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5. Sinfoniekonzert

Polen

 

Grażyna Bacewicz 

Konzert für Streichorchester  


Frédéric Chopin

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11


Felix Mendelssohn Bartholdy

Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11

Dieses Konzert muss coronabedingt entfallen.

POLEN

Frédéric Chopin gilt als der polnische Komponist schlechthin. Den Ruf seines Heimatlandes hat er im 19. Jahrhundert nachhaltig positiv geprägt. Seine beiden Klavierkonzerte entstanden noch in Polen, bevor der 20-Jährige nach dem – auf die nationale Eigenständigkeit Polens zielenden – Novemberaufstand 1830 seinen endgültigen Aufenthalt in Paris nahm. Aber Chopins musikalischer Stil ist doch – von gelegentlichen Anklängen an polnische Folklore abgesehen – international, vor allem von der deutschen Klassik und dem italienischen Belcanto geprägt.

Denselben Wurzeln verpflichtet ist auch die 1. Sinfonie Felix Mendelssohn Bartholdys, die der als Wunderkind gefeierte Pianist und Komponist bereits 1824 – im Alter von 15 Jahren – schrieb. Mozart und Beethoven standen hier Pate – insbesondere bezüglich der Formstrenge. Gleichzeitig tritt hier auch schon der typische, mal feurig-leichtfüßige, mal lyrisch-einschmeichelnde Personalstil Mendelssohns hervor. Chopin reiste 1828 extra nach Berlin, um den gefeierten Star am Klavier selbst zu erleben, doch war er zu schüchtern, um Mendelssohn anzusprechen. Erst später sollte sich eine Freundschaft zwischen den beiden gefeierten Pianisten und Komponisten ergeben. Von Dezember 1831 bis April des Folgejahres weilte Mendelssohn in Paris, wo er engen Kontakt zu Chopin pflegte. Auch die Komponisten Hector Berlioz, Franz Liszt und Ferdinand Hiller gehörten zu diesem Freundeskreis, den Liszt viele Jahre später in einem Brief rückblickend als »die alte romantische Brüderschaft von Paris« bezeichnet hat.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten es polnische Komponist*innen dagegen zunächst schwerer, am europäischen Musikleben teilzuhaben. Die deutsche Besatzung Polens im Rahmen des Zweiten Weltkriegs und die Nachkriegsisolation warfen die Künste in gewisser Weise auf sich selbst zurück. Komponist*innen wie Grażyna Bacewicz, geboren 1909, mussten ein gehöriges Maß an Eigen- und Widerständigkeit aufbieten, um sich zu behaupten. Von der klangreichen Musik eines Karol Szymanowski ausgehend, entwickelte Bacewicz ihren eigenen neoklassischen Stil, der sich auch in ihrer 1943 entstandenen Ouvertüre für Orchester niedergeschlagen hat.


Leider mussten wir coronabedingt das Konzert inhaltlich überarbeiten. 

Szymon Nehring Klavier
Magdeburgische Philharmonie
Kevin John Edusei
Dirigent