Bradshaw trifft in der deutschen Hauptstadt ein und wirft sich lebenshungrig ins Nachtleben der Metropole. Im Kit-Kat-Club lernt er die attraktive Nachtklubsängerin Sally Bowles kennen. Die zwei werden ein Paar, doch ihre Beziehung wird überschattet vom aufkommenden Nationalsozialismus, der die weltoffene und tolerante Atmosphäre Berlins zunehmend vergiftet.

Ausgehend von den autobiografischen »Berlin Stories« des schwulen Autors Christopher Isherwood entwickelte das Erfolgsduo Kander/Ebb 1967 ein Musical, das Epoche machen sollte und spätestens durch die Verfilmung mit Liza Minelli in der Rolle der Sally Bowles weltberühmt wurde. Mal zynisch, mal einfühlsam zeigt dieses Stück das Schicksal von Menschen in einem Deutschland, das im Begriff ist, sich dem blinden Taumel eines Führerkults zu ergeben.

Vorstellungen
Samstag
14. 4. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Martin Wagner
Tickets
Montag
30. 4. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Martin Wagner
Tickets
Sonntag
13. 5. 2018
18.00 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Martin Wagner
Tickets

Premiere am Sa. 12. 11. 2016
Wiederaufnahme am Sa. 14. 4. 2018

Musikalische Leitung Damian Omansen
Regie/Bühne/Kostüme Sebastian Ritschel
Mitarbeit Ausstattung Barbara Blaschke
Choreografie Marko E. Weigert
Konzeptionelle Mitarbeit Ronny Scholz
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg
Choreinstudierung Martin Wagner

Conférencier Adrian Becker
Sally Bowles Anna Preckeler
Clifford Bradshaw Oliver Morschel
Fräulein Schneider Ks. Undine Dreißig
Herr Schultz Peter Wittig
Fräulein Kost Sylvia Rena Ziegler/Inga Schäfer
Ernst Ludwig Markus Liske

Ballett Magdeburg
Opernchor des Theaters Magdeburg
Opernkinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann«
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

Die Inszenierung von Sebastian Ritschel (Regie, Bühne und Kostüme!) hat Klasse. Wie er dieses Musical wuppt, imponiert. Und die Musik erst. Der Sound ist perfekt. Die Inszenierung ist als solche stark. Langer Jubel, Standing Ovations.

BILD, 14. 11. 2016

 

 

Der Conférencier ist in mehrerlei Hinsicht der Joker dieses Cabarets. Aber nicht der einzige Glanzpunkt. Ganz große Klasse ist in diesem Zusammenhang auch Anna Preckeler mit ihrer Darstellung der Sally Bowles; nach dem Conférencier die nächste wichtige Figur. Wenn sie gegen Ende hin ihre Version der Sally voller Hysterie und Verzweiflung den Titelsong »Cabaret« singen lässt, dann tut sie das mit so einer Intensität, die über den Bühnenrand in die Zuschauerränge, dort die Rücken der Gäste hinab kriecht und dabei ein ordentliches Maß Gänsehaut verursacht. Dass der Dame dabei die Stimme nicht versagt oder durch die intensive Darstellung nicht ebenfalls ins Hysterische abdriftet, macht es nur noch eindrucksvoller. Ebenfalls beeindruckend: Sylvia Rena Ziegler als Fräulein Kost, deren Verwandlung zu einer Art Eva Braun nahezu unheimlich ist. [...] Oder Peter Wittig, der als jüdischer Gemüsehändler Herr Schultz durch seine gelungene, charmante Darstellung definitiv der Sympathieträger des gesamten Stücks ist – und wie so viele ein tragischer Verlierer in unsicheren Zeiten.

Roman Jasiek, www.avalost.de, 13. 11. 2016

»Willkommen, bienvenue, welcome« klingt es eingangs und zum Ausklang vom Conferencier auf der großen Showtreppe des Kit-Kat-Klubs. Diese Rolle, mit dem Musical-Star Adrian Becker besetzt, ist ein absoluter Glücksgriff. Es ist die Meta-Ebene dieses Musicals, in dem er die Ereignisse treibt, kommentiert, andeutet; manchmal abstoßend teuflisch-zynisch ist. [...] Das ganze verwirrend bunte, glamouröse und mit großartigen Kostümen versehene Geschehen lässt an keiner Stelle vergessen, dass dies alles nur Fassade ist, hinter der sich etwas Ungeheuerliches verbirgt, was Angst verursacht. Eine Gefahr, die man nur allzu gern verdrängt, nicht wahrhaben will. Das immer präsent zu halten, ist die Inszenierungskunst von Sebastian Ritschel, der Regie, Bühne und Kostüm in seiner Person vereint hat.
»Das Cabaret ist die Welt, und die ganze Welt ist ein Cabaret!« Dieser Satz ist an Aktualität kaum zu übertreffen. Und wem die Welt nicht egal ist, der muss diese Inszenierung sehen.


Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme,
28. 11. 2016