Die Wahlverwandtschaften

Ballett in zwei Teilen von Gonzalo Galguera nach Goethe | Musik von Franz Schubert und Thomas Duda | Uraufführung

»Denn so ist die Liebe beschaffen, daß sie allein Recht zu haben glaubt und alle anderen Rechte vor ihr verschwinden.«
Johann Wolfgang von Goethe

Mit den »Wahlverwandtschaften« schuf Johann Wolfgang von Goethe 1809 einen der rätselhaftesten und gleichzeitig brisantesten Romane des beginnenden 19. Jahrhunderts. In der Art eines naturwissenschaftlichen Experiments konfrontiert der Dichterfürst hier das Ehepaar Eduard und Charlotte, das sich in eine ländliche Idylle zurückgezogen hat, mit neuen Einflüssen von außen. Das Paar nimmt den befreundeten Hauptmann Otto und Charlottes Nichte Ottilie bei sich auf. Schnell verschieben sich die Verhältnisse: Die Nähe zwischen Charlotte und dem Hauptmann wächst, während Eduard eine Leidenschaft für Ottilie entwickelt. Schritt für Schritt zersetzt sich die vormals so stabile Beziehung zwischen Eduard und Charlotte ...

Goethe zeigt uns Menschen im Spannungsfeld zwischen Entsagung und Hingabe, zwischen bürgerlicher Moral und Natur, zwischen Determination und Wahlfreiheit. Gonzalo Galguera überführt Goethes Roman in die Sprache des Tanzes und übersetzt die innerhalb des fluktuierenden Beziehungsgerüsts waltenden Kräfte in Bewegung. Ein Ballettabend über das Wesen menschlicher Beziehungen und die Macht der Liebe.

Vorstellungen
Freitag
23. 2. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Sonntag
1. 4. 2018
18.00 Opernhaus / Bühne
Tickets
Freitag
11. 5. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets
Freitag
25. 5. 2018
19.30 Opernhaus / Bühne
Tickets

Premiere am Sa. 1. 10. 2016
Wiederaufnahme am Fr. 23. 2. 2018

Choreografie/Regie Gonzalo Galguera
Bühne Juan León
Kostüme Darko Petrovic
Video Jacopo Castellano
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Charlotte Anastasia Gavrilenkova/Antanina Maksimovich
Eduard Adrián Román Ventura/Andreas Loos
Ottilie Lou Beyne/Narissa Course
Otto N. N./Daniel Smith 

Ballett Magdeburg

Video

Pressestimmen

Mit der Uraufführung des Balletts »Wahlverwandtschaften« nach dem Goethe-Roman gelingt Magdeburgs Ballettdirektor Gonzalo Galguera ein mit stehenden Ovationen gefeierter gradioser Erfolg. [...] Man kann wahrlich über Goethes Ansatz, chemische Prozesse auf das Zusammenleben von Mann und Frau zu übertragen, streiten. Dass die Umsetzung dieses Gedankens, wie der gesamten Handlung des Romans, Gonzalo Galguera grandios gelang, ist hingegen unstrittig. Diese Ballettinszenierung reiht sich ein in die Höhepunkte des Schaffens des Magdeburger Ballettdirektors.

Rolf-Dietmar Schmidt, Magdeburger Voksstimme, 4. 10. 2016

 

 

Was Galguera an nuancierten Duetten auf Basis des klassischen Tanzes erfindet, vom höflichen Einssein des Baronpaares über die keimenden Gefühle der Wahlverwandten bis hin zu Eduards Leidenschaftsglut für Ottilie; wie er seelischen Verwebungen, Verwicklungen, Verstörungen tänzerische Form gibt, erhebt das Zweieinhalbtunden-Ballett auch zu seinem Meisterwerk. [...] Eduards Todestanz vor dem Leichnam Ottilies erzeugt in seiner zeitlichen Gedehntheit fast atemlose Spannung und zählt wie das atmosphärisch fahle Kriegsbild eingangs des zweiten Akts zu den eindringlichsten Momenten einer gelungenen Literaturadaption. [...] Magdeburgs Compagnie in Hochform
hat sich wie dem Publikum mit den getanzten »Wahlverwandtschaften« ein Werk von Rang beschert. Dem schmalen Repertoire an neuen Handlungsballetten ist damit ein funkelndes Juwel zugewachsen.

Volkmar Draeger, Neues Deutschland, 6. 10. 2016

In einem leidenschaftlich getanzten Pas de quatre als Traumsequenz erlebt man die letzte Nacht der zwei Paare, die sich fortwährend in immer neuen Konstellationen finden. Eine emotional berührende Vereinigung paarweise und zu viert, aus der ein Kind entsteht.Hier zeigen Anastasia Gavrikenkova (Charlotte) und Adrian Roman Ventura (Eduard), Lou Beyne (Ottilie) und Leander Rebholz (Otto) tänzerisches Können von beeindruckender Eleganz und großer Emotionalität. [...] Über weite Strecken hat Galguera das Ganze als Kammerspiel inszeniert. Diese Intimität der Szenenfolge wird durch einige Fest- und Volkszenen, bravourös von der Kompanie getanzt, aufgebrochen. [...] Von auergewöhnlicher Ästhetik sind das Bühnenbild von Juan Leòn mit den Videosequenzen und Projektionen […] von Jacopo Castellano und den wunderschönen Kostümen von Darko Petrovic. Ein Abend voller Emotionen, mit frenetischem Applaus vom Publikum gefeiert.

Herbert Henning, Tanznetz.de
11. 10. 2016