Es gibt sie, diese besonderern Momente im Musiktheater: Im Zustand losgelöster Entrücktheit meint man den beseelten Kern, das Wahre und Große zu erkennen. [...]  Und gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet, abseits vom Premierenreigen der großen Häuser, kann einen ein solcher Zustand eben auch in Magdeburg ereilen. [...] 

Die wunderbare Einheit zwischen der Szene (Bühne/Kostüme Simon Lima Holdsworth), Musik, Schauspiel und Gesang erreicht gleich zu Beginn im Terzett der ersten Aktes ihren Höhepunkt: Lucia Cervoni als Amneris betört dabei mit nuanciertem, dunkel schattiertem, schön präzise flutendem Mezzo [...] , Marc Heller als Radames punktet [...] mit viel blühender Ausdruckskraft. Und auch Kristina Kolar als Aida zeigt sich mit ihrem kraftvollen Sopran charaktervoll und schön gestaltend von der besten Seite. Zuvor hatte Johannes Stermann als Oberpriester Ramfis [...]  die Messlatte für das Kommende sehr hoch gelegt. 

Sebastian Barnstorf, Das Opernglas, Dezember 2017

Aida

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi | Libretto von Antonio Ghislanzoni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln | Koproduktion mit der Northern Ireland Opera

»O Vaterland, was muss ich dir opfern!«
AIDA

Ägypten führt Krieg gegen seine Nachbarn. Infolgedessen muss die äthiopische Königstochter Aida als Sklavin der Pharaonentochter Amneris am ägyptischen Hof leben. Trotz der Feindschaft ihrer beiden Völker liebt Aida den ägyptischen Heerführer Radamès, der sie heiraten möchte. Allerdings hat auch Amneris ein Auge auf den erfolgreichen Feldherrn geworfen. Als Radamès erneut siegreich aus einer Schlacht gegen Äthiopien zurückkehrt, wird er zwischen der Loyalität zu seinem König und der Liebe zu
Aida zerrieben: Ungewollt verrät er dem Feind eine kriegswichtige Strategie. Die eifersüchtige Amneris verrät ihn. Damit stirbt auch Radamès’ Hoffnung, Aida retten zu können. Gemeinsam gehen sie in den Tod.

1870 für das neue Opernhaus in Kairo komponiert, wurde Verdis drittletzte Oper zu einer der erfolgreichsten des Repertoires. Der erfahrene Komponist verband hier den gewünschten »ägyptischen Stil« mit einer tragischen Liebe, die an politischen und militärischen Zwangsverhältnissen scheitert. Regie führt mit Oliver Mears der Operndirektor des Royal Opera House Covent Garden in London.

Vorstellungen
Montag
25. 12. 2017
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
7. 1. 2018
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Donnerstag
1. 2. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Donnerstag
22. 2. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Samstag
24. 3. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
8. 4. 2018
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere am Sa. 21. 10. 2017

Musikalische Leitung Svetoslav Borisov
Regie Oliver Mears
Bühne / Kostüme Simon Holdsworth
Choreografie Lucy Burge
Dramaturgie Ulrike Schröder
Choreinstudierung Martin Wagner

Aida Kristina Kolar Amneris Lucia Cervoni Radamès Marc Heller Amonasro Lucian Petrean Ramfis Johannes Stermann König Paul Sketris Ein Bote Jonathan Winell/Manfred Wulfert Tempelsängerin Noa Danon/Raffaela Lintl

Magdeburgische Philharmonie
Opernchor des Theater Magdeburg
Magdeburger Singakademie
Staatliche Ballettschule Berlin

Video

Pressestimmen

Die wichtigen Rollen der Sängerinnen und Sänger sind hervorragend besetzt. Allen voran besticht die kroatische Sopranistin Kristina Kolar, die in der Titelrolle der Aida ihr Debüt in Magdeburg feiert, mit einer glasklaren und äußerst kraftvollen stimmlichen Präsenz, die das Publikum regelmäßig zu Szenenapplaus hinreißt. Sie überzeugt darüber hinaus auch durch die darstellerische Leistung und die einfühlsamen Passagen der leisen Töne. Kristina Kolar ist eine wunderbare Entdeckung für das Magdeburger Opernhaus. [...] Hier hat der britische Regisseur völlig auf inhaltliche Interpretationen verzichtet und eine emotional höchst anspruchsvolle, ergreifende und dramatische Szenerie geschaffen. [...] Der Opernchor des Theaters Magdeburg unter der Leitung von Martin Wagner ist eine Klasse für sich. In der „Aida“ beweisen das die Chormitglieder, die auch sehr viele darstellerische Aufgaben höchst professionell erledigen, erneut. [...] Das gilt übrigens auch für Svetoslav Borisov, 1. Kapellmeister am Theater Magdeburg, der als musikalischer Leiter den Taktstock schwingt und die Musiker der Magdeburgischen Philharmonie sowohl in den großen pathetischen Märschen mit Fanfarenklang, als auch in den ganz behutsam-leisen Tönen der Arien und Duette höchst einfühlsam führt.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme,
23. 10. 2017

 

 

Da wurde Mears Botschaft, dass hier eine autoritäre und hierarchische Gesellschaft mit überdimensionierter Architektur Kriegsruhm und Bevölkerungswachstum über alles stellt, endgültig klar. Musikalisch war der Abend dank der stringenten Leitung von Svetoslav Borisov ein voller Erfolg. Er gab den Musikern der Magdeburgischen Philharmonie ebenso Zeit und Raum zum ruhigen Ausspielen der teils schwelgerischen, teils zupackenden Verdischen Melodien wie auch den Protagonisten auf der Bühne. Das passte alles wunderbar zusammen. Die Kroatin Kristina Kolar war eine gestandene Aida mit leuchtendem Sopran, dessen saubere Spitzentöne auch die Ensembles locker überstrahlten. [...] Der Opernchor und die Magdeburger Singakademie sangen in der Einstudierung von Martin Wagner klangvoll und ausgewogen. [...] Das Publikum bedankte sich schon beim Zwischenapplaus und am Ende begeistert bei allen Mitwirkenden; das Regieteam musste natürlich einige Buhs einstecken.

Marion Eckels, Der Opernfreund,
22. 10. 2017

Es gibt sie, diese besonderern Momente im Musiktheater: Im Zustand losgelöster Entrücktheit meint man den beseelten Kern, das Wahre und Große zu erkennen. [...]  Und gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet, abseits vom Premierenreigen der großen Häuser, kann einen ein solcher Zustand eben auch in Magdeburg ereilen. [...] 

Die wunderbare Einheit zwischen der Szene (Bühne/Kostüme Simon Lima Holdsworth), Musik, Schauspiel und Gesang erreicht gleich zu Beginn im Terzett der ersten Aktes ihren Höhepunkt: Lucia Cervoni als Amneris betört dabei mit nuanciertem, dunkel schattiertem, schön präzise flutendem Mezzo [...] , Marc Heller als Radames punktet [...] mit viel blühender Ausdruckskraft. Und auch Kristina Kolar als Aida zeigt sich mit ihrem kraftvollen Sopran charaktervoll und schön gestaltend von der besten Seite. Zuvor hatte Johannes Stermann als Oberpriester Ramfis [...]  die Messlatte für das Kommende sehr hoch gelegt. 

Sebastian Barnstorf, Das Opernglas, Dezember 2017