Tosca

Giacomo Puccini | Oper in drei Akten | Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach Victorien Sardou | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Der Rache Morgenrot bricht an,
das die Feinde zittern lässt!
Freiheit steigt auf, es stürzen die Tyrannen!«

Cavaradossi

Vor dem historischen Hintergrund der Schlacht bei Marengo zwischen Napoleons Revolutionsheer und österreichisch-päpstlichen Truppen zeichnet Puccini eine fatale Dreiecksgeschichte: Die Sängerin Floria Tosca gerät in die Fänge der römischen Polizei, als ihr Geliebter, der revolutionär gesinnte Maler Mario Cavaradossi, einem politischen Häftling auf seiner Flucht zu Hilfe kommt. Der skrupellose Polizeichef Scarpia setzt Tosca unter Druck, indem er Cavaradossi foltern lässt – der Preis für die Freilassung des Geliebten: eine Nacht mit Scarpia.

Victorien Sardous Schauspiel »La Tosca« von 1887 mit Diva Sarah Bernhardt in der Titelrolle wurde schnell zum heißbegehrten Opernstoff. Schließlich machte Puccini, der vom Stück und der Darstellung der Bernhardt begeistert war, ohne ein Wort Französisch zu verstehen, das Rennen und schuf mit seinem 1900 uraufgeführten Meisterwerk, seinem schroffsten und dramatischsten, einen Meilenstein der italienischen Oper. In der Titelpartie kehrt nun die britische Sopranistin Elizabeth Llewellyn auf die Magdeburger Bühne zurück!

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii
Regie Karen Stone
Bühne/Kostüme Ulrich Schulz
Dramaturgie Benjamin Wäntig
Choreinstudierung Martin Wagner

Floria Tosca Elizabeth Llewellyn
Mario Cavaradossi Paul O’Neill
Baron Scarpia Sangmin Lee
Cesare Angelotti Johannes Stermann/
Uğur Yılmaz

Mesner Paul Sketris
Spoletta Manfred Wulfert
Sciarrone Roland Fenes
Schließer Bartek Bukowski/Thomas Matz

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburger Singakademie
Opernkinderchor des Konservatoriums
»Georg Philipp Telemann«
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

Alles erlebt man wie neu und außerordentlich fesselnd, auch und gerade im Detail. Die Personenführung ist sehr präzise, konsequent durchdacht und ohne alle Routine. Karen Stone ist nicht nur eine erfolgreiche Intendantin, sie ist auch eine fabelhafte und eine originelle Regisseurin, wie sie mit dieser »Tosca« einmal mehr unter Beweis stellt. Im Fall der »Tosca« hat sie geradezu eine Traumbesetzung engagiert, um die sie jedes hauptstädtische Opernhaus beneiden könnte. Wie eine musikalische Droge reißt Einen diese süffig-klangsinnlich tönende und doch klar und unsentimental strukturierte Lesart Kimbo Ishiis in den Strudel der Leidenschaft und Tragik dieser perfekten Oper. Jeder Widerstand ist zwecklos! Das Premieren-Publikum stand Kopf vor Begeisterung gestern Abend. Eine Reise nach Magdeburg lohnt sich: Man muss diese »Tosca« gesehen und gehört haben!

Dieter-David Scholz, MDR Kultur, 21. 10. 2016

 

 

Tosca agiert ganz als Primadonna, sowohl in ihrer aufgesetzten Eifersucht als auch in ihrer eisernen Treue. Erst allein mit dem Geliebten wird sie Mensch.
Elizabeth Llewellyn spielt diese Veränderungen so genau, wie sie sie vokal ausdeutet. Vom Koketten und Verspielten findet sie zu warmen Herzenstönen. Klangschön ist jeder Ton, aber das Stimmlich-Darstellerische macht ihre Tosca hervorragend. Paul O’Neill, groß und schlank von Gestalt, ist mit dem Cavaradossi ein Anwärter auf die allerersten Bühnen. Keine Höhenprobleme, keine Piano-Probleme, keine Konditionsprobleme, reiner Wohllaut.
Die dritte Hauptperson, Sangmin Lee als Scarpia, überzeugte mit unerschütterlich stahlharter Donnerstimme. Ein Typ zum Fürchten. Dennoch bejubelt wie die gesamte Aufführung – alles in allem großes Theater.

Irene Constantin, Volksstimme, 22. 10. 2016