Still in Love

Tanzstück von Mauro Astolfi | Musik von Chopin bis Elektro
Uraufführung

»Statt epische Begebenheiten zu erzählen, mag ich das Alltägliche, zum Beispiel eine Choreografie, die sich in der Küche abspielt. Warum nicht einen Pas de deux mit einem Kochtopf?«

Nachdem Mauro Astolfi – einer der bedeutendsten zeitgenössischen Choreografen Italiens – das Magdeburger Publikum 2015 bei der Internationalen Ballettgala mit seinen Choreografi en begeisterte, hat Gonzalo Galguera ihn nun erneut nach Magdeburg eingeladen, um dieses Mal einen ganzen Abend zu gestalten. Astolfi gründete 1994 in Rom das »Spellbound Contemporary Ballet« und schuf für dieses Ensemble einen eigenen Bewegungsstil, der verschiedenste Ausdrucksformen zeitgenössischer Bewegung auf ungewöhnliche und neue Art kombiniert. Für die Magdeburger Kompanie kreiert Astolfi eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich an einem Ort entwickelt, an dem keiner damit rechnet: »In den Mauern eines Krankenhauses – an einem Ort also, an dem niemand gern ist, an dem man ganz unmittelbar mit der eigenen Verletzlichkeit konfrontiert wird –, genau in dem Moment, in dem Angst und Resignation überhand zu nehmen drohen, kann ein wirklich ehrlicher Dialog beginnen«, so Astolfi. »In diesem Gemütszustand sind wir offen für fundamentale Erkenntnisse, für Dinge, die schon immer da waren, die wir aber nicht bemerkten. Im Kampf um das Leben entdecken wir eine Welt jenseits von Schmerz und Angst. Jeden Tag erhält das Leben neue Bedeutung. Die Erkenntnis, dass man nichts mehr zu verlieren hat, ist von dramatischer Schönheit und lässt einen offen werden für Gefühle von unvorstellbarer Intensität. Daraus kann wahre Liebe entstehen.« Ein Abend nicht nur für eingefleischte Ballettfans, sondern für alle, die die Körperlichkeit und Ausdruckskraft des Tanzes neu und intensiv erleben wollen!

Vorstellungen
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Pressestimmen

Der italienische Choreograf [Mauro Astolfi] gehört zum Besten, was Europa zu bieten hat. Seine Stücke sind bekannt durch die tiefe emotionale Durchdringung von Vorgängen, in denen die meisten vor lauter Komplexität das Wesen nicht erkennen. […] Die Magdeburger Ballettkompanie ist auch mit moderner Tanzsprache vertraut. Dennoch war diese Ausdrucksstärke in den Bewegungen zusammen mit allerhöchsten körperlichen Anforderungen eine ungeheure Anstrengung. Die elf Tänzer […] bewältigten diese Herausforderung mit einer Perfektion, die man bewundern muss. […] Einen ergreifenderen Auftakt für das Tanzfest 2017 konnte man sich nicht wünschen.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme, 27. 5. 2017

Das Spannende dieser Geschichte, die auf eigene Erlebnisse von Mauro Astolfi zurückgeht, ist wie die Individualität der Tänzer zum entscheidenden Stilmittel im Spannungsfeld von Körper, Bewegung und Raum wird. Zwischen den Betten im Krankenhaus, medizinischen Geräten, der Sterilität eines geschlossenen gläsernen Raumes, der die Menschen der Gerätemedizin ausliefert, vollzieht sich in atemberaubendem Tempo der Wechsel von Körperformationen zwischen Verquerungen von Armen und Beinen, Verschraubungen der Körper, Drehungen und Spreizungen. Ob solistisch oder in wechselnden Formationen von Tänzerinnen und Tänzern, mit Elementen des Slapsticks und pantomimischen Versatzstücken – das Ballett Magdeburg zeigt hier modernes Tanztheater auf allerhöchstem Niveau.

Hebert Henning, tanznetz, 30. 5. 2017