Le Corsaire

Der Korsar | Ein Piraten-Ballett in drei Akten von Gonzalo Galguera
Musik von Adolphe Adam, Cesare Pugni, Léo Delibes u.a. | Musikalische Einrichtung von Maria Babanina | Uraufführung

»Über die heit’re blaue Meeresflut –
so schrankenlos wie unsrer Seele Muth,
weit wie die Lüfte wehn, die Wogen schäumen,
ist unser Reich in ungemess’nen Räumen.«

Lord Byron, »The Corsair«

Auf einem byzantinischen Sklavenmarkt verliebt sich der Korsar Konrad in die Griechin Medora, die gerade in den Harem von Said Pascha verkauft werden soll. Gemeinsam mit seiner Piratentruppe entführt Konrad Medora und weitere Sklavinnen auf seine Pirateninsel. Dort kommt es jedoch zum Streit unter den Korsaren, weil Medora Konrad bittet, alle Sklavinnen freizulassen. Konrads Konkurrent Birbanto gelingt es, Medora zu überwältigen und an Said Pascha zu übergeben. Nun muss Konrad zu einer List greifen, um Medora endgültig zu gewinnen ...

Mit seiner neuesten klassischen Ballettproduktion wendet sich Gonzalo Galguera einem Genre zu, das sich im 19. Jahrhundert, vermutlich angeregt durch Lord Byrons Verserzählung »The Corsair«, größter Beliebtheit erfreute – dem Seeräuber-Ballett. Die berühmtesten »Corsaire«-Versionen schufen Choreograf Joseph Mazilier und Komponist Adolphe Adam 1856 für Paris sowie Marius Petipa 1863 für St. Petersburg. Dabei konnten sie mit einer spannenden Handlung, exotischen Orten und spektakulären Bühneneffekten bis hin zum Schiffsbruch auf hoher See begeistern.


Ein Gespräch mit Ballettdirektor Gonzalo Galguera über seine neue Ballettkreation können Sie hier nachlesen.

Vorstellungen
Sonntag
22. 10. 2017
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Freitag
3. 11. 2017
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Donnerstag
7. 12. 2017
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere am Do. 6. 4. 2017
Wiederaufnahme am So. 22. 10. 2017

Musikalische Leitung Svetoslav Borisov/
Pawel Poplawski

Choreografie/Regie Gonzalo Galguera
Bühne Darko Petrovic
Kostüme Josef Jelínek
Dramaturgie Ulrike Schröder

Konrad, Korsar Adrián Román Ventura
Birbanto, Korsar Daniel Smith
Lankedem, Sklavenhändler Andreas Loos
Ali, Sklave Raúl Pita Caballero
Medora Lou Beyne/Ekaterina Petina
Gulnara Narissa Course

Ballett Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

So stark ist diese Ensembleleistung, dass der Schlussbeifall einmal fast erstirbt. Nicht aus Ablehnung, sondern nach viel Szenenapplaus für die »Pièces de bataille«, aus echter herzlicher Begeisterung. [...] Lou Beyne als führende Dame des Abends gestaltet ihre schwierigen Figuren mit Bravour und hat dazu das feine Gran Herbheit, dass man ihr die Hingabe als Korsarenbraut glaubt. Narissa Course ist die ebenbürtige Gefährtin.  [...] Raúl Pita Caballeros Ali ist das überragende Kraftpaket, der auch im Hintergrund das Geschehen von Anfang an beherrscht. Adrian Román Ventura hat eine enorme Vitalität [...] Daniel Smith kann so gut und fein charakterisieren, dass der Bruch mit Konrad ganz ohne aufgesetztes Schurkentum abläuft.  [...] Svetoslav Borisov und die Magdeburgische Philharmonie sind so etwas wie goldene Hufeisenbeschläge für das Magdeburger Ballett: Es glänzt alles und passt wie angegossen sogar im steilsten Galopp. [...] Das ist an diesem Premierenabend wie Peperoncini im Gourmet-Kakao.

Roland Dippel, Die Deutsche Bühne online, 7. 4. 2017

 

 

Das Handlungsballett »Le Corsaire« in der Inszenierung von Gonzalo Galguera besticht einerseits mit unglaublich vielfältiger, den Vorstellungen von einer orientalischen Welt aus Tausendundeiner Nacht angepassten Ausstattung (Bühne Darko Petrovic, Kostüme Josef Jelinek), und andererseits mit der konkurrierenden Situation der Sklavinnen Medora, getanzt von Primaballerina Lou Beyne, und Narissa Course in der Rolle der Gulnara. Lou Beyne ist mit einer faszinierenden Bühnenpräsenz und einer unnachahmlichen Grazie bis in den kleinen Finger unangefochten die führende Tänzerin im Ensemble.
Doch mit Narissa Course macht ein Talent auf sich aufmerksam, das das Zeug dazu hat, einmal als erste Solistin die Bewunderung der Zuschauer auf sich zu ziehen. [...] Unstrittig sind jedoch die hervorragenden tänzerischen Leistungen des gesamten Ensembles. Nicht minder einfühlsam und punktgenau mit der Choreografie agiert Svetoslav Borisov, 1. Kapellmeister der Magdeburgischen Philharmonie, am Pult.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme, 8. 4. 2017

In der aufwendigen Magdeburger-Inszenierung sind nun ebenfalls mitreißend getanzte Seeräuber-Romantik und verführerischer Haremszauber mit orientalisierter Ästhetik zu erleben. Choreograf und Ballettdirektor Gonzalo Galguera vertraut auch diesmal auf das tänzerische Können, auf das von den Tänzerinnen und Tänzern exzellent beherrschte klassische Schritt- und Ausdrucksvokabular, auf Eleganz und Harmonie ganz im Sinne der Danse d’école. [...] In diesem Bühnenambiente sind die mehr als 30 Tänzerinnen und Tänzer, die von der Kompanie getanzten Korsaren, Haremsdamen, Marktfrauen, Korsarinnen und Sklavinnen ein Erlebnis, das für ein Stadttheater sensationell ist.

Herbert Henning, tanznetz, 7. 4. 2017

Unter Leitung des talentvollen Kubaners, der zudem eine Compagnie in Kolumbien führt, hat sich Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt in gut zehn Jahren zu einem Mekka klassischer Handlungsballette entwickelt und nimmt nun eine Sonderposition bei vergleichbaren Ensembles in den neuen Bundesländern ein. Nach »La Sylphide«, den drei Balletten Tschaikowskis, »Coppelia« und »Don Quichotte « entern derzeit Korsaren frohgemut entschlossen die Bühne des Großen Hauses. Alle Beteiligten, von den Gewerken bis zu den Akteuren, haben sich in diesem sprühenden Zweieinhalb-Stunden-Spektakel selbst übertroffen. [...] Magdeburgs Tänzer wachsen sichtlich an jeder Neuproduktion des ambitionierten Choreografen Galguera, bewältigen souverän und formvoll selbst knifflig virtuose Passagen. Was Lou Beyne als schmalgliedrige Medora und Adrián Román Ventura als behänder Konrad in den Duetten leisten, von brillanten Pirouetten bis zu einarmigen Stemmhebungen, ist ebenso beeindruckend wie die Sprungkraft eines Daniel Smith als Birbanto und die Stiltreue einer Narissa Course als Medoras Freundin.

Volkmar Draeger, Neues Deutschland, 3. 5. 2017