Ein Käfig voller Narren

La Cage aux folles | Musical in zwei Akten | Musik und Gesangstexte von Jerry Herman | Buch von Harvey Fierstein | Deutsch von Erika Gesell und Christian Severin

»Wir sind, was wir sind, doch was wir sind, sind wir nur scheinbar.«
Zaza

Georges, Besitzer des Nachtclubs »La Cage aux folles« an der Côte d’Azur, und sein Lebensgefährte Albin, der als Zaza der umjubelte Star des Hauses ist, müssen entsetzt zur Kenntnis nehmen, dass Georges’ Sohn Jean-Michel heiraten will. Schon am nächsten Tag wollen seine Verlobte Anne und deren erzkonservative Eltern die Schwiegerfamilie kennen lernen. Unter dem Druck, eine »heile Familienwelt« vorgaukeln zu müssen, setzt Jean-Michel sein gutes Verhältnis zu Georges und Albin aufs Spiel: Statt Albin soll seine leibliche Mutter die Familienidylle perfekt machen, die bisher allerdings wenig Interesse an ihrem Sohn gezeigt hat …

»Ein Käfig voller Narren« basiert auf Jean Poirets 1973 in Paris uraufgeführtem Theaterstück und war zunächst auf der Leinwand erfolgreich. 1983 schließlich hatte die vielfach ausgezeichnete Musicalfassung am Broadway Premiere, die in einer spartenübergreifenden Produktion nun nach 20 Jahren wieder in Magdeburg auf die Bühne kommt.

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Musikalische Leitung Hermann Dukek
Regie Cornelia Crombholz
Bühne Marcel Keller
Kostüme Marion Hauer
Choreografie David Williams
Dramaturgie Ulrike Schröder

Albin/Zaza Andreas Lichtenberger/Christian Venzke   
Georges Sebastian Reck/Ansgar Schäfer
Jacob Anthony Curtis Kirby
Jean-Michel Marian Kindermann
Anne Dindon Jenny Langner
M. Edouard Dindon Thomas Schneider
Mme Marie Dindon Iris Albrecht
Jacqueline Susi Wirth
Francis Jeremias Kaschorz/Raimund Widra
Mercedes John Baldoz
Chantal Laurent N'Diaye
Hanna Sven Niemeyer
Phädra David Schuler
Die übrigen Cagelles Elio Clavel, Pavel Kuzmin, Andreas Loos, Daniel Ojeda, Raúl Pita Caballero, Adam Reist

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie


Video

Pressestimmen

Die Magdeburger Inszenierung von Regisseurin Cornelia Crombholz und Musikchef Hermann Dukek versprüht erfrischende Leichtigkeit. Blitzschnell verändert sich der Ort des Geschehens [...]. Das bringt Rasanz ins Geschehen, das voller Turbulenzen steckt. „Ich bin, was ich bin", schmettert Andreas Lichtenberger im schwarzen, eng anliegenden Paillettenkleid. Er singt so kraftvoll und inbrünstig, dass das Publikum in jubelnden Beifallssturm ausbricht. [...] Lichtenberger lebt die Rolle, er ist Show-Königin, zickige Diva, der liebende Mensch, von tiefer Kränkung getroffen. Wenn er singt, sind die Zuschauer gepackt [...] Sebastian Reck als Georges ist weniger schillernd [...], dafür umso gefühlvoller in berührenden Momenten. Er ist ein sehr guter Partner – in jeder Hinsicht. [...] Die „Cagelles“ sind eine Augenweide. [...] Die Kostüme von Marion Hauer sind der Hammer. [...] Die Magdeburgische Philharmonie beherrscht die schwierige Partitur und lässt sie beschwingt erklingen. [...] Neben aller Komik in frivoler Szenerie verschafft die Inszenierung emotionale, menschliche Momente [...]. Die Inszenierung ist ein Knüller im Repertoire des Theaters Magdeburg.

Claudia Klupsch, Magdeburgische Volksstimme,
15. 2. 2016

Das funktioniert als große Bühnenshow und Komödie fabelhaft, besonders wenn man es so gut macht wie in Magdeburg die Sänger und Tänzer in der Regie der Schauspielchefin Cornelia Crombholz und mit Hermann Dukek am Pult der ganz selbstverständlich mit Schmackes ins Musicalfach wechselnden Magdeburgischen Philharmonie. Ein pures Theatervergnügen, das der realen Emanzipation fröhlich voran zieht.

Joachim Lange, Mitteldeutsche Zeitung,
23. 2. 2016

Cornelia Crombholz hat es vorzüglich verstanden, die Gratwanderung zwischen dem fast trotzigen Aufbegehren »Ich bin, was ich bin« und dem tiefen Schmerz, der seelischen Verwundung, aus Liebe zu Jean-Michel eben genau das zu verleugnen, meisterhaft getroffen. Lachen und Weinen liegen hier ganz dicht beieinander. Dieses Spannungsfeld zwischen überholten moralischen Verurteilungen der Gesellschaft und dem Verzicht auf die eigene Identität aus Liebe zu einem Menschen – das zerreißt einen fast. Und genau darin liegt die Stärke der Inszenierung. Crombholz hat diesen Ton genau getroffen. […] Musicals liegen dem Magdeburger Theater. Das hat sich wieder einmal gezeigt. Der unglaublich spielfreudige Opernchor, das Ballett, so grotesk wie komisch, und ganz besonders die Garde der Schauspielsparte, die singt, tanzt und spielt – sie können einfach alles. Ein tolles Stück mit einer unglaublich phantasievollen Ausstattung und Bühne (Marcel Keller), das man einfach gesehen und gehört haben muss, denn es ist ein Feuerwerk für alle Sinne.

Rolf-Dietmar Schmidt, Aspekt Magazin, März 2016

Die Magdeburger Schauspieldirektorin und Regisseurin Cornelia Crombholz arbeitete die Dialoge extrem flott, Pointen reich, präzise, unterhaltend und mit vielen verteilten Extras im ersten Teil. Choreograph David Williams bediente die große Revue, ließ es strahlen und verzauberte die Zuschauer. Insgesamt ist die Musical Comedy, was »La Cage aux Folles« in erster Linie ist, sehr gelungen.

Frank Wesner, Alles-ein-Theater online,
17. 2. 2016

Regisseurin Cornelia Crombholz zögert keinen Augenblick, die schrille Theaterwelt bunt glitzernd auf die Bühnenbretter zu holen. Dabei inszeniert sie mit leichter Hand, ohne jedoch die ernste Geschichte um Partnerschaft, Verletzlichkeit und Toleranz aus dem Blick zu verlieren. [...] Insgesamt eine temporeiche Aufführung, die das Boulevardtheater betont [...].

Lutz Hesse, musicals,
4&5 / 2016