25. Januar 2019

»Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei« von Felicia Zeller nach Alfred Döblin Uraufführung am Fr. 22. 2. 2019, 19.30 Uhr im Schauspielhaus/Studio

»Ich glaube, Lenin hat mal gesagt, bevor die Deutschen einen Bahnhof besetzen, lösen sie sich eine Bahnsteigkarte. Revolution und Bürokratie – wie geht das zusammen?« (Felicia Zeller)

 

Mit »Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei« begibt sich das Theater Magdeburg auf eine Reise in die Zeit der deutschen Revolution 1918. Felicia Zeller, meist gespielte deutschsprachige Gegenwartsdramatikerin, schreibt eine Bühnenfassung basierend auf Döblins Roman »Karl und Rosa«, dem vierten Band seiner »November 1918«-Reihe. In der Regie von Marie Bues betreten die ProtagonistInnen der Revolution am Fr. 22. 2. 2019, 19.30 Uhr im Schauspiel-haus/Studio die Bühne.

 

Im Januar 2019 jährte sich die Ermordung Rosa Luxemburgs zum 100. Mal. Im Auftrag des Theaters Magdeburg und des Theater Rampe Stuttgart entstand aus der Feder der meist gespielten deutschsprachigen Gegenwartsdramatikerin Felicia Zeller eine Bühnenfassung über die letzten Monate in Rosa Luxemburgs Leben und die Zeit von November 1918 bis Januar 1919, in der sich die Ereignisse förmlich überschlagen haben, basierend auf Döblins Roman »Karl und Rosa«, dem vierten Band seiner »November 1918«-Reihe. Dabei wurde sie vor nicht unwesentliche Herausforderungen gestellt, z. B.: »Die Geschichte der Revolution, das ausufernde Erzählwerk Döblins, mit solch monu-mentalen Ereignissen wie der Rückkehr der Fronttruppen oder Massendemonstrationen in der Siegesallee auf Kammerspielgröße zu bringen, ohne an Größe zu verlieren.«

Regisseurin Marie Bues stellt die Identifikation mit den ProtagonistInnen in den Mittelpunkt– nicht zuletzt über die politische Ausrichtung. Seit 2013 ist sie gemeinsam mit Martina Grohmann Intendantin des Theater Rampe, Stuttgart. Dort legt sie einen Schwerpunkt auf Gegenwartsdramatik und experimentelle zeitgenössische Theaterpraxis. Von der Aufarbeitung des historischen Stoffes zeigt sie sich enthusiastisch: »In »Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei« blicken wir 100 Jahre später auf den Geist und die Geister einer deutschen Revolution 1918 und deren Hauptakteure. Figuren wie Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Friedrich Ebert werden aus heutiger Perspektive unter die Lupe genommen und zu ihrer Wirkung ins Heute befragt. Zellers Blick auf Döblin, Döblins Blick auf Luxemburg: das ist zuweilen tragisch, grotesk und auch komisch, und lässt uns mit der Frage zurück wie man politisch handeln kann und soll. Auch heute.«

Heike Mondschein und Indra Nauck kreieren hierzu ein multifunktionales Bühnenbild, das in mehreren Dimensionen bespielt, beschrieben und verändert werden kann. Im Kostümbild schaffen sie dabei mit einfachsten Mitteln zugleich Uniformiertheit und Verfremdung.