Die Walküre

Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner
Erster Tag des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen«
Mit Übertiteln

»So ist es denn aus mit den ewigen Göttern?«
Fricka

Angeregt vom mittelalterlichen Nibelungenstoff begann sich Richard Wagner 1848 mit dem Schicksal des Drachentöters Siegfried zu beschäftigen. Doch in einer einzigen Oper konnte er den Stoff um den nordischen Prometheus, der sich als wahrhaft freier Mensch gegen die überkommene Götterwelt stellt und so eine bessere Gesellschaft schafft, nicht bewältigen. Immer tiefer drang er in die Vorgeschichte seines Helden ein, bis sich das Opernprojekt zur Tetralogie auswuchs. 

Deren zweiter Teil – »Die Walküre« – handelt von Siegfrieds Elternpaar, den Zwillingen Siegmund und Sieglinde. Ihre tragische Liebesgeschichte stellt sich als Teil eines raffinierten Plans heraus, mit dem sich Göttervater Wotan gegen den Untergang seiner Götterwelt stemmt. Doch Wotan verstrickt sich in seine eigenen Gesetze und muss das Heft des Handelns aus der Hand geben: Siegmund wird getötet und Wotans Lieblingstochter, die Walküre Brünnhilde, vom Vater selbst auf einen Felsen gebannt. Die schwangere Sieglinde kann fliehen ... 

 

 

Vorstellungen
Freitag
23. 11. 2018
16.00 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere
Sa. 8. 9. 2018

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii
Regie Jakob Peters-Messer
Bühne Guido Petzold
Kostüme Sven Bindseil
Dramaturgie Ulrike Schröder

Siegmund Richard Furman
Sieglinde Noa Danon
Hunding Johannes Stermann
Brünnhilde Julia Borchert
Wotan Lucia Lucas
Fricka Ks. Undine Dreißig
Helmwige Jeanett Neumeister
Gerhilde Raffaela Lintl
Ortlinde Uta Zierenberg
Waltraute Monica Mascus
Siegrune Isabel Stüber Malagamba
Rossweiße Emilie Renard
Grimgerde Lucia Cervoni
Schwertleite Henriette Gödde

Magdeburgische Philharmonie

Aufführungsdauer: 4:45 h (inkl. Pausen)

Video

Pressestimmen

Geglückt auf ganzer Linie

Gespielt und gesungen wird auf passioniertestem Niveau. Gerade die Gesten und Mimiken verbleiben nicht in herkömmlich-klassischem Standard, sondern es wird interagiert, gelitten, überzeugt, umarmt […] Herausgekommen ist eine stringent-packende, spannende Produktion, die mit modernen, nachvollziehbar-aktuellen Bezügen in den Bann zieht.

Sebastian Barnstorf, Das Opernglas, Nov. 2018

 

 

Man hatte schon beim Applaus Lust auf mehr. 

Einen so grandiosen Abend wie den der »Walküren«-Premiere in Magdeburg erlebt man selbst als passionierte Operngängerin nur alle Jubeljahre. […] Nie so gehört. Hier tönten nicht Sopran und Tenor, sondern Sieglinde und Siegmund fanden singend einander.[…] Auch Julia Borchert sang zum ersten Mal eine Brünnhilde auf der Bühne. Schwungvoll, kraftvoll das Debüt. Sie kann mit ihrer Stimme spielen, gesanglich-gestischen Ausdruck finden, in vokalen Farben argumentieren und auch »nur« schön klingen. […] Selten hat man einen so kraftvoll klar singenden, darstellerisch so intensiven Wotan erlebt. Seine langen Erzählungen bebten vor Spannung, wirklich umwerfend aber die Innigkeit, mit der Lucia Lucas die Beziehung zu Brünnhilde sang und spielte. […] Jakob Peters-Messers Magdeburger »Walküren«-Inszenierung ist ein Meisterstück der Personenregie. Licht fällt in die verborgensten Stränge der Motivations- und Beziehungsnetze des ganzen »Rings«. Ob Götter oder Menschen, es sind nahe Gestalten.

Irene Constantin, Volksstimme, 10. 9. 2018

Hohe Emotionalität

Der Walkürenritt wird zum musikalischen Bravourstück. […] Den Abschied und die Innigkeit der Beziehung zwischen Vater (Wotan) und Tochter (Brünnhilde) hat man in dieser Emotionalität selten erlebt. […] Die hohe Musikalität der Aufführung wird insbesondere im Zusammenspiel von Magdeburgischer Philharmonie und den Sängern beeindruckend hörbar.

Herbert Henning, orpheus, Nov. / Dez. 2018

Zerrieben von Ordnung und Rebellentum.

Bis zum letzten Takt, mit dem der psychisch kollabierende Göttervater Wotan im Feuerzauber der Bodenscheinwerfer entschwindet, trägt die gekonnt enervierende Spannung. Im dichten Klangraum, der weder Solostimmen überflutet noch instrumentale Nebenstimmen verdeckt, wird der heikel lange Mittelakt zum Höhepunkt. Selten hört man danach den brachialen Lärm des Walkürenritts mit dem so schneidend darüber fegenden Walküren-Ensemble derart überlegt brutal. […] Die größte und im Sinne von Wagners Anspruch an seine Sänger am meisten beeindruckende Leistung des Abends ist Julia Borcherts Brünnhilde, die mit fast nur einem Riesensprung vom lyrischen im heroischen Fach bemerkenswert zielsicher ankommt. Ein heller jugendlich-dramatischer Sopran, der von den jauchzenden »Hojotoho«-Rufen über das Erwachen von Brünnhildes Mitgefühl bis zum Sich-Fügen in den von Wotan verhängten Schlaf alle Stationen ihrer Entwicklung faszinierend durchdringt.

Roland H. Dippel, concerti, 10. 9. 2018