Das Gut Stepantschikowo und seine Bewohner

von Fjodor M. Dostojewskij | Ein Psychogramm eines Masochisten
Für die Bühne bearbeitet von Klim und Vlad Troitsky | Deutschsprachige Erstaufführung

»Man stelle sich einen ganz unbedeutenden Menschen vor, eine Art Fehlgeburt der Gesellschaft, völlig unnütz und widerwärtig, der aber ein grenzenloses Selbstbewusstsein besitzt.«
Sergej

Hier stimmt was ganz und gar nicht auf dem Gut Stepantschikowo im Irgendwo der russischen Provinz. Und ein halbwegs mit Vernunft gesegneter Mensch müsste das eigentlich sehen und erkennen, dass es so nicht weitergehen kann. Auf Einladung des Onkels reist der junge Sergej nach Stepantschikowo und findet dort einen miefigen Sumpf aus Angst, Heuchelei und Missgunst vor. Die Bewohner fristen dort ihr Leben unter der Tyrannei eines Mannes: Foma Opiskin. Ein mäßig talentierter Schriftsteller, Despot und Sadist. Aber alle sind ihm auf unerklärliche Weise bis zur vollständigen Selbsterniedrigung hörig. Und diese vergiftete Atmosphäre bietet viel Spielraum für florierende Intrigen untereinander und lustvolles Zerstören anderer. Als Augenzeuge kann Sergej dieses Dahinvegetieren kaum mit ansehen, scheitert aber mit jedem Versuch den Bann Opiskins zu brechen. Stepantschikowo ist ein Mikrokosmos: hier zeigt sich sehr deutlich, was passieren kann, wenn Erniedrigte an die Macht kommen, und wie verletzter Stolz ins Krankhafte kippen kann. Dostojewskijs meisterliche Erzählung – bisher unbekannt auf deutschen Bühnen – erzählt von der Macht um der Macht willen aber auch von der heilenden Kraft der Liebe.

Regie/Bühne/Kostüme Vlad Troitsky
Dramaturgie Maiko Miske

Oberst Burkhard Wolf
Generalin, seine Mutter Michaela Winterstein
Sergej, sein Neffe Marian Kindermann
Foma Fomitsch Zlatko Maltar
Tatjana Iwanowna Pia-Micaela Barucki
Gawrila Thomas Schneider
Nastenka/Saschenka Jenny Langner
Bachtschejew Alexander von Säbel
Falalej Amadeus Köhli
Misintschikow Cornelius Gebert
Widopljassow Philipp Quest