Dantons Tod

Oper in zwei Teilen von Gottfried von Einem | Libretto frei nach Georg Büchner eingerichtet von Boris Blacher und Gottfried von Einem
Mit Übertiteln

»Die Statue der Freiheit ist noch nicht gegossen, der Ofen glüht, wir alle können uns die Finger dabei verbrennen!«
DANTON

Im Jahr 1794 steckt die Revolution in der Krise: Zwar ist die Monarchie gestürzt und die Republik gegründet, aber das Volk lebt weiter im Elend. Das Einzige, was fortschreitet, ist der Terror. In dieser Situation stellt sich Georges Danton, früher ein enger Gefolgsmann Robespierres, desillusioniert die Frage, ob eine freie Gesellschaft wirklich auf Grausamkeit gegründet werden kann. Dagegen beharrt Robespierre darauf, dass die Gleichheit aller Menschen und der Besitzverhältnisse nur durch weitere Gewalt herzustellen ist. Danton und seine Freunde geraten so selbst in den Fokus des Terrors – sind sie Vorkämpfer für Menschlichkeit oder verteidigen sie nur ihre eigenen Privilegien?

Für den österreichischen Komponisten Gottfried von Einem stellte Büchners kompromissloses Theaterstück die ideale Vorlage dar, um sich 1947 mit den Mechanismen des Faschismus auseinanderzusetzen. Die Frage, wie und auf wessen Kosten ein gerechtes System politisch durchgesetzt werden kann, ist heute aktueller denn je. Zum 100. Geburtstag Gottfried von Einems erarbeitet das Theater Magdeburg eine Neuinszenierung dieser packenden Oper, 50 Jahren nachdem sie zum ersten Mal in der Elbestadt auf die Bühne kam.

Vorstellungen
Samstag
24. 2. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Kimbo Ishii · Peter Bording · Amar Muchhala · Robert Bartneck · Stephen Chaundy · Johannes Stermann · Roland Fenes · Paul Sketris · Peter Diebschlag · Michael Mohr · Frank Heinrich · Florentina Soare · Noa Danon · Uta Zierenberg · Undine Dreißig
Tickets
Freitag
2. 3. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Abendbesetzung: Kimbo Ishii · Peter Bording · Amar Muchhala · Robert Bartneck · Stephen Chaundy · Johannes Stermann · Roland Fenes · Paul Sketris · Peter Diebschlag · Michael Mohr · Frank Heinrich · Florentina Soare · Noa Danon · Uta Zierenberg · Undine Dreißig
Tickets
Samstag
21. 4. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere am Sa. 20. 1. 2018

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii
Regie Karen Stone
Bühne / Kostüme Ulrich Schulz
Dramaturgie Ulrike Schröder
Choreinstudierung Martin Wagner

Georges Danton Peter Bording
Camille Desmoulins Amar Muchhala
Marie-Jean Hérault de Séchelles Robert Bartneck
Maximilien de Robespierre Stephen Chaundy
Louis Antoine de Saint-Just Johannes Stermann
Martial de Herman Roland Fenes
Simon Paul Sketris
Ein junger Mensch Peter Diebschlag
Erster Henker Michael Mohr/Alejandro Muñoz Castillo
Zweiter Henker Frank Heinrich
Julie Florentina Soare/Jenny Stark 
Lucile Noa Danon
Eine Dame Uta Zierenberg
Ein Weib Ks. Undine Dreißig

Opernchor des Theaters Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

Solch knapp gefasste, aber nachdrückliche Charakterprofilierung gilt umso mehr für die trragenden Partien, voran Peter Bordings Danton [...]. Stimmlich ist dabei vor allem Bording von durchschlagender, quasi agitatorischer Präsenz [...]. Packend und bei aller furiosen Kraft immer differenziert der von Martin Wagner einstudierte Chor [...]. Kimbo Ishii führte die Magdeburgische Philharmonie, keinen Moment nachlassend, zu düster hartkantiger, beeindruckender Präsenz. Wer Gottfried von Einems Musiktheater in seiner Historizität wie Aktualität erleben will, ist hier gut aufgehoben.

Gerald Felber, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. 1. 2018
 

[...] es ist schon ein eindrucksvolles Stück moralischen, um nicht zu sagen politischen Musiktheaters, das Karen Stone demonstrativ vorführt. Am Ende ihrer drastischen Inszenierung lässt Karen Stone ein riesiges Guillotinenmesser vom Bühnenhimmel herabfahren [...]. Ein starkes Bild. Heute kommt uns seine Musik weit harmloser vor, als den Opernbesuchern damals. Das ist ja ganz normal. Kimbo Ishi, der GMD des Magdeburger Theaters, hat alle Register gezogen, die Qualität dieser eigenwilligen Musik zwischen Richard Strauss und Igor Strawinsky aufs Beste zur Geltung kommen zu lassen. Grossartig ist der Chor des Hauses. Der lässt keine Wünsche offen. Aber unter den Gesangssolisten ragen ausgerechnet die Sänger zweier Nebenfiguren, der zwei Henker (Frank Heinrich und Alejandro Munoz Castillo) als kantable Glanzlichter hervor.

Dieter-David Scholz, MDR Kultur, 21. 1. 2018

Flammend, wohltönend, aber nicht uneitel preist Danton seinen Anteil an der Französischen Revolution, aus seiner Sicht: seine Heldentaten. Dabei steht er auf dem Käfig, in dem man ihn gefangen hält – deutlich unter seinen Richtern. Das ist eine der eindringlichsten Szenen beim Versuch einer Wiederbelebung [...] Premiere war vier Tage vor seinem 100. Geburtstag. Der eindeutige Star des kurzen Abends aber ist der Magdeburger Opernchor. [...] Unterkühlte Standbilder zeigt Karen Stone hier, während das Orchester unter GMD Kimbo Ishii von Einems vielfältige Musik mal flink und flirrend, mal dunkel-treibend, gerne auch mal jazzig klingen lässt. [...] Da erst, in der Gefangenschaft, scheint Danton, nun im Gehrock, zum Leben zu erwachen – und Peter Bording singt und spielt großartig einen eitlen Machtmenschen [...]. Da aber ist der Chor längst in die Hauptrolle geschlüpft: [...] Grandios, was Martin Wagner mit seinen Sängerinnen und Sängern einstudiert hat – da wird denunziert und deklamiert, schrill gescholten und sarkastisch kommentiert. [...] Am Ende wird es erst plakativ, dann intensiv: Über das asymmetrische Schild „Liberté, Egalité, Fraternité“ strömt das Blut, die Revolutionäre werden erschossen. [...] schließlich erscheint Lucile (wunderbar: Noa Danon) wie ein Geist in weißem Kleid, vom Schmerz ver-rückt.

Ute Grundmann, Die Deutsche Bühne online,
22. 1. 2018