16. Dezember 2019

Ein Komponist hadert mit seiner Prinzessin: Puccinis »Turandot«

Pressemitteilung, 17.12.2019
 

Ein Komponist hadert mit seiner Prinzessin: Puccinis »Turandot«

Premiere Sa. 25. 1. 2020, 19.30 Uhr im Opernhaus

 

Die Oper »Turandot« war für den Komponisten Giacomo Puccini kein leichtes Unterfangen. Kontroversen mit seinen Librettisten und das Gefühl, kein passendes Ende für seine Geschichte zu finden, belasteten das Projekt. Letztendlich verstarb der Komponist, bevor er die Oper vollenden konnte. Regisseur Michiel Dijkema hat sich für seine Magdeburger Inszenierung, die Sa. 25. 1. 2020, 19.30 Uhr im Opernhaus Premiere feiert, für einen Schluss in Anlehnung an Franco Alfano entschieden.

 

Die Geschichte der eiskalten Prinzessin Turandot zieht bis heute die Zuschauer*innen in ihren Bann. Die weibliche Hauptperson in Puccinis letzter Oper lässt alle Männer ermorden, die um ihre Hand anhalten, wenn sie ihre drei Rätsel nicht lösen können. Prinz Calaf wagt das Experiment und stellt sich den drei Fragen. Und tatsächlich kann er mithilfe der Sklavin Liù das Rätsel lösen. Doch Turandot weigert sich, den todesmutigen Prinzen zu heiraten.

 

»Wenn ich eine Wunschliste hätte, welche Oper ich gerne einmal inszenieren würde, stünde Turandot ganz oben«, sagt der niederländische Regisseur Michiel Dijkema. Er inszeniert zum ersten Mal am Theater Magdeburg. Vorab hat er sich intensiv mit dem Stoff auseinandergesetzt: Turandot ist für ihn Tragödie, Komödie und Märchen zugleich. Er siedelt die Geschichte, so wie es auch Puccini forderte, in einem China »in der Zeit der Legenden« an. Für das Bühnenbild hat sich Dijkema unter anderem von Bambuswäldern und Kalligrafie-Elementen inspirieren lassen. Die zeitweise knapp 100 Darsteller*innen auf der Bühne, bestehend aus den Solisten, Opernchor und Magdeburger Singakademie, dem Kinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann« sowie Statisten bewegen sich auf verschiedenen Felspodien.

 

Kostümbildnerin Jula Reindell hat sich für die Optik der Figuren von Bekleidung und Gesichtsbemalung verschiedener Urvölker weltweit inspirieren lassen. Wichtig ist ihr, das urchinesische Volk möglichst detailreich darzustellen. Der Kaiser von China, Altoum, wird vom Tenor und Magdeburger Ensemblemitglied Manfred Wulfert verkörpert. Die irische Sopranistin Orla Boylan gastiert in Magdeburg als Altoums Tochter Turandot. Die Rolle des Prinzen Calaf übernimmt der australische Tenor Aldo Di Toro, der dem Magdeburger Publikum noch als Otello sowie Pinkerton (»Madame Butterfly«) bekannt ist.

 

Im Gegensatz zum unvollständigen Puccini-Schluss, der mit dem Tod der Sklavin Liù (Raffaela Lintl) endet, wird die Oper in der Magdeburger Version nach Alfano zu Ende erzählt. Regisseur Dijkema ist besonders wichtig, szenisch zu zeigen, an welcher Stelle Puccini gestorben ist. Und so gibt es vor dem Schluss sowohl beim Bühnenbild als auch bei den Kostümen einen kompletten Bruch. Gemeinsam mit Generalmusikdirektorin Anna Skryleva, die die Musikalische Leitung von »Turandot« in Magdeburg innehat, hat sich Michiel Dijkema intensiv mit den musikalischen Skizzen Puccinis sowie dem auskomponierten Skizzenmaterial von Franco Alfano befasst. Es bleibt deshalb spannend, wie das Ende in Magdeburg auf die Bühne gebracht wird.

 

 

Turandot
Oper in drei Akten von Giacomo Puccini                                                                       Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni

Vervollständigt von Franco Alfano

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung                                     GMD Anna Skryleva

Regie / Bühne                                                Michiel Dijkema

Kostüme                                                       Jula Reindell

Dramaturgie                                                  Ulrike Schröder

Choreinstudierung                                         Martin Wagner

 

Turandot                                                         Orla Boylan

Altoum                                                           Manfred Wulfert

Timur                                                            Johannes Stermann

Calaf                                                             Aldo Di Toro / Kristian Benedikt

Liù                                                                 Raffaela Lintl

Ping                                                              Marko Pantelić

Pang                                                             Jonathan Winell

Pong                                                             Benjamin Lee

Ein Mandarin                                                 Paul Sketris

 

Opernchor des Theaters Magdeburg

Magdeburger Singakademie

Opernkinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann«

Magdeburgische Philharmonie

 

Premiere

Sa. 25. 1. 2020 19.30 Uhr Opernhaus Bühne

 

Premierenfieber

So. 12. 1. 2020 11.00 Uhr Opernhaus Wagnerfoyer

Vorstellungen

Sa. 1. 2. / Fr. 7. 2. / So. 16. 2. / Fr. 27. 3. / So. 19. 4 / So. 26. 4. 2020

Karten Premiere: zwischen 17 € und 36 € / ermäßigt zwischen 12 € und 26 €

Karten weitere Vorstellungen: zwischen 13 € und 32 € / ermäßigt zwischen 8 € und 22 €
Reservierung und Kauf an der Theaterkasse telefonisch: (0391) 40 490 490, online:

www.theater-magdeburg.de oder per Mail: kasse©theater-magdeburg.de