Tartuffe

von Molière | Deutsche Fassung von Wolfgang Wiens

»Es nimmt Sie wunder, daß ein Gottesmann so spricht? Warum, Madame? Ein Engel bin ich schließlich nicht.«
Tartuffe

Im Hause des Orgon hat sich der Betrüger Tartuffe eingenistet. Der Hausherr und seine Mutter, Madame Pernelle, sind dem neuen Hausfreund, der sich besonders fromm gibt, verfallen. Die Hingabe Orgons geht so weit, dass er Tartuffe seine bereits anderweitig verlobte Tochter zur Frau geben möchte und ihm sogar seinen Besitz überträgt. Die übrige Familie kämpft ohne Erfolg gegen die verblendete Freigebigkeit der Familienoberhäupter. Erst als Orgons Frau Elmire durch eine List die Machenschaften des Betrügers offenlegen kann, scheint sich das Blatt zu wenden. Doch so leicht lässt sich der Betrüger nicht abschütteln …

Molière greift in seiner Komödie jenen Flügel der Partei der Frommen (»dévots«) an, die ihre religiöse Macht skrupellos auszunutzen verstanden, und sorgte so für einen der berühmtesten Theaterskandale des 17. Jahrhunderts. Das Stück verschwand auf Betreiben des Erzbischofs von Paris für fünf Jahre im Giftschrank und wurde erst in einer dritten Fassung von Ludwig dem XIV. wieder zur Aufführung zugelassen.

Vorstellungen
Samstag
11. 3. 2017
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets
Samstag
1. 4. 2017
19.30 Schauspielhaus / Bühne
Tickets

Regie Krzysztof Minkowski
Bühne/Kostüme Konrad Schaller
Musik Micha Kaplan
Video Moritz Koepp, Konrad Schaller
Dramaturgie Julia Figdor

Madame Pernelle Gisela Hess
Orgon, ihr Sohn Sebastian Reck
Elmire, seine zweite Frau Iris Albrecht
Damis, sein Sohn Philipp Quest
Mariane, seine Tochter Pia-Micaela Barucki
Valère Timo Hastenpflug
Cléante, Orgons Schwager Alexander von Säbel
Tartuffe Ralph Opferkuch
Dorine, Marianes Zofe Jenny Langner
Monsieur Loyal, Gerichtsvollzieher Uwe Hoffmann

Video

Pressestimmen

Da hätte vermutlich auch der alte Molière Beifall geklatscht. Jahrelang hat er um den »Tartuffe« gekämpft. Zweimal wurde er verboten, schließlich in einer entschärften Fassung doch aufgeführt. Über die Urfassung gibt es jede Menge Spekulationen. Regisseur Krysztof Minkowski hat sich das Ringen um das Stück des Altmeisters der französischen Komödie, der zeitweise Hofausstatter des französischen Königs, Jurist, Schauspieler oder Theaterdirektor war, auch mal nach einer Theaterpleite in Schuldhaft saß, ohne jede falsche Scheu zu eigen gemacht. Er hat kräftig in die Zeilen gegriffen, gekürzt, geändert, aus fünf Akten ein durchgängiges Schauspiel gemacht, Musik eingebaut und mit dem veränderten Schluss auch noch einen künstlerischen Paukenschlag gesetzt. Man kann es nur erahnen, aber dieser Mut, sich über Althergebrachtes einfach hinwegzusetzen, das hätte Molière bestimmt gut gefallen.

Rolf-Dietmar Schmidt, Magdeburgische Volksstimme,
4. 4. 2016

Der Regisseur Krzysztof Minkowski hat das Theaterstück um den wohl berühmtesten Scheinheiligen der französischen Literatur ganz wunderbar in Szene gesetzt. Für Bühne und die Kostüme zeichnete Konrad Schaller verantwortlich, beides war passend und sehr originell sowie auch die von Micha Kaplan konzipierte Musik. Zu erleben war ein äußerst spielfreudiges, gut aufgelegtes Schauspielensemble.Das war großes Theater und das Thema selbst brisant und auch heute hochaktuell!

Dahlke, Köthener Wochenspiegel,
5. 4. 2016