Literaturklub

Anmeldung: caroline.rohmer[at]theater-magdeburg.de

»Lesen Sie – lesen Sie – lesen Sie viel. Lesen Sie alles.«, sagte der Schriftsteller Henry James. Dieses Motto lebt der Literaturklub am Schauspielhaus. 2009 durch die Dramaturgie des Theaters ins Leben gerufen, treffen sich nun schon seit 10 Jahren Literaturbegeisterte ein- bis zweimal monatlich zum angeregten Austausch über ein gemeinsam gelesenes Werk, welches in der Runde vorgeschlagen und ausgewählt wird.

Von A wie Chinua Achebe bis Z wie Stefan Zweig und dazwischen 580 weitere Bücher, wie von Bernhard Schlink, Jenny Erpenbeck, von Franz Kafka, Mary Shelley's »Frankenstein« oder Voltaire’s »Candide«, immer wieder gerne auch angebunden an aktuelle Inszenierungen des Theaters - was die Möglichkeit bietet, noch einmal anders auf das zuvor Gelesene zu schauen. Ob Klassiker oder neue Literatur, ob europäisch, amerikanisch, asiatisch oder afrikanisch -  alle Zeiten und Kontinente werden erkundet. Im Sprechen über die Bücher werden auch die Zeitumstände ihrer Entstehung und die Biografien der Autor*innen beleuchtet. Die Gruppe sucht das Gespräch über das »Schöne, Gute, Wahre und Alberne, Überflüssige und Banale« (Zitat nach Denis Scheck). Vielleicht bleiben dabei auch manchmal »alle Fragen offen«, nur sprachlos  wird sie nie. Die Literatur regt zu immer wieder neuen interessanten Überlegungen über Gott, die Welt und das Leben an. Der Club lädt alle, die ebenfalls an Literatur Freude haben, herzlich ein, gelegentlich, des Öfteren oder regelmäßig dabei zu sein mit Vorschlägen und/oder Leselust.

 

Anna Burns »Milchmann«

Di. 21. 9. 2021     19.30 Uhr     Opernhaus Café Rossini
Anmeldung unter: caroline.rohmer@theater-magdeburg.de 
Eintritt frei

Belfast in den 70er-Jahren. Der Nordirland-Konflikt ist auf seinem Höhepunkt. In der Familie der gerade 18-jährigen Ich-Erzählerin, sind bereits der Vater un ein älterer Bruder gewaltsam umgekommen. Die Erzählerin möchte sich jedoch heraushalten, schottet sich ab. Am liebsten liest sie Bücher. Ihr Faible für englische Literatur wird mit Skepsis wahrgenommen. Als ihr ein Verhältnis mit einem wesentlich älteren, paramilitärischen Untergrundkämpfer - »Milchmann« genannt - nachgesagt wird, wird es auch für sie gefährlich. Das lakonisch zwischen Verzweiflung und Witz pendelnde Buch hat 2018 den rennomierten Man Booker Price for Fiction als bester Roman erhalten.

Christoph Hein »Verwirrnis«

Di. 5. 10. 2021     19.30 Uhr     Opernhaus Café Rossini
Anmeldung unter: caroline.rohmer@theater-magdeburg.de 
Eintritt frei

Die jungen Männer Friedeward und Wolfgang lieben sich. Käme ihre Beziehung ans Licht könnten sie jedoch alles verlieren, denn es sind die 1950er-Jahre und in dem katholischen Heiligenstadt, in dem sie leben, ist ihre Liebe eine Sünde; besonders für Friedewards strenggläubigen Vater. Als sie zum Studium nach Leipzig gehen finden sie dort eine Welt der Intellektuellen und Künstler*innen. Alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist. Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. In ihnen reift ein Plan: Wäre es nicht die perfekte Tarnung, wenn Jacqueline einenn der Männer zum Schein heiraten würde?

Harry Mulisch »Das steinerne Brautbett«

Di. 19. 10. 2021     19.30 Uhr     Opernhaus Café Rossini
Anmeldung unter: caroline.rohmer@theater-magdeburg.de 
Eintritt frei

Zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg fährt der Amerikaner Norman Corinth zu einem Kongress in das immer noch zerstörte Dresden. Begegnungen und Auseinandersetzungen stürzen ihn, der als Mitglied einer Bomberbesatzung an dem schicksalhaften Angriff auf Dresden beteiligt war, in Verwirrung. Noch einmal erlebt Corinth Anflug und Abschuß des Bombers – bis sich die Krise in einem Heilschlaf löst. Mit diesem Prosadrama einer vorübergehenden, heilsamen Selbstentfremdung ist Harry Mulisch bereit 1959 ein Buch gelungen, das die Schuldaufrechnung der ehemaligen Kriegsgegner furchtlos beiseite räumt, um eine Begegnung mit den Leiden und Schmerzen des Kriegs zu ermöglichen.