Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Weitere Zugaben

Für alle, die nicht nur zum Theaterschauen ins Schauspielhaus gehen wollen, bieten sich weitere Gelegenheiten im Rahmen unsere »Zugaben«. Neben bewährten »Klassikern« wie der Queer-Party »Legit Love« und dem  »Kantinenquiz«, wird unser schönes Schauspielfoyer regelmäßig zum Schauplatz von Lesungen, kleinen Konzerten oder persönlichen Darbietungen unseres Schauspielensembles. Auch Podiumsdiskussionen und Talkprogramme sind geplant. Lassen Sie sich überraschen. 

Zugabe #1 Mit Sparwasser nach Magdeburg

Abschlusslesung des diesjährigen Stadtschreibers Jörg Menke-Peitzmeyer

Sa. 19. 9. 2020   19.30 Uhr   Schauspielhaus Bühne
Eintritt: 5 Euro

In Kooperation mit dem Literaturhaus präsentieren wir die Abschlusslesung des diesjährigen Stadtschreibers Jörg Menke-Peitzmeyer, der während seiner Zeit in Magdeburg an einem Jugendstück über Fußballlegende Jürgen Sparwasser gearbeitet hat. Schauspieler*innen des Theaters lesen Ausschnitte aus dem Stück, in welchem der Autor von einer »umgekehrten Republikflucht« erzählen wird: Ein westdeutscher Junge sieht 1974 Jürgen Sparwassers Siegtor beim legendären WM-Spiel zwischen der BRD und der DDR. Sein Fußballfieber wird dadurch gepackt und auch sein Interesse für die andere Seite der Mauer. Um sein großes Idol zu treffen, macht er sich auf eigene Faust auf den Weg in den Osten ...

Im Anschluss an die Lesung gibt Jörg Menke-Peitzmeyer in einem moderierten Gespräch Auskunft über seine Liebe zu Fußball und Theater, die Ähnlichkeiten von Inszenierungen auf dem Spielfeld und der Bühne, seine Sicht auf Ost und West und über seine Zeit und sein Schreiben in Magdeburg. Die Abschlusslesung findet im Rahmen der Magdeburger Literaturwochen statt.

In Kooperation mit:

Zugabe #2 Einheitstraum(A) — Die rolle der Treuhand im prozess der wiedervereinigung

Podiumsdiskussion anlässlich der Produktion Tod der Treuhand

Fr. 2. 10. 2020    18.00 19.30 Uhr   Schauspielhaus Bühne
Eintritt frei, Zählkarten werden vergeben

Wie kaum ein anderer Vorgang in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist der Auftrag und die Arbeit der Treuhandanstalt im Wiedervereinigungsprozess zu mystifizierten Anekdoten mutiert: eine Bundesbehörde, die offiziell in nur vier Jahren die ostdeutsche Wirtschaft umbaute um sie an die Marktwirtschaft anzupassen? Die hohe Intransparenz, Schnelligkeit und Komplexität dieser »Schocktherapie« hat bei den meisten Menschen dazu geführt, dass sie nur die Folgen sehen konnten, die sie selbst oder Angehörige am eigenen Leib zu spüren bekamen: mit den Betrieben wurden soziale Strukturen wurden auseinandergerissen, tausende Menschen verloren ihre Arbeit und rangen um die Anerkennung ihrer Ausbildung, nahmen Umschulungen oder den Exodus in den Westen auf sich. Gerade eine Industriestadt wie Magdeburg hat das getroffen.

Für das Theater Magdeburg hat sich die Regisseurin Carolin Millner, die zuletzt eine ganze Pentalogie zu 40 Jahren DDR-Geschichte entwickelt hat, dem Thema Treuhand angenommen und mit den lokalen Vorgängen im SKET Magdeburg verknüpft. Gemeinsam mit dem beteiligten Ensemble verarbeitet sie in ihrer Produktion »Tod der Treuhand« das Lebensgefühl der Wendezeit, das geprägt ist von Hoffnung und Desillusionierung, Verlusten und Anpassungs-»Leistung«.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit treffen am Schauspielhaus Magdeburg in einer gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt organisierten Gesprächsrunde künstlerische, wissenschaftliche, politische und zeitzeugenbasierte Positionen aufeinander, um für das Publikum den Gesprächs- und Informationsraum zum Thema Treuhand weiter zu öffnen.


Zu Gast sind:

Carolin Millner Regisseurin (Frankfurt/Berlin), Text und Regie der Inszenierung »Tod der Treuhand« am Theater Magdeburg
Dr. Marcus Böick Professur für Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum, Autor des Buchs »Die Treuhand. Idee – Praxis – Erfahrung 1990-94«
Katrin Budde MdB (SPD), 1990 – 2017 Abgeordnete des Landtags Sachsen-Anhalt (arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Sprecherin, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie, stellvertretende Fraktionsvorsitzende), ehemalige Wirtschaftsministerin Sachsen-Anhalt
Günther Oelze ehemaliger Vorsitzender des SKET-Betriebsrats  

Moderiert wird die Gesprächsrunde durch Ulrich Wittstock, Autor und Journalist beim MDR.
Die Veranstaltung wird übertragen von Das Nest e.V. über den Offenen Kanal Wettin.        

Im Anschluss findet um 20.00 Uhr im Schauspielhaus/Studio die zweite Vorstellung von »Tod der Treuhand« statt.

Zählkarten für die Podiumsdiskussion und Eintrittskarten für die anschließende Vorstellung erhalten Sie an der Theaterkasse, Tel: (0391) 40 490 490, kasse@theater-magdeburg.de und unter www.theater-magdeburg.de