23. November 2018

Komm, wir gehen! – »Warten auf Godot« von Samuel Beckett

Premiere am Fr. 7. 12. 2018, Schauspielhaus/Studio

»Warten auf Godot« begründete den Ruhm Samuel Becketts als Autor des absurden Theaters. In der Regie von Stas Zhyrkov feiert der doppelte Einakter am Fr. 7. 12. 2018, 19.30 Uhr im Schauspielhaus/Studio Premiere.

»Hätte ich gewusst, wer Godot ist, hätte ich das Stück nicht geschrieben.« (Samuel Beckett)

Samuel Becketts 1949 entstandenes Stück »Warten auf Godot« (im Original: »En attendant Godot«) wurde im Januar 1953 in Paris uraufgeführt. Die Aufführung war überraschend erfolgreich und verhalf Beckett zu seinem Durchbruch als Autor. Mittlerweile ist »Warten auf Godot« zum Klassiker des modernen Theaters und zur Schullektüre geworden.

Der Inhalt ist in einem kurzen Satz zusammengefasst: Zwei Männer warten auf einen dritten, der niemals kommt. Doch damit ist nur die halbe Wahrheit gesagt; Fragen tun sich auf: Gibt es Godot überhaupt? Sind die beiden Landstreicher wirklich mit ihm verabredet? Was versprechen sie sich überhaupt von ihm?

Das Werk Becketts lässt vielfältigste Interpretationsansätze zu und hat an Deutungen vom absolut Absurden bis hin zum reinen Zeitstück vieles durchlaufen. Regisseur Stas Zhyrkov zeigt, dass jede Epoche und jede Zeit einen eigenen Wladimir und einen Estragon hat. Die beiden Wartenden leben nicht in der Zeit, sondern neben der Zeit. Alles ändert sich, nur sie ändern sich nicht, das Dröhnen des Weltbetriebes ist in ihren Ohren verstummt. Auch wenn die beiden einmal dazugehört haben, sind sie nun Ausgestoßene aus der Welt und – so lässt sich vermuten– auch der bürgerlichen Gesellschaft. Wesen, die nichts mehr zu tun haben, weil sie nichts mehr mit ihr zu tun haben. Und sie warten und bleiben, weil sie nun einmal da sind.

Mit seiner Inszenierung von »Am Anfang und am Ende aller Zeiten« im Rahmen des Festivals »Wilder Osten  « und der letztjährigen Uraufführung »Warum überlebt Michailo Gurman nicht?« bewies er dem Magdeburger Publikum das Spezielle seiner Inszenierungen: Emotionen heraufbeschwören und mit ihnen spielen.

In der erneuten Zusammenarbeit mit Bühnenbildnerin Sophie Lenglachner entstand dabei ein Bühnenbild, das das Unbehagen der eigentlich aussichtlosen Situation mit einer Landschaft aus rotglühenden Totenköpfen eindrucksvoll untermalt. Die Allgegenwärtigkeit dieses Endes konfrontiert dabei die Wartenden wie die Zuschauenden gleichermaßen.