Rusalka

Oper in drei Akten von Antonín Dvořák | Libretto von Jaroslav Kvapil
In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Mensch will ich sein, im Glanz der Sonne leben!«
RUSALKA

Die Wassernixe Rusalka hat sich in einen Prinzen verliebt, doch ist sie für die Menschen unsichtbar. So bittet sie die Hexe Ježibaba, sie in einen Menschen zu verwandeln und ihr eine Seele zu geben. Der Preis für die Verwandlung ist hoch: Rusalka muss auf ihre Stimme verzichten. Und dem Prinzen droht der Tod, sollte sich Rusalka jemals wieder ins Reich der Wassergeister zurücksehnen. Am nächsten Morgen entdeckt der Prinz sie am Ufer des Sees und entbrennt sogleich in Liebe zu ihr. Doch das Glück hält nur kurz. Schnell führen Rusalkas Schweigen und ihr seltsames Wesen zur Entfremdung. Als der Prinz einer fremden Fürstin verfällt, kehrt Rusalka ins Wasserreich zurück …

Antonín Dvořáks »Lyrisches Märchen« ist neben Smetanas »Verkaufter Braut« die bekannteste tschechische Oper. Stärker als E. T. A. Hoffmann und Albert Lortzing in ihren Opern über den Undinen-Stoff erzählt Dvořák die Geschichte aus Sicht der Wassergeister und weniger aus der Perspektive der Menschen. Besondere Berühmtheit erlangte Rusalkas Gesang an den Mond, den sie traurig um Hilfe anfleht.

Premiere am Sa. 9. 9. 2017

Musikalische Leitung Pawel Poplawski
Regie Stephen Lawless
Bühne Frank Philipp Schlößmann
Kostüme Sue Willmington
Choreografie Lynne Hockney
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg
Choreinstudierung Martin Wagner

Rusalka Raffaela Lintl Prinz Richard Furman Fremde Fürstin Izabela Matula/Noa Danon Wassermann Johannes Stermann Ježibaba Ks. Undine Dreißig Jäger/Heger Johannes Wollrab Küchenjunge Florentina Soare Waldelfen
Julie Martin du Theil, Sofia Koberidze,
Inga Schäfer/Flaka Goranci

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

Regisseur Stephen Lawless hat ein Theater-im-Theater-Spiel inszeniert. Traumbilder und Fantasien, auch Albträume erscheinen als Vorstellungen auf einer Bühne. [...] Pawel Poplawski am Pult der Magdeburgischen Philharmonie fand nach etwas zaghaftem Beginn sehr gut in den Zauber und Duft der Wald- und Wassermusik hinein. Große Oper gab es auch, vor allem im dramatischen Auftritt der fremden Fürstin. [...] Bevor Rusalka aber bei den Menschen schweigt, singt sie das schönste Stück der Oper, das Lied an den Mond. Raffaela Lintl versucht bewusst, keinen Operngala-Lieblingshappen daraus zu machen. Sie bleibt im Tempo, der Ausdruck ist jugendliche Unschuld. Auch ihre weiteren Arien behalten die lyrische Zurückhaltung und Bezauberungskraft. Eine wunderbare Rusalka, die obendrauf noch als ausdrucksstarke Tänzerin überzeugt. Eine wunderbare Aufführung voller Bild- und Klangpoesie. Vor allem für das Orchester eine echte Herausforderung. Im Gesamtkunstwerk Oper ist es in diesem Werk ganz besonders für den Duft und den Glanz zuständig. Am Premierenabend konnte man sich ihm getrost einfach überlassen.

Irene Constantin, Volksstimme, 11. 9. 2017

Zum Höhepunkt der Inszenierung wird die Entfremdung zwischen Rusalka und dem Prinzen bei der Hochzeit. Ergreifend, wie Rusalka mit ihrem Ungeschick beim gezierten Gläseranstoßen oder Rauchen Eklat macht und ins Abseits der Aufmerksamkeit des Prinzen rutscht. Raphaela Lintl findet eine Skala schmerzlichen Strahlens, dunkler Sopran-Abgründe und aus dem emotionalen Ersticken brechender Bronzetöne, die den über sie hereinbrechenden Schlussjubel verständlich machen. Die Krone aber gebührt Undine Dreißig, die aus der Hexe Ježibaba mit vollendeter Souveränität ein Kraftfeld formt, das die gedanklichen Fragezeichen der Inszenierung bewegend rundet.

Roland Dippel, Leipziger Volkszeitung,
11. 9. 2017