Das Tagebuch der Anne Frank

Mono-Oper in vier Szenen von Grigori Frid | Libretto vom Komponisten auf der Grundlage des Original-Tagebuchs der Anne Frank  | Deutsch von Ulrike Patow | Ab 13 Jahren

»Ideale, schöne Träume, leuchtende Hoffnungen kommen nicht mehr bei uns auf, und wenn sie doch entstehen, so werden sie sofort zerstört von der fürchterlichen Wirklichkeit …«
Anne

Mehr als zwei Jahre gelang es Anne Frank und ihrer Familie, sich in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht vor den Nationalsozialisten zu verstecken. Dann wurde die jüdische Familie verraten und von den Deutschen in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Anne Frank starb 1945 in Bergen-Belsen an Typhus, nur wenige Wochen vor Kriegsende. Als einziger der Familie überlebte Annes Vater Otto die Shoa. Er war es, der nach dem Krieg Annes Wunsch erfüllte und ihr Tagebuch, das sie während ihrer Zeit im Versteck geführt hatte, als Buch herausgab. So wurde »Das Tagebuch der Anne Frank« zu einem der bedeutendsten und berührendsten Zeitdokumente über die Schrecken der Shoa.

Der russische Komponist Grigori Frid machte das Tagebuch 1969 zur Grundlage einer Oper. Er fokussiert das Geschehen ganz auf die einzige Protagonistin Anne und ihre Gedankenwelt. Mit ihr durchlebt man zunächst Momente einer glücklichen Kindheit, die schließlich mit dem Rückzug in das dunkle Hinterhausversteck endet. Zwei Jahre voller Angst, Enge und Verzweiflung beginnen …

Das Gastspiel am 28. Oktober 2017 findet im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur und Geschichte Magdeburg 2017 statt.

Hinweis für Lehrkräfte: Zu dieser Vorstellung empfehlen wir eine theaterpädagogische Vorbereitung. Kontakt: Matthias Brandt | matthias.brandt[at]theater-magdeburg.de | 0391 40 490 4033

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Premiere: Do. 15. 10. 2015
Wiederaufnahme: Do. 19. 10. 2017

Musikalische Leitung Anna Grinberg
Regie Sebastian Gruner
Bühne/Kostüme Susann Stobernack
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Anne Irma Mihelič
Klavier Anna Grinberg

Pressestimmen

Sebastian Gruner hat für diese Kammeroper die bedrückende Enge der Podiumbühne mit ihren knapp 70 Plätzen gewählt. Nicht ohne Grund, denn die Zuschauer werden zu unmittelbar Beteiligten. Die Aufführung wird geprägt durch die junge Sängerin Irma Mihelič in ihrer ersten Rolle in Magdeburg. Sie verleiht dem jungen Mädchen in einer fulminanten Leistung authentische Züge. Ihr intensives Spiel, vor allem Gestik und Mimik unterstützen ihren einfühlsamen Gesang. Fast kindliche Freude, Liebessehnsucht, Todesahnungen, panische Angst bei der Razzia, Freude und Hoffnungen vermittelt die mehrfach als „Nachwuchssängerin des Jahres 2015“ nominierte Sängerin. Mit Anne Grinberg am Klavier hat die Mihelič eine kongeniale Partnerin, die sehr subtil auf jede Nuance, auf jede Gefühlsregung, auf jede Stimmung durch die Dramaturgie ihrer Klavierbegleitung reagiert.

Herbert Henning, opernnetz.de,
16. 10. 2015

Irma Mihelič überzeugt durch eine facettenreiche Darstellung und gibt gesanglich einen beeindruckenden Einstand auf der Magdeburger Bühne. [...] eine bewegende Inszenierung, die ein bewegendes Stück Zeitgeschehen leichtwirkend umgesetzt und gleichzeitig die große Dramatik offenbart. Eine gute Variante, junges Publikum sowohl an das geschichtliche Thema als auch an das musikalische Genre heranzuführen.

Birgit Ahlert, Magdeburger Volksstimme,
19. 10. 2015