Mongos

von Sergej Gößner | Uraufführung | Eine Produktion aus der Reihe »Sprungbrett« | Ab 13 Jahren

»Seine Behinderung. Seine Macken. Seine Makel. Seine Fehler. Der Mensch besteht aus seinen Einschränkungen. Für das meiste können wir nichts. Angeboren. Erblich bedingt. Doch werden wir danach beurteilt.«
Francis

Francis hat Multiple Sklerose. Ikarus ist seit Kurzem querschnittsgelähmt. Wie selbstverständlich zieht der aufschneiderische Ikarus über andere Leute als »Spastis« oder »Mongos« her, immer auf der Suche nach Selbstverständlichkeit für seine eigene Situation. Francis, verträumt und still, ist das genaue Gegenteil von ihm. Gerade das schweißt sie zusammen. Rückblickend erzählen sie die Geschichte ihrer Freundschaft in der Reha-Klinik. Die beiden Helden durchleben ihre Jugend- und Jungsprobleme, saufen, rauchen, reden über Frauen, gehen ins Kino, verlieben sich in Mädchen… Spielerisch behandelt Sergej Gößners Stück die Geschichte zweier Außenseiter, ohne in klischeehafte Zuschreibungen über alles Ab- und Ausgrenzende zu verfallen.
Als mobile Produktion wird es möglich sein, das Stück auch in Klassenräumen, Krankenhäusern oder anderen Orten zu spielen.

Vorstellungen
Mittwoch
13. 12. 2017
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Daniel Klausner · Cem Göktas
Tickets
Dienstag
9. 1. 2018
19.30 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Daniel Klausner · Cem Göktas
Tickets
Dienstag
16. 1. 2018
11.00 Schauspielhaus / Studio
Abendbesetzung: Daniel Klausner · Cem Göktas
Tickets
Mittwoch
24. 1. 2018
18.00 Schauspiel unterwegs
Abendbesetzung: Daniel Klausner · Cem Göktas
Tickets

Regie Grit Lukas
Ausstattung Nadine Hampel
Dramaturgie Laura Busch

Ikarus Daniel Klausner
Francis Cem Göktas

Video

Pressestimmen

Philipp Quest gibt einen raubeinigen, machohaften Ikarus, der mit seinen coolen Sprüchen seinen sensiblen Kern zu verbergen sucht. Diese Gratwanderung gelingt dem jungen Schauspieler auf sehr anrührende Weise. Alexander von Säbel dagegen zeigt den Gedichte schreibenden, zurückhaltenden Francis, der, so scheint es, immer stärker wird, je mehr ihn seine Krankheit schwächt. […] Sergej Gößner, der bei der Uraufführung zu Gast war, trifft auf beeindruckende Weise den Ton heranwachsender Jugendlicher in all ihrer Dünnhäutigkeit und Verunsicherung, die auf pubertären Größenwahn trifft. […] Regisseurin Grit Lukas schafft es, stille und schmerzende Momente auszuhalten, in denen die Worte fehlen. Gleichzeitig erzählt sie eine wunderbar ermutigende, bisweilen saukomische Geschichte über das Leben, über das Glück und den Augenblick zu genießen. […] »Mongos« ist nicht nur ein Stück für Jugendliche, sondern vor allem auch für Erwachsene, die mit ihren Kindern ins Gespräch kommen wollen, darüber, was im Leben wirklich zählt.

Kathrin Singer, Magdeburgische Volksstimme, 14. 2. 2017

 

 

Die Regisseurin verlässt sich auf die Kraft des Textes sowie die Qualität der Darsteller, und sie
tut gut daran. Philipp Quest und Alexander von Säbel füllen mit ihrer Präsenz, ihrer Leidenschaft und Spielfreude den kargen Raum. […] Ich bin der Ansicht, dass man bei dieser berührenden
Inszenierung sowohl Tränen lachen als auch weinen kann. Wer die Chance hat, das Stück zu sehen, sollte sie unbedingt ergreifen.

Hannah Schmidt, Junge Bühne, 02-2017

Die Uraufführung von Sergej Gößners »Mongos« am Schauspielhaus Magdeburg ist eine erfrischende, poetische, energiegeladene Inszenierung. Eine Gratwanderung für Schauspieler sowie die Regisseurin Grit Lukas, die mit dem Stück ihr zweites »Sprungbrett« liefert. […] Es ist mitreißend, leidenschaftlich, aufmunternd, aber auch traurig, wie die gemeinsame Geschichte von Francis und Ikarus präsentiert wird.

Lydia Flössel, Magdeboogie, 24. 2. 2017