Die Gärtnerin aus Liebe

La finta giardiniera | Oper in drei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto vermutlich von Giuseppe Petrosellini | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Einmal ist sie heiß, einmal kalt. Adieu, Verstand!«
Belfiore

Ein Eifersuchtsanfall hatte den Grafen Belfiore gegen seine Braut Violante gewalttätig werden lassen. In der Annahme, sie sei tot, suchte Belfiore das Weite. Nun treffen die beiden im Hause von Don Anchise wieder aufeinander: Belfiore ist im Begriff, Arminda, die Nichte des Hausherrn, zu ehelichen und Violante hat sich unter falschem Namen als Gärtnerin anstellen lassen. Über ihre wahre Identität lässt sie auch Belfiore zunächst im Unklaren. Es ergibt sich eine verfahrene Liebeskonstellation, in der Don Anchise seiner Gärtnerin nachstellt, der traurige Ritter Ramiro nicht von seiner Jugendliebe Arminda lassen kann und Violantes Diener Roberto das Dienstmädchen Serpetta anhimmelt, die sich ihrerseits noch Hoffnungen auf Don Anchise macht. Erst als sich Violante und Belfiore – nach Wahnsinnserfahrung – wieder für einander entscheiden, können auch die anderen Paare ihr Glück finden. Nur Don Anchise bleibt allein.
Mozart komponierte »La finta giardiniera« als Auftragswerk des Münchner Hofs für den Karneval 1775. Der 18-jährige Komponist präsentierte sich damit bereits als gereifter Musikdramatiker. Gekonnt balanciert er hier zwischen Komik und Tragik.

Vorstellungen
Freitag
2. 6. 2017
19.30 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Svetoslav Borisov · Emilio Pons · Julie Martin du Theil · Emanuele D'Aguanno · Raffaela Lintl · Florentina Soare · Johannes Wollrab · Irma Mihelic
Tickets

Musikalische Leitung Svetoslav Borisov
Regie Tobias Heyder
Bühne Frank Philipp Schlößmann
Kostüme Janine Werthmann
Video Mareike Müller
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Don Anchise Emilio Pons
Violante Julie Martin du Theil
Belfiore Emanuele D'Aguanno
Arminda Raffaela Lintl
Ramiro Florentina Soare
Roberto Johannes Wollrab
Serpetta Irma Mihelič

Video

Pressestimmen

Da sind die sieben jungen Solisten, von denen man unmöglich sagen kann, wer nicht ganz so gut war wie die anderen. Sonderlobe gehen an: Florentina Soare in der Hosenrolle des Ramiro für ihre wunderbar weich klingende Stimme, die auch in Wut- und Eifersuchtsausbrüchen niemals forcierte Schärfe hören ließ. An Julie Martin du Theil, die den Balanceakt, den ihre seriöse Partie in der Buffa-Oper erforderte, bravourös meisterte. An Emilio Pons, dessen Podestá sich, vokal perfekt, im Spiel gnadenlos lächerlich macht. An Raffaela Lintl, die der kapriziösen Arminda die Exzentrizität einer echten Primadonna verlieh. An Emanuele D’Aguanno, dessen Belfiore ein klangreich und stilgerecht singender, spielerisch agiler und nuancenreicher Liebhaber im Dauerstress war, und selbstverständlich. An die witzigen Irma Mihelič und Johannes Wollrab, die das bis zum Slapstick komische Dienerpaar Roberto und Serpetta zur reinen Augen- und Ohrenweide gestalteten. [...] Svetoslav Borisov hat mit der Magdeburgischen Philharmonie einen vorzüglichen Mozart-Ton getroffen. Er lässt leicht, aber um Gottes Willen nicht »mozärtlich« spielen, Kontraste werden dezent geschärft, Sentiment erklingt, aber niemals Kitsch. Es gibt ohrschmeichelnde Sanftheit der gedämpften Violinen genauso wie grummelnde Bässe und komisches Paukengedröhn. Vor allem aber: Borisov gibt der Musik einen exzellent abgewogenen Drive, der alles luftig flott vorandrängt. Man war bestens amüsiert.

Irene Constantin, Volksstimme, 8. 5. 2017

 

 

Unter der musikalischen Leitung von Svetoslav Borisov liefern die Magdeburgische Philharmonie im Einklang mit den Sängern eine beeindruckende Leistung ab. Besonders Julie Martin du Theil als Gärtnerin überzeugt mit der Einfühlsamkeit der Stimme.

Franziska Olschewski, Mitteldeutsche Zeitung, 10. 5. 2017