15. März 2021

Französische Impressionen im Online-Kammerkonzert des Philharmonischen Bläserquintetts der Magdeburgischen Philharmonie. Online ab So. 28. 3. 2021, 11.00 Uhr auf www.theater-magdeburg.de

Online ab So. 28. 3. 2021, 11.00 Uhr auf www.theater-magdeburg.de

Angelehnt an das ursprünglich geplante 6. Sinfoniekonzert der Magdeburgischen Philharmonie, das thematisch komplett Werken aus Frankreich gewidmet war, hat sich das Bläserquintett der Magdeburgischen Philharmonie entschlossen, eine dem ursprünglichen Programm sehr ähnliche Werkabfolge zu wählen, die die Musiker der Magdeburgischen Philharmonie kammermusikalisch interpretieren.

Maurice Ravel ließ sich für »Le Tombeau de Couperin« von der Musik des französischen Barock inspirieren, insbesondere von dessen größten Meistern: François Couperin und Jean-Philippe Rameau. Da die sechssätzige Suite mit ihren Tanzsätzen sukzessive während des Ersten Weltkriegs entstand, wurden die Sätze bald zu einer Trauermusik ganz anderer Art: Ravel widmete jeden einzelnen Satz dem Gedenken an einen gefallenen französischen Soldaten aus seinem Freundeskreis. So gewann der Name Tombeau (Grabmal) eine ganz aktuelle, tragische Bedeutung.

Jacques Ibert gehörte zu jenen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der wie viele seiner französischen Kollegen die radikalen Experimente deutscher Komponisten mit der Atonalität vermied. 1890 in Paris geboren, wurde er schon vor dem 1. Weltkrieg am Pariser Conservatoire mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ibert entwickelte sich in Form, Harmonik und Melodik traditionell bis vorsichtig modern und setzte stattdessen auf eine große Farbigkeit in seiner Musik. In den 1930 komponierten »Trois pièces brèves« (Drei kurze Stücke) für Bläserquintett wird dieses Spiel mit Klangfarben und Tonarten zart angedeutet.

Mit seinen »Préludes«, hier online in Ausschnitten zu hören, die 1910 bzw. 1910 bis 1913 entstanden, knüpfte Claude Debussy nur zum Teil an die große Tradition des Klavierpräludiums bei Bach und Chopin an. Mindestens ebenso bedeutsam waren für ihn die Préludes der französischen Cembalomeister, eines Louis und François Couperin oder eines Rameau. In ihrer freien, poetischen Gestaltung und ihrer Formlosigkeit bis hin zur totalen rhythmischen und harmonischen Freiheit gewährten diese alten Préludes eben jenen Raum fürs Assoziative und Poetische, den auch Debussy in seinen Préludes anstrebte. Die Titel der Stücke hat der Komponist denn auch lediglich als Nachgedanken in Klammern an den Schluss der Préludes gestellt.

Mit: Thomas Kapun (Flöte), Henning Ahlers (Oboe), Georg Dengel (Klarinette), Ueli Bitterli (Horn) und Gerd Becker (Fagott)

So. 28. 3., 11.00 Uhr auf:

www.theater-magdeburg.de

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Dr. Christine Villinger