Coppélia

Ballett in drei Akten von Gonzalo Galguera | Musik von Léo Delibes
Uraufführung

»Er bildet indessen geschickt ein erstaunliches Kunstwerk, weiß wie Schnee, ein elfenbeinernes Weib, wie Natur es nie zu erzeugen vermag …«
Ovid, »Metamorphosen«

Nach Motiven aus E. T. A. Hoffmanns romantischer Erzählung »Der Sandmann« schuf der französische Komponist Léo Delibes zusammen mit den Librettisten Charles Nuitter und Arthur Saint-Léon das Ballett »Coppélia« – einen Höhepunkt des romantischen Balletts. Uraufgeführt 1870 an der Pariser Oper gelang eine elegante tänzerische Verquickung von deutscher Schauerromantik und französischem Lustspiel. Bis heute zählt »Coppélia« zu den meistgespielten Balletten des 19. Jahrhunderts.

Die Handlung dreht sich um die Puppe Coppélia, die der mit schwarzer Magie experimentierende Dr. Coppélius erschaffen hat. Er hält sie in seinem Haus unter Verschluss, doch durch das Fenster ist sie zu sehen. Im Ort glaubt man, es handle sich um seine Tochter. Tatsächlich erwacht Coppélia schließlich zum Leben und beginnt zu tanzen. Coppélius glaubt an den Erfolg seiner magischen Experimente. In Wahrheit jedoch hat die junge Swanilda den Platz der Puppe eingenommen, um ihrem Verlobten Franz, der von Coppélia fasziniert ist, einen Streich zu spielen.

 

Ein Interview mit Tänzer Daniel Smith können Sie hier nachlesen.

Vorstellungen
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Musikalische Leitung Hermann Dukek
Choreografie / Regie Gonzalo Galguera
Bühne Juan León
Kostüme Stephan Stanisic
Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Swanilda Lou Beyne/Anastasia Gavrilenkova
Franz Daniel Smith/Adrián Román Ventura
Coppélius Juan Pablo Lastras Sanchez/
Adam Reist

Ballett Magdeburg
Magdeburgische Philharmonie

Pressestimmen

Es strahlt die gesamte Kompanie: Hier hat das romantische Handlungsballett »Coppélia« Aplomb wie in den internationalen Metropolen. [...] Ballettchef Gonzalo Galguera, sein Team und die Kompanie brennen für das Werk, deshalb passt diese Linie genau. [...] So vital und zackig wird getanzt in diesem nostalgischen Ambiente, dass es eine Riesenfreude ist. Sofort mit Beginn des Premierenabends zu 100%. Der technische Standard ist hoch: Die Quartett-Gruppen der Freundinnen und Freunde des Hauptpaares zeigen Präzision und untereinander pulsierende Dynamik in allen parallelen und sukzessiven Bewegungen. [...] Lou Beyne formt ihren Primaballerinen-Part zum bipolaren Charakter: Bewegungslyrik und Freude an der Burleske als einmalig ausgelebter dunkler Wesensseite, einen solchen Kontrast schärft sie raumfüllend. [...] Juan Pablo Lastras Sanchez lässt in der Charakterszene mit Swanilda, die er für den belebten Automat Coppélia halten muss, den manisch besessenen Wissenschaftler hinter sich. [...] Am Ende stürmischer Applaus für einen durch und durch ehrlichen Abend des Magdeburger Balletts: Für bewegte Emotion, Kurzweil, Emphase und Harmonie.


Roland H. Dippel, Die Deutsche Bühne,
15. 4. 2016

In seiner Inszenierung setzt Gonzalo Galguera inhaltlich neue Akzente. Glanzpunkte der farbenprächtigen Inszenierung sind sicherlich die hinreißend getanzten Ensembleszenen. [...] Mit Lou Beyne als Swanilda und Daniel Smith als Franz offeriert Galguera eine optimale Premierenbesetzung, die ausdrucksstark und mit makelloser Technik, mit Grazie, Eleganz und Temperament bis zum finalen Divertissement überzeugt. [...] Beifallsstürme und Standing Ovations zum Schluss. Jubel für Gonzalo Galguera, der mit dieser Inszenierung sein 10-jähriges Magdeburger Bühnenjubiläum beging.


Herbert Henning, tanznetz.de,
16. 4. 2016

»Coppélia« ist eine märchenhafte Geschichte, die Magdeburgs Ballettdirektor Gonzalo Galguera mit einem Großaufgebot seines Ballettensembles in phantasievolle und anrührende Tanzbilder umgesetzt hat. [...] Michael Lloyd, der den Taktstock und damit die musikalische Leitung der Magdeburgischen Philharmonie an diesem Abend führte, ist ein Ballettspezialist und ein Glücksgriff dazu. [...] Der weltweit anerkannte Choreograf Galguera [...] hat bei »Coppélia« der klassischen Romantik vollen Raum gelassen. Und er hat mit der Französin Lou Beyne als Swanilda und dem Kanadier Daniel Smith als Franz aus der Magdeburger Ballett-Kompagnie sowie dem Spanier Juan Pablo Lastras Sanchez (Coppélius) als Gast die drei tänzerischen Hauptrollen exzellent besetzt. [...] Die äußerst schwierige Rolle des schrulligen Puppenbauers Coppélius bewältigt Juan Pablo Lastras Sanchez so beeindruckend, dass den Protagonisten wie auch dem gesamten Ensemble immer wieder vom Publikum spontan Applaus gespendet wird. [...] Die Bühne von Juan León, insbesondere das Haus des Puppenbauers Coppélius, und die phantasievollen Kostüme von Stephan Stanisic erzielen zusammen mit der Musik und dem Geschehen auf der Bühne eine musikalische und tänzerische Gesamtwirkung, der man sich kaum entziehen kann.

Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme,
16. 4. 2016