31. Januar 2019

Berührende und komische Einblicke in ein Familienleben – Händels Oper »Xerxes« am Theater Magdeburg - Premiere Sa. 9. 3. 2019, 19.30 Uhr im Opernhaus/Bühne

In Kooperation mit den Händel-Festspielen Halle 2019 feiert am Sa. 9. 3. 2019, 19.30 Uhr im Opernhaus/Bühne erstmals seit fast 50 Jahren mit »Xerxes« wieder eine genuine Oper von Georg Friedrich Händel Premiere. Tobias Heyder, der bereits vor knapp zwei Jahren mit Mozarts »Die Gärtnerin aus Liebe« in Magdeburg erfolgreich war, widmet sich nun den familiären Verwicklungen in Händels Werk.
Liebeshändel stehen gegen Familienbande: Der persische König Xerxes verliebt sich in Romilda, doch die liebt seinen Bruder Arsamene, den Xerxes deshalb zunächst in die Verbannung schickt. Romildas Schwester Atalanta, die ebenfalls ein Auge auf Arsamene geworfen hat, intrigiert gegen sie. Auch die fremde Prinzessin Amastre mischt sich ein und schwört Rache, denn eigentlich ist sie mit Xerxes verlobt. Als Xerxes seinem Heerführer Ariodate, dem Vater von Romilda und Atalanta, zusichert, Romilda werde einen Bräutigam von königlichem Blut erhalten, scheint sich die Situation zu entspannen. Doch die Dinge entwickeln sich nicht in Xerxes’ Sinne ...
Händels Oper »Xerxes«, 1738 uraufgeführt, markierte den Anfang vom Ende der Londoner Opernkarriere des Komponisten, entsprach sie doch nicht vollständig der Erwartungshaltung des Publikums. Händel lenkt den Fokus auf die privaten Leidenschaften der Titelfigur statt auf dessen heldenhaftes Handeln als Feldherr. Auch wenn der Machthaber am Ende emotional zur Vernunft kommt und es zum der Regel der Opera seria entsprechenden Happy End kommt, überwand Händel durch die Mischung von Komischem und Ernsthaftem, durch den Aktionsreichtum der handelnden Personen, durch die fließenderen Übergänge von verhältnismäßig kurzen Arien und Rezitativen sowie auffallend vielen Regieanweisungen und Szenenbeschreibungen bereits die starren Gesetze der Gattung.
Regisseur Tobias Heyder sieht in »Xerxes« eine dysfunktionale Adelsfamilie, deren Entwicklung er über einen Zeitraum von rund 50 Jahren zeigt. Zu Beginn der Oper ist die Generation Xerxes um die 20 Jahre jung. Am Ende des Werkes findet sie sich mit rund 60 bis 70 Jahren, erschöpft von ihren gegenseitigen Anfeindungen und Streitereien am Ausgangspunkt, der Familientafel, wieder. Den anfänglich besungenen (Stamm-)Baum lässt Tobias Heyder zur Verdeutlichung der Familienbande in Form der stummen Rolle der Mutter von Xerxes und seinem Bruder Arsamene lebendig werden. Die Spannungen in den komplizierten Beziehungen zwischen den handelnden Figuren brechen typischerweise bei Familienfesten und offiziellen Anlässen auf, wie hier bei dem 70. Geburtstag der Mutter, einer Zeremonie nach erfolgreicher Jagd, einem Maskenball, der Präsentation der Brücke über den Hellespont, der Trauerfeier beim Tod der Mutter und der Probe für die finale Hochzeitsfeier. Und wenn sie nicht gestorben sind … bekriegen sie sich noch heute.

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Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christine Villinger